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Psychosoziale Notfallversorgung in Deutschland: Zwischen föderalem Flickenteppich und notwendiger rechtlicher Gleichstellung

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Wenn Menschen Hilfe brauchen, darf die rechtliche Absicherung nicht fehlen. Das glaube ich zutiefst. Schwere Verkehrsunfälle, plötzliche Todesfälle im häuslichen Umfeld, Großbrandlagen oder verheerende Katastrophen wie die Flutkatastrophe im Ahrtal hinterlassen weit mehr als materielle Schäden. Sie bringen Menschen innerhalb kürzester Zeit an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit. Angehörige verlieren unerwartet einen geliebten Menschen, Überlebende müssen traumatische Ereignisse verarbeiten und Einsatzkräfte werden mit Bildern und Situationen konfrontiert, die sie oftmals auch lange nach einem Einsatz beschäftigen. Genau hier setzt die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) an. Sie gliedert sich im Wesentlichen in zwei Bereiche: die Psychosoziale Notfallversorgung für Betroffene (PSNV-B) und die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E). PSNV-B richtet sich an Menschen, die unmittelbar oder mittelbar von einem außergewöhnlich belastenden Ereignis betroffen sind...

Wenn das Loslassen zum inneren Widerspruch wird — Ambivalenz bei Angehörigen, Pflegenden und im medizinischen Umfeld

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In meinem Blog habe ich viel über Ambivalenz geschrieben — die innere Zerrissenheit von Menschen, die über ihren eigenen Tod nachdenken. Gleichzeitig lebend-und-sterbend-wollend, gleichzeitig erschöpft und noch verankert. Diese Ambivalenz der sterbewilligen Person  ist real, sie ist menschlich, sie verdient Raum. Aber es gibt eine zweite Ambivalenz, über die wir kaum sprechen: die der Menschen, die danebenstehen. Daran erinnerte mich gestern die Vorträge, und anschließende Diskussion,  vom Netzwerk Suizidprävention und verantwortbarer Umgang mit Anfragen nach Assistenz bei der Selbsttötung in Sachsen-Anhalt (NEVAS) mit dem Titel Suizidalität und Suizidprävention im Kontext von Anfragen nach Suizidassistenz, durch Dr. Tim Krause, Prof. Dr. Stefan Watzke. Angehörigen: Zwischen Verstehen und Festhalten Wer einen Menschen liebt, der den Weg der Sterbehilfe wählt, erlebt oft etwas, für das es keine einfache Sprache gibt: Man kann den Wunsch verstehen – und sich trotzdem verlassen f...

Suizidzahlen steigen deutlich – warum wir genauer hinsehen müssen

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11.334 Menschen sind 2025 in Deutschland durch Suizid gestorben. Ein Anstieg um 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinter dieser Zahl stehen 11.334 individuelle Schicksale, Angehörige, Freunde und Menschen, deren Tod oft vermeidbar gewesen wäre. Es ist höchste Zeit, dass wir uns nicht nur mit den Zahlen beschäftigen, sondern mit den Ursachen und den Konsequenzen. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind ein deutliches Warnsignal. Nach jahrzehntelangem Rückgang steigen die Suizidzahlen seit 2021 wieder an. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl um rund 23 Prozent erhöht. Das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) und die Deutsche Akademie für Suizidprävention (DASP) sehen darin zu Recht einen dringenden Handlungsbedarf. Sie fordern mehr finanzielle Mittel und verlässliche Strukturen für die Suizidprävention. Dem kann ich nur zustimmen. Suizidprävention darf nicht von verfügbaren Budgets, regionalen Zufälligkeiten oder diagnostischen Einstufungen abhängig sein. ...

Ein Schlaganfall trifft nie einen Menschen allein | Weltschlaganfalltag am 29. Oktober 2026

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Heute ist Weltschlaganfalltag am 29. Oktober 2026 und ich möchte neben dem dass ich auf Schlaganfall Aufmerksam mache auch darüber schreiben warum auch die mentale Gesundheit Aufmerksamkeit verdient. Ein Schlaganfall kommt oft unerwartet. Von einem Moment auf den anderen verändert sich das Leben – für den betroffenen Menschen und für die Menschen an seiner Seite. Das Motto des diesjährigen Weltschlaganfalltags lautet: „ Ein Schlaganfall trifft nie einen Menschen allein. “ Es erinnert uns daran, dass nicht nur die medizinischen Folgen zählen. Auch die seelischen Belastungen verdienen Aufmerksamkeit.  Wenn sich das Leben plötzlich verändert Für Betroffene beginnt häufig eine Zeit voller Fragen: Werde ich wieder gesund? Kann ich meinen Alltag wie bisher gestalten? Werde ich weiter arbeiten können? Was bedeutet das für meine Selbstständigkeit, meine Beziehungen und meine Zukunft? Neben sichtbaren körperlichen Einschränkungen können auch unsichtbare Folgen belasten: Erschöpfung, Konze...

Q&A – Was halten Sie von der neuen S2k-Leitlinie? zum Umgang bei Freitodbegleitung

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Was halten Sie von der neuen S2k-Leitlinie? ... Diese Frage erreicht mich in den letzten Tagen immer öfter – von Betroffenen, aber genauso von Ärztinnen und Ärzten und ganzen Praxisteams. Und ich verstehe das gut. Eine neue Leitlinie weckt Hoffnung, manchmal auch ein leises Unbehagen. Darum heute mein ganz ehrlicher Blick – aus dem Herzen und aus der Erfahrung heraus – auf die  S2k-Leitlinie  „Umgang mit Anfragen nach Suizidassistenz" (AWMF-Register-Nr. 096-001),   (AWMF-Register-Nr. 096-001). Was ist eine S2k-Leitlinie ::: Damit wir vom Gleichen sprechen: Eine  S2k-Leitlinie   ist konsensbasiert . Sie entsteht aus dem geduldigen Ringen vieler Fachgesellschaften an einem Tisch – eine Empfehlung wurde erst bei mindestens 75 % Zustimmung verabschiedet. Sie ist kein Gesetz. Und genau das ist mir wichtig: Ich habe nie nach neuen Gesetzen gerufen, wohl aber nach klaren Leitlinien – für Menschen, die ihren Weg gehen möchten, und für jene, die sie dabei an die H...

Zahlen und Fakten zur Sterbehilfe – Diagnosen, Beweggründe und internationale Vergleiche 2021–2025

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Ich will erneut auf  die Zahlen und Fakten zur Sterbehilfe eingehen und auch auf  Diagnosen, Beweggründe und internationale Vergleiche.  Ich tue es wie immer mit und nach bestem Gewissen und meinen Möglichkeiten. Mein letzter Artikel dazu war vom   Januar 2025 Persönliche Einordnung:  Mein Verständnis des Sterbewunsches und des Freitods gründet auf einer tiefen Auseinandersetzung mit mir selbst, meiner Definition von Leben, Glück und Leidenschaft – und mit den Möglichkeiten, die ein Mensch am Ende seines Lebens haben sollte. So will ich leben. So ist es für mich in Ordnung zu leben. So kann ich akzeptieren zu leben. So will ich nicht leben, weil es für mich nur noch Existieren wäre. Ausgehend von diesen Fragen wollte ich recherchieren: Wie sehen die Zahlen zur Sterbehilfe in Europa, in den USA – beispielsweise im Bundesstaat Oregon – und in Kanada aus? Welche Diagnosen liegen vor, und welche Gründe nennen Menschen für ihren Sterbewunsch? Die Studien und Berichte...