„Ich habe beschlossen zu sterben“ – Joseph Awuah-Darko und die Debatte um Sterbehilfe bei psychischen Leiden
Ich schreibe diesen Artikel heute – nur wenige Tage nach dem ursprünglich angekündigten Sterbedatum des britisch-ghanaischen Künstlers Joseph Awuah-Darko . Der 30. Juli sollte für ihn der Tag des freiwillig gewählten Todes sein. Er plante, in den Niederlanden mithilfe der dort legalen aktiven Sterbehilfe aus dem Leben zu scheiden – wegen einer therapieresistenten bipolaren Störung. Doch dieser Tag kam – und verging – ohne den angekündigten Abschied. Was bleibt, ist ein Projekt, das weltweit für Aufmerksamkeit, Berührung und auch Kontroverse sorgte: das „ Last Supper Project “ – eine dokumentierte Dinner-Tour durch die Wohnzimmer und Küchen fremder Menschen, die ihn zu einem letzten gemeinsamen Essen einluden. Was als Sterbebegleitung gedacht war, wurde zur Lebensreise. Zwischen Kunst, Krise und Kontroverse Awuah-Darko kündigte seinen Sterbewunsch nicht still oder im Privaten an, sondern öffentlich – über Instagram . In wenigen Wochen wurde er zur viralen Figur. Tausende Menschen ...