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Freiheit, Schutz, Würde: Drei Perspektiven auf die Sterbehilfe-Debatte – Erfahrungen, Realität und Spannungsfelder – Artikel 2 von 2

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Viele Debatten über Sterbehilfe kreisen um Grundsatzfragen: Schutz oder Selbstbestimmung, Fürsorge oder Freiheit. Oft werden Positionen dabei zugespitzt, vereinfacht oder gegeneinander gestellt. Meine Perspektive ist eine andere – geprägt durch persönliche Erfahrung, viele Gespräche und die Auseinandersetzung mit den realen Lebenssituationen von Menschen am Lebensende. In vier Teilen möchte ich diese Perspektive entfalten: Im ersten Teil und zweiten Teil schrieb ich zu meinen persönlichen Erfahrungen  und warum Selbstbestimmung und Würde für mich auch am Lebensende zentral sind. Und ich beschäftigte mich mit  der Realität von Sterbewünschen, ihrer Veränderlichkeit sowie der Bedeutung von Alternativen wie Palliativmedizin und unterstützenden Angeboten. Im dritten Teil  geht es schließlich um die gesellschaftliche und politische Debatte – um das Urteil des Bundesverfassungsgericht, unterschiedliche Positionen, internationale Beispiele und die Frage, wie eine verantwortungsv...

Freiheit, Schutz, Würde: Drei Perspektiven auf die Sterbehilfe-Debatte – Erfahrungen, Realität und Spannungsfelder – Artikel 1 von 2

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Viele Debatten über Sterbehilfe kreisen um Grundsatzfragen: Schutz oder Selbstbestimmung, Fürsorge oder Freiheit. Oft werden Positionen dabei zugespitzt, vereinfacht oder gegeneinander gestellt. Meine Perspektive ist eine andere – geprägt durch persönliche Erfahrung, viele Gespräche und die Auseinandersetzung mit den realen Lebenssituationen von Menschen am Lebensende. In vier Teilen möchte ich diese Perspektive entfalten: Im ersten Teil geht es um meine eigene Geschichte und die Frage, warum Selbstbestimmung für mich auch am Lebensende zentral ist – und welche Rolle Würde dabei spielt. Der zweite Teil richtet den Blick auf die Realität von Sterbewünschen: ihre Widersprüchlichkeit, ihre Entwicklung über Zeit und die Bedeutung von Alternativen wie Palliativmedizin und Unterstützungssystemen. Im dritten,  vierten und letzten Teil   geht es schließlich um die gesellschaftliche und politische Debatte – um das Urteil des Bundesverfassungsgericht, unterschiedliche Positionen, intern...

Wenn Begriffe verschwimmen: Ein neuer Vorstoß zur Sterbehilfe und die problematische Rhetorik dahinter

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Am Mitte Februar wurde in der Stuttgarter - Zeitung ,  von einer fraktionsübergreifende Gruppe berichtet - von Bundestagsabgeordneten die einen neuen Gesetzentwurf zur Regelung der Sterbehilfe vorbereiten will. Öffentlich als zentrale Akteure genannt wurden  Kirsten Kappert-Gonther   und  Ansgar Heveling . Dies sind leider zwei Personen die in den letzte Jahre ausschließlich durch sehr restriktiven und einschneidende  Überlegungen und Äußerungen bekannt sind. Noch liegt kein Gesetzestext vor. Doch bereits die öffentliche Argumentation der Initiatoren wirft Fragen auf – vor allem wegen einer wiederkehrenden begrifflichen Vermischung, die alles andere als harmlos ist. Zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte In den öffentlichen Stellungnahmen durch Frau  Kirsten Kappert-Gonther   und  Ansgar Heveling  wird regelmäßig von „Suizidprävention“ gesprochen – und im selben Atemzug von der Notwendigkeit, die assistierte Sterbehilfe stärker zu regulier...

Überarbeiteten Gesetzentwurf der Gruppe um Lars Castellucci

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Mit seinem Urteil vom 26. Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) entschieden, dass das Verbot der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe gemäß § 217 des Strafgesetzbuches (StGB) mit dem Grundgesetz unvereinbar und nichtig sei. Dies interessiert ganz offenbar viele Menschen! Die überwiegende Mehrheit der Menschen  sind für Sterbehilfe und Würde im und beim Sterben, und  unterstützen eine Freiverantwortlichkeit und Selbstbestimmung im Leben, am Lebensende und beim Sterben. Dies interessiert die Abgeordnetengruppe um Prof. Dr. Lars Castellucci, Ansgar Heveling, Dr. Kirsten Kappert Gonther, Petra Pau, Stephan Pilsinger, Benjamin Strasser, Kathrin Vogler, Katrin Göring-Eckardt, Hermann Gröhe, Hubertus Heil (Peine), Mechthild Heil, Julia Klöckner, Michelle Müntefering, Dr. Rolf Mützenich, und Cem Özdemir,  Claudia Roth (Augsburg), Jens Spahn und weiterer Abgeordneten nicht! Überdies ist diese Abgeordnetengruppe offensichtlich der Überzeugung, dass das Freiheitsrecht n...

Gesetzesinitiativen durch Katrin Helling-Plahr und Renate Künast,

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Wie in einem vorherigen Post bereits geteilt haben am gestrigen Tag die beiden Abgeordnetengruppen um Katrin Helling-Plahr (FDP) und Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) einen gemeinsamen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe vorgestellt.  Ich begrüße und freue mich über den Zusammenschluss der beiden parlamentarischen Gesetzesinitiativen ausdrücklich auch wenn es Einschnitte der aktuellen Sterbehilfe bedeutet - aber dafür wird dieser Enwurf Rechtssicherheit gewährleisten. Den zusammengeführte Gesetzentwurf der Abgeordneten: Katrin Helling-Plahr, Renate Künast, Helge Lindh, Dr. Nina Scheer, Dr. Petra Sitte, Lukas Benner, Dr. Till Steffen und weiterer Abgeordneter habe ich hier verlinkt. Besonders begrüße ich, dass im §1 und §2 (siehe die Liste der §§ weiter unten) gleich zum Anfang des Entwurfs das Recht auf Hilfe beim Freitod und das Recht zur Hilfeleistung festgestellt, festgestellt und vorangestellt wird. Etwas dem aktuellen Castellucci Entwurf vollkommen fehlt. Nach Lob glei...

Die Würde des Menschen ist unantastbar im Leben und in den schwersten Zeiten des Sterbens

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Ich bin der Auffassung, dass Menschen, die den Freitod wünschen, ein unerträgliches Leiden beenden wollen, sei es durch eine Krankheit oder Alter bedingt, oder anderweitig, auch die Möglichkeit dazu haben sollten. Es ist selbstredend, dass dieser Person verdeutlicht und freiverantwortlich für sich selbst (und nicht basierend auf Regeln und Weltbilder, Weltanschauung Dritter) und ernstlich begründet wieso sie selber sterben möchten. Und damit leidende Menschen, Sterbewillige, deren Angehörige, weitere Helfende und unterstützende Menschen und Ärzte, Apotheker, etc. einen klaren Rahmen und einen Rechtssicherheit brauchen, unter welchen Voraussetzungen Sterbehilfe in Anspruch genommen und geleistet werden darf und sollte.  Das gilt und sehe ich umso mehr vor dem Hintergrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgericht im Februar 2020. Das Bundesverfassungsgerichts hat vor über 1000 Tagen / fast drei Jahren über mehrere Verfassungsbeschwerden gegen § 217 StGB geurteilt. Wie sicher...

Schwer fassbares Argument zur Sterbehilfe und gegen ein eigenverantwortliches Leben und Sterben

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Ich habe nun schon mehrfach die drei Gesetzentwürfe erläutert und kommentiert. Dass letztlich nur einer der Entwurf akzeptabel ist ist offenkundig - der Entwurf der Gruppe um Frau Katrin Helling-Plahr (FDP) und Petra Sitte (Linke) - dieser Entwurf schlägt eine Neuregelung außerhalb des Strafrechts vor. Damit wird das Recht auf einen selbstbestimmten Tod legislativ abgesichert. Der Entwurf stellt, gemäß dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gemäß klar, dass die Hilfe zur Selbsttötung grundsätzlich straffrei möglich ist. Und sieht mit selbigen Schwerpunt ein breites Beratungsangebot vor und will diese Beratung und Hilfe gleichwertig anbieten und vorsehen.  Ein optimierbarer aber unzureichender Gesetzentwurf kommt aus einer Gruppe um Renate Künast (Grüne) und Nina Scheer (SPD). Auch dieser Entwurf soll Betroffenen sicheren Zugang zu Medikamenten eröffnen. Eine verpflichtende Beratung ist auch hier vorgegeben aber es wird nach Motiven und Krankenakte unterschieden. Bei einem Sterbew...

Gedanken zur Gesellschaft - Freitod und Sterbehilfe

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Ich kann jedem nur zurufen sich über das Thema Freitod und Sterbehilfe zu informieren und beteiligen Sie sich an der Auseinandersetzung und Diskussion zu dem Thema! Wieso sollen andere darüber entscheiden, wie ein anderer Mensch leidet, wie lange sie / er leidet und wie sehr die Menschen leiden und wie andere Menschen zu sterben haben? Wenn Sie dies schon nicht für andere tun wollen so tun Sie es doch bitte für sich selber oder für die Menschen die Ihnen wichtig sind und Respekt und Würde verdient haben - und dass auch Sie beziehungsweise Andere in der letzten Lebensphase wenn Leid und Würdeverlust größer wird, körperliche Schmerzen immer stärker werden und oder seelische Leiden die nicht gelindert werden können immer unerträglicher werden, und aus Leben nur noch Existieren wird geraten,  Nur wenn alle gesellschaftlichen Kräfte offen und open-minded sind für Gespräche mit wirklichem Zuhören und Empathie, werden wir der Idee und dem Verständnis einer freien Gesellschaft näher rücken...

Sterbehilfe eine ethische Zwickmühle

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In jedem Fall in der Gesellschaft, in Politik und dem gesetzlichen Rahmen, in der Philosophie, Weltanschauung, Religionen finden die Problematiken der Sterbehilfe deren zentralen Themen in den ethischen Debatten. In der Debatte treffen die Betrachtungsweisen, Voraussetzungen und Bewertung menschlichen Handelns und das methodische Nachdenken über die Moral und Ethischen Betrachtungen aufeinander - auf der einen Seite die christlichen Ethiken und andere dogmatische geistige Korsetts -  zum anderen liberalere Auffassung - bis hin zu Personen und Gruppen die Relativität oder Subjektivität aller Werte proklamieren oder Leuten von unterschiedlichsten und persönlichen Meinungen, die die Debatte ebenfalls prägend und bereichern Die unterschiedlichen Ethisch / Moralischen Bewertungen und Ansichten beruhen, so nehme ich es wahr, auf einem unterschiedlichen Menschenbild, aus dem jeweils eine andere moralische Forderung erwächst.  Politische Debatte Diese Debatte bzw nicht vollzogene Deba...

Kommentar zur Orientierungs­debatte im Bundestag über die Reform der Sterbehilfe - Mai 2022

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Der Bundestag hat Mitte Mai 2022, in einer Generalaussprache über Möglichkeiten zur Reform der Sterbehilfe beraten.  Hintergrund war und ist das Urteil des Bundesverfassungsgericht (BVerfG) aus Februar 2020, dass das2015 vom Bundestag beschlossene Verbot der organisierten Sterbehilfe gekippt und klargestellt hat, dass jeder Mensch ein Recht hat, selbstbestimmt zu sterben, auch mit Unterstützung Dritter. In der Generalaussprache des Bundestag hatten viele Redner das Selbstbestimmungsrecht der Bürger*innen hervor gehoben, auf den Lippen. Oft wurde dieses aber schon im Folgesatz eingeschränkt. In fast allen Reden wurde eine 'geeignete Beratungsinfrastruktur' zur Verfügung zu stellen um Suizide wo immer möglich zu verhindern. Wobei leider aus den Reden das Verhindern deutlicher betont wurde als die Hilfe die die Menschen brauchen / bräuchten. Manche Redner forderten einen Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung. Aber bei allen war deutlich - dass sich die Redner weder mit der P...