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Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen – Prävention beginnt früher

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Am 10. September ist der Welttag der Suizidprävention . Ein Tag, an dem weltweit darauf aufmerksam gemacht wird, wie wichtig es ist, Krisen früh wahrzunehmen und Suizide zu verhindern. Das mag auf den ersten Blick weit entfernt sein von einem Thema wie Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen. Ich glaube allerdings, dass wir genau diese Verbindung früher betrachten sollten. Denn Prävention beginnt nicht erst in der akuten Krise. Sie beginnt möglicherweise viel früher: bei der Frage, ob ein Kind sich zugehörig fühlt, ob es Menschen hat, mit denen es sprechen kann, ob es in seiner Klasse einen Platz findet und ob jemand bemerkt, wenn es sich zunehmend zurückzieht. Genau deshalb möchte ich den Blick auf ein Thema richten, das lange unterschätzt wurde: Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen. Im Januar 2026 hat das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) eine neue Expertise veröffentlicht, die sich mit diesem Thema beschäftigt. Die Ergebnisse beziehen sich auf Deutschland und zeigen deutlich: Einsa...

Suizidprävention darf Selbstbestimmung nicht aus dem Blick verlieren

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Der Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Suizidprävention von Ende Juni 2026 verfolgt zunächst ein Ziel, das kaum jemand grundsätzlich infrage stellen dürfte: Menschen in psychischen Krisen sollen besser erreicht, Hilfsangebote ausgebaut und miteinander vernetzt und Unterstützung leichter zugänglich werden. Das ist richtig und wichtig. Trotzdem habe ich bei diesem Gesetzentwurf ein erhebliches Unbehagen. Denn Suizidprävention darf nicht bedeuten, jeden Wunsch zu sterben – unabhängig von seinen Ursachen und seiner Entstehung – grundsätzlich als zu verhindernden Suizid zu betrachten. Genau diese Differenzierung vermisse ich. Zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Suizidprävention Suizid ist nicht gleich Freitod   Ich verwende die Begriffe bewusst nicht synonym. Wenn ich von  Suizid  spreche, meine ich insbesondere eine Selbsttötung, die im Zusammenhang mit einer akuten psychischen Krise, Verzweiflung, fehlender Perspektiv...

Sterbehilfe in Frankreich: Macron setzt Gesetz für Schwerkranke in Kraft

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Ein guter Tag für die Selbstbestimmung am Lebensende. Der 19. August 2026 ist für mich ein guter Tag. Nicht nur weil der 19.August der Welttag der humanitären Hilfe ist. An diesem Mittwoch wurde das französische Gesetz zur „Aide à mourir“ – zur Hilfe beim Sterben – offiziell im französischen Amtsblatt veröffentlicht. Damit tritt das Gesetz, von dem ich Mitte Juli bereits im Detail berichtete habe, so in Frankreich nun in Kraft. (Siehe: Frankreich beschließt Gesetz zur Sterbehilfe – Nationalversammlung stimmt mit Mehrheit zu )  Frankreich gehört damit zu den Ländern, die schwer und unheilbar kranken Menschen unter bestimmten und streng geregelten Voraussetzungen die Möglichkeit geben, selbst über das Ende ihres Lebens zu entscheiden. Ich sage ganz bewusst: Ich freue mich darüber. Ich weiß, dass dieser Satz bei manchen Menschen Widerspruch hervorrufen wird. Sterbehilfe ist ein Thema, bei dem es um Leben und Tod geht, um Krankheit, Verzweiflung, Hoffnung und menschliche Würde. E...

Suizidprävention beginnt nicht erst in der Krise - Warum wir niedrigschwellige Angebote brauchen

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Vor Kurzem wurde ich gefragt, wie ich mir niedrigschwellige Angebote in der Suizidprävention vorstelle. Die Frage hat mich dazu gebracht, einen Artikel fertigzustellen, der schon länger auf meiner Festplatte lag, oft angefangen aber nie beendet wurde. Durch meine Tätigkeit im Bereich Mental Health First Aid (MHFA) und in der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) erlebe ich immer wieder, wie sichtbar psychische Krisen werden können, oft wenn sie bereits eskaliert sind. In meinem Blog beschäftige ich mich mit mentaler Gesundheit von A bis Z – aber meist eher von D bis S von Depression bis Sterbehilfe und Suizid. Dabei möchte ich auch über jene Themen sprechen, bei denen uns die richtigen Worte besonders schwerfallen. Depression. Angst. Einsamkeit. Überforderung. Trauma. Psychische Krisen. Und irgendwann auch: Suizidgedanken, Suizidalität und Suizid. Und über meine Gruppen- und Einzelgespräche zum Freitod und Sterbehilfe erhöht sich die Zahl der die zu diesen nicht wohlerwogenen Sterb...

„Palli to hear“ ein Podcast der HHU Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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Bei meiner Recherche für diesen Blog bin ich auf den Podcast „Palli to hear“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gestoßen. Die Podcast-Reihe ist inzwischen beendet – die letzte Folge erschien Mitte 2025. Das finde ich eigentlich schade. Denn viele der Gespräche sind erstaunlich zeitlos. Sie vermitteln nicht nur medizinisches Wissen, sondern geben vor allem einen sehr persönlichen Einblick in die Palliativversorgung: in Erfahrungen, Entscheidungen, Unsicherheiten, Begegnungen und die Menschen, die täglich mit Krankheit, Sterben und Abschied zu tun haben. Deshalb möchte ich den Podcast gerne weiterempfehlen. Nicht nur wegen der medizinischen Informationen, sondern gerade wegen der Zwischentöne und Geschichten. Mein Rat ist deshalb ganz einfach: Einfach einmal reinhören. Und vor allem: zuhören. Moderation: Dr. med. Yann-Nicolas Batzler und Dr. PH Manuela Schallenburger Zu finden: bei der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Drei Folgen, die ich besonders empfehlen möchte Wenn ihr...

Wenn 39 Grad im Rettungswagen zur Realität werden

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Wenn andere bei großer Hitze Schutz im Schatten suchen, beginnt für viele Einsatzkräfte die eigentliche Belastung erst. Die ZEIT hat Anfang August zwei Notfallsanitäterinnen des ASB Mannheim während einer hochsommerlichen Schicht begleitet. Bereits am Abend zeigte das Thermometer im Rettungswagen noch 39,2 Grad . Die Reportage macht deutlich, was viele Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst seit Jahren erleben: Extreme Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr – sie gehört zunehmend zum Arbeitsalltag. Mich freut, dass dieses Thema inzwischen auch in den überregionalen Medien Aufmerksamkeit erhält. Denn Hitze bedeutet nicht nur mehr Einsätze. Sie fordert auch diejenigen, die anderen helfen – körperlich und psychisch. Genau darüber habe ich in den vergangenen Wochen mehrfach geschrieben. Nicht, weil Hitze ein neues Thema wäre, sondern weil sie sichtbar macht, wie sehr Rettungsdienst, Krankenhäuser und Pflege unter den Folgen des Klimawandels und des Personalmangels stehen. Wer si...

Psychosoziale Notfallversorgung – Podcast Teil 2: PSNV in Großschadenslagen

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Ich wollte auch kurz den Titel nennen: Psychosoziale Notfallversorgung hautnah – Podcast Teil 2: Wenn jede Einsatzlage individuell ist - habe mich aber dann umentschieden. Mit dem zweiten Teil des Podcasts „PSNV in Großschadenslagen“  setzt das BayZBE das Gespräch mit Andrea Hirth, Einsatzleiterin der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) beim Anschlag in München am 13. Februar 2025, fort. Während sich der erste Teil vor allem mit den Strukturen und der Organisation der PSNV beschäftigte, geht es diesmal noch stärker um die praktische Arbeit im Einsatz, die Zusammenarbeit mit anderen Blaulichtorganisationen sowie die Menschen, die hinter der Psychosozialen Notfallversorgung stehen. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet außerdem die Psychosoziale Akuthilfe (PSAH), die Andrea Hirth mehrfach anspricht und deren Bedeutung für die ersten Stunden nach einem belastenden Ereignis eindrucksvoll beschreibt. Jede Einsatzlage ist besonders – Eine Aussage von Andrea Hirth ist mir besonders im Ge...