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Suizidprävention beginnt nicht erst in der Krise - Warum wir niedrigschwellige Angebote brauchen

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Vor Kurzem wurde ich gefragt, wie ich mir niedrigschwellige Angebote in der Suizidprävention vorstelle. Die Frage hat mich dazu gebracht, einen Artikel fertigzustellen, der schon länger auf meiner Festplatte lag, oft angefangen aber nie beendet wurde. Durch meine Tätigkeit im Bereich Mental Health First Aid (MHFA) und in der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) erlebe ich immer wieder, wie sichtbar psychische Krisen werden können, oft wenn sie bereits eskaliert sind. In meinem Blog beschäftige ich mich mit mentaler Gesundheit von A bis Z – aber meist eher von D bis S von Depression bis Sterbehilfe und Suizid. Dabei möchte ich auch über jene Themen sprechen, bei denen uns die richtigen Worte besonders schwerfallen. Depression. Angst. Einsamkeit. Überforderung. Trauma. Psychische Krisen. Und irgendwann auch: Suizidgedanken, Suizidalität und Suizid. Und über meine Gruppen- und Einzelgespräche zum Freitod und Sterbehilfe erhöht sich die Zahl der die zu diesen nicht wohlerwogenen Sterb...

„Palli to hear“ ein Podcast der HHU Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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Bei meiner Recherche für diesen Blog bin ich auf den Podcast „Palli to hear“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gestoßen. Die Podcast-Reihe ist inzwischen beendet – die letzte Folge erschien Mitte 2025. Das finde ich eigentlich schade. Denn viele der Gespräche sind erstaunlich zeitlos. Sie vermitteln nicht nur medizinisches Wissen, sondern geben vor allem einen sehr persönlichen Einblick in die Palliativversorgung: in Erfahrungen, Entscheidungen, Unsicherheiten, Begegnungen und die Menschen, die täglich mit Krankheit, Sterben und Abschied zu tun haben. Deshalb möchte ich den Podcast gerne weiterempfehlen. Nicht nur wegen der medizinischen Informationen, sondern gerade wegen der Zwischentöne und Geschichten. Mein Rat ist deshalb ganz einfach: Einfach einmal reinhören. Und vor allem: zuhören. Moderation: Dr. med. Yann-Nicolas Batzler und Dr. PH Manuela Schallenburger Zu finden: bei der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Drei Folgen, die ich besonders empfehlen möchte Wenn ihr...

Wenn 39 Grad im Rettungswagen zur Realität werden

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Wenn andere bei großer Hitze Schutz im Schatten suchen, beginnt für viele Einsatzkräfte die eigentliche Belastung erst. Die ZEIT hat Anfang August zwei Notfallsanitäterinnen des ASB Mannheim während einer hochsommerlichen Schicht begleitet. Bereits am Abend zeigte das Thermometer im Rettungswagen noch 39,2 Grad . Die Reportage macht deutlich, was viele Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst seit Jahren erleben: Extreme Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr – sie gehört zunehmend zum Arbeitsalltag. Mich freut, dass dieses Thema inzwischen auch in den überregionalen Medien Aufmerksamkeit erhält. Denn Hitze bedeutet nicht nur mehr Einsätze. Sie fordert auch diejenigen, die anderen helfen – körperlich und psychisch. Genau darüber habe ich in den vergangenen Wochen mehrfach geschrieben. Nicht, weil Hitze ein neues Thema wäre, sondern weil sie sichtbar macht, wie sehr Rettungsdienst, Krankenhäuser und Pflege unter den Folgen des Klimawandels und des Personalmangels stehen. Wer si...

Psychosoziale Notfallversorgung – Podcast Teil 2: PSNV in Großschadenslagen

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Ich wollte auch kurz den Titel nennen: Psychosoziale Notfallversorgung hautnah – Podcast Teil 2: Wenn jede Einsatzlage individuell ist - habe mich aber dann umentschieden. Mit dem zweiten Teil des Podcasts „PSNV in Großschadenslagen“  setzt das BayZBE das Gespräch mit Andrea Hirth, Einsatzleiterin der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) beim Anschlag in München am 13. Februar 2025, fort. Während sich der erste Teil vor allem mit den Strukturen und der Organisation der PSNV beschäftigte, geht es diesmal noch stärker um die praktische Arbeit im Einsatz, die Zusammenarbeit mit anderen Blaulichtorganisationen sowie die Menschen, die hinter der Psychosozialen Notfallversorgung stehen. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet außerdem die Psychosoziale Akuthilfe (PSAH), die Andrea Hirth mehrfach anspricht und deren Bedeutung für die ersten Stunden nach einem belastenden Ereignis eindrucksvoll beschreibt. Jede Einsatzlage ist besonders – Eine Aussage von Andrea Hirth ist mir besonders im Ge...

Wenn Psychotherapie zum Luxus wird – warum die geplanten Kürzungen uns alle betreffen

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Erst vor wenigen Tagen habe ich darüber geschrieben, dass psychische Erkrankungen längst zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit gehören. ( Die stille Krise unserer Zeit? ) Die Daten zeigen seit Jahren einen steigenden Bedarf an Unterstützung, Therapie und Prävention. Gleichzeitig sprechen Menschen heute offener über ihre psychischen Belastungen und suchen häufiger professionelle Hilfe. Ausgerechnet die psychotherapeutische Versorgung könnte in den kommenden Jahren erheblich eingeschränkt werden. Ich musste die Nachrichten und  Bericht der letzten Zeit mehrmals lesen und auch das Kleingedruckte, was ja so oft im Leben entscheidend ist. Ich fragt mich, in welcher Gesellschaft wollen wir leben? Und JA mir sind die finanziellen Herausforderungen unseres Gesundheitssystems recht klar und ich unterschätze diese nicht. Während wir einerseits immer deutlicher erkennen, welche Bedeutung psychische Gesundheit für unsere Gesellschaft hat, diskutieren wir andererseits d...

Die stille Krise unserer Zeit? Psychische Erkrankungen nehmen zu und was wäre zu lernen?

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Psychische Gesundheit ist längst kein Randthema mehr. Sie betrifft Millionen Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Hintergrund. Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung, Traumafolgen und Suchterkrankungen sind keine Einzelfälle. Sie gehören inzwischen zu den großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Und viele Menschen haben das Gefühl: Es werden immer mehr. Die Frage ist: Täuscht uns / mich diese Wahrnehmung – oder zeigen die Daten tatsächlich eine Entwicklung? Die Antwort lautet, so denke ich: Beides spielt eine Rolle. Die Daten zeigen tatsächlich, dass psychische Belastungen und psychische Erkrankungen in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Gleichzeitig ist aber auch unser Umgang mit psychischer Gesundheit anders geworden: Menschen sprechen offener darüber, suchen häufiger Hilfe und Erkrankungen werden besser erkannt und diagnostiziert. Das bedeutet nicht jede steigende Zahl bedeutet automatisch, dass plötzlich viel mehr Menschen erkranken. Abe...

Buchrezension - Dürfen die das? – Der assistierte Suizid meiner Eltern

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Das assistierte Sterben gehört zu den Themen, über die in Deutschland intensiv diskutiert wird – häufig aus juristischer, medizinischer oder ethischer Perspektive. Inge Schumacher wählt einen anderen Zugang. Sie nähert sich dem Thema über die Geschichte ihrer eigenen Eltern und verbindet persönliche Erfahrungen mit sachlichen Informationen. Dürfen die das? – Der assistierte Suizid meiner Eltern Autorin:  Inge Schumacher Bereits der Titel Dürfen die das? greift eine Frage auf, die viele Menschen bewegt, wenn sie sich erstmals mit dem Thema beschäftigen. Auch der zweite Teil des Titel Der assistierte Suizid meiner Eltern ist bewusst gewählt und wirkt persönlich, ehrlich und unmittelbar.  Die Verbindung aus persönlicher Geschichte und sachlicher Einordnung macht das Buch aus meiner Sicht besonders lesenswert.  Es eignet sich für Menschen, die sich erstmals mit dem Thema beschäftigen, ebenso wie für Angehörige, die verstehen möchten, welche Fragen und Belastungen eine Ents...