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Suizidzahlen steigen deutlich – warum wir genauer hinsehen und endlich handeln müssen

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11.334 Menschen sind 2025 in Deutschland durch Suizid gestorben. Ein Anstieg um 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinter dieser Zahl stehen 11.334 individuelle Schicksale, Angehörige, Freunde und Menschen, deren Tod oft vermeidbar gewesen wäre. Es ist höchste Zeit, dass wir uns nicht nur mit den Zahlen beschäftigen, sondern mit den Ursachen und den Konsequenzen. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind ein deutliches Warnsignal. Nach jahrzehntelangem Rückgang steigen die Suizidzahlen seit 2021 wieder an. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl um rund 23 Prozent erhöht. Das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) und die Deutsche Akademie für Suizidprävention (DASP) sehen darin zu Recht einen dringenden Handlungsbedarf. Sie fordern mehr finanzielle Mittel und verlässliche Strukturen für die Suizidprävention. Dem kann ich nur zustimmen. Suizidprävention darf nicht von verfügbaren Budgets, regionalen Zufälligkeiten oder diagnostischen Einstufungen abhängig sein. ...

Ein Schlaganfall trifft nie einen Menschen allein | Weltschlaganfalltag am 29. Oktober 2026

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Heute ist Weltschlaganfalltag am 29. Oktober 2026 und ich möchte neben dem dass ich auf Schlaganfall Aufmerksam mache auch darüber schreiben warum auch die mentale Gesundheit Aufmerksamkeit verdient. Ein Schlaganfall kommt oft unerwartet. Von einem Moment auf den anderen verändert sich das Leben – für den betroffenen Menschen und für die Menschen an seiner Seite. Das Motto des diesjährigen Weltschlaganfalltags lautet: „ Ein Schlaganfall trifft nie einen Menschen allein. “ Es erinnert uns daran, dass nicht nur die medizinischen Folgen zählen. Auch die seelischen Belastungen verdienen Aufmerksamkeit.  Wenn sich das Leben plötzlich verändert Für Betroffene beginnt häufig eine Zeit voller Fragen: Werde ich wieder gesund? Kann ich meinen Alltag wie bisher gestalten? Werde ich weiter arbeiten können? Was bedeutet das für meine Selbstständigkeit, meine Beziehungen und meine Zukunft? Neben sichtbaren körperlichen Einschränkungen können auch unsichtbare Folgen belasten: Erschöpfung, Konze...

Zahlen und Fakten zur Sterbehilfe – Diagnosen, Beweggründe und internationale Vergleiche 2021–2025

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Ich will erneut auf  die Zahlen und Fakten zur Sterbehilfe eingehen und auch auf  Diagnosen, Beweggründe und internationale Vergleiche.  Ich tue es wie immer mit und nach bestem Gewissen und meinen Möglichkeiten. Mein letzter Artikel dazu war vom   Januar 2025 Persönliche Einordnung:  Mein Verständnis des Sterbewunsches und des Freitods gründet auf einer tiefen Auseinandersetzung mit mir selbst, meiner Definition von Leben, Glück und Leidenschaft – und mit den Möglichkeiten, die ein Mensch am Ende seines Lebens haben sollte. So will ich leben. So ist es für mich in Ordnung zu leben. So kann ich akzeptieren zu leben. So will ich nicht leben, weil es für mich nur noch Existieren wäre. Ausgehend von diesen Fragen wollte ich recherchieren: Wie sehen die Zahlen zur Sterbehilfe in Europa, in den USA – beispielsweise im Bundesstaat Oregon – und in Kanada aus? Welche Diagnosen liegen vor, und welche Gründe nennen Menschen für ihren Sterbewunsch? Die Studien und Berichte...

Plädoyer für ein offenes Gespräch über Sterbewünsche – Was hören wir, wenn jemand sagt: „Ich möchte sterben“?

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Vor wenigen Tagen wurde die neue S2k-Leitlinie „Umgang mit Anfragen nach Suizidassistenz“ veröffentlicht. In meinem Artikel „Zwischen Theorie und Praxis: Mein Blick auf neue Sterbehilfe-Leitlinie“ habe ich meine ersten Eindrücke dazu beschrieben. Die Leitlinie bietet eine wichtige fachliche Orientierung. Doch neben den Kriterien und Verfahren beschäftigt mich eine weitere Frage: Wie begegnen wir einem Menschen, der uns sagt, dass er sterben möchte? Was hören wir in diesem Satz? Und wie können wir einen Sterbewunsch ernst nehmen, ohne eine mögliche akute Suizidgefahr aus dem Blick zu verlieren? Mit diesen Fragen beschäftige ich mich seit vielen Jahren. In diesem Beitrag möchte ich Erfahrungen aus meinen Gesprächen und Begleitungen teilen – und aus dem Austausch mit Ärztinnen, Psychologinnen und Psychotherapeut*innen, die mich zu diesen Themen befragt haben und mit denen ich darüber gesprochen habe. Für viele medizinische und therapeutische Fachkräfte ist der Satz „Ich möchte sterben“...

Zwischen Theorie und Praxis: Mein Blick auf neue Sterbehilfe-Leitlinie

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Ich habe einen Blick und mehr auf die etwa 81 Seiten der neuen Sterbehilfe-Leitlinie getan. Nach dem ich ja schon am Freitag davon berichtet ( Siehe: Erste wissenschaftliche Leitlinie zur Freitodbegleitung in Deutschland ) habe. Das Wochenende war somit mit viel Lesen beschlagnahmt - in weiten Teilen hat es sich gelohnt. Aber ich sehe da Diskrepanzen zwischen Theorie und Praxis. Diese Leitlinien soll eine Empfehlungen zum Umgang mit Anfragen nach  Sterbehilfe sein. Link zur Leitlinie (Veröffentlichung Ende Oktober 2026): Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) (Hrsg.). S2k-Leitlinie Umgang mit Anfragen nach Suizidassistenz, Version 1.0, 22.10.2026, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/096-001    Ganz am Anfang (Seite 16)  ist dieser Text und Schemata zu finden: Im Umgang mit Anfragen nach Suizidassistenz setzt die Beurteilung der Freiverantwortlichkeit eine vorherige Information und Beratung voraus. Im gesamten Prozess muss immer die Möglichkeit besteh...

Des Lebens satt? Warum wir genauer hinschauen – und genauer sprechen – müssen

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Es gibt Sätze, die bleiben. Einer davon stammt aus einem Antrag, den eine Frau an einem Novembermorgen an ihrem Computer tippte: „Ich habe all die Jahre gerne gelebt, das Leben genossen und viel erlebt."  Marion Tiede, seit 37 Jahren im Rollstuhl, formulierte ihren Wunsch nach einer Freitodbegleitung in Worten, die nichts Verzweifeltes haben, sondern etwas zutiefst Bedachtes. Ich habe den SPIEGEL-Artikel von Martin Schlak („Begleiteter Suizid – Des Lebens satt") gelesen. Und wie so oft, wenn ich über dieses Thema schreibe, treibt es mich um. Nicht, weil mir die Fragen fremd wären – sondern weil ich sie aus meiner eigenen Arbeit so gut kenne. Etwas was Wenige überblickt – und ein Weg, den zu wenige kennen Der Artikel beleuchtet die Sterbehilfe und beleuchtet dabei auch 'Ungeregeltes'. Das kann ich nachvollziehen, und ja, auch ich habe auf diesem Blog schon über Regelverstöße berichtet. Mir ist wichtig, möglichst viele Perspektiven auf dem Radar zu haben. Aber eine Sac...