Geplantes Lebensende – über zwei Wege, die sich ähneln
Es gibt Entscheidungen am Lebensende, die nicht plötzlich entstehen, sondern sich über Jahre entwickeln. Sie wachsen aus einer Krankheit heraus, aus Erfahrungen, aus dem schrittweisen Verlust körperlicher Freiheit – und aus der Frage, wann ein Leben für den betroffenen Menschen selbst nicht mehr als lebenswert empfunden wird. Wenn ich die aktuelle MDR-Berichterstattung über eine Leipzigerin lese, die ihren Weg der Freitodbegleitung in der Schweiz gegangen ist, sehe ich darin Parallelen zu einer sehr persönlichen Geschichte: dem Weg meiner Frau . Auch meine Frau litt an Multipler Sklerose – in einer besonders aggressiven Form, der primär progredienten Multiplen Sklerose (PPMS). Diese Verlaufsform ist dadurch geprägt, dass sie nicht in Schüben verläuft, sondern kontinuierlich fortschreitet. Genau dieses unaufhaltsame Fortschreiten hat über Jahre hinweg ihre Lebensrealität verändert. Der Gedanke an ein selbstbestimmtes Lebensende war dabei kein kurzfristiger Entschluss, sondern ein lange...