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Die stille Krise unserer Zeit? Psychische Erkrankungen nehmen zu und was wäre zu lernen?

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Psychische Gesundheit ist längst kein Randthema mehr. Sie betrifft Millionen Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Hintergrund. Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung, Traumafolgen und Suchterkrankungen sind keine Einzelfälle. Sie gehören inzwischen zu den großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Und viele Menschen haben das Gefühl: Es werden immer mehr. Die Frage ist: Täuscht uns / mich diese Wahrnehmung – oder zeigen die Daten tatsächlich eine Entwicklung? Die Antwort lautet, so denke ich: Beides spielt eine Rolle. Die Daten zeigen tatsächlich, dass psychische Belastungen und psychische Erkrankungen in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Gleichzeitig ist aber auch unser Umgang mit psychischer Gesundheit anders geworden: Menschen sprechen offener darüber, suchen häufiger Hilfe und Erkrankungen werden besser erkannt und diagnostiziert. Das bedeutet nicht jede steigende Zahl bedeutet automatisch, dass plötzlich viel mehr Menschen erkranken. Abe...

Buchrezension - Dürfen die das? – Der assistierte Suizid meiner Eltern

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Das assistierte Sterben gehört zu den Themen, über die in Deutschland intensiv diskutiert wird – häufig aus juristischer, medizinischer oder ethischer Perspektive. Inge Schumacher wählt einen anderen Zugang. Sie nähert sich dem Thema über die Geschichte ihrer eigenen Eltern und verbindet persönliche Erfahrungen mit sachlichen Informationen. Dürfen die das? – Der assistierte Suizid meiner Eltern Autorin:  Inge Schumacher Bereits der Titel Dürfen die das? greift eine Frage auf, die viele Menschen bewegt, wenn sie sich erstmals mit dem Thema beschäftigen. Auch der zweite Teil des Titel Der assistierte Suizid meiner Eltern ist bewusst gewählt und wirkt persönlich, ehrlich und unmittelbar.  Die Verbindung aus persönlicher Geschichte und sachlicher Einordnung macht das Buch aus meiner Sicht besonders lesenswert.  Es eignet sich für Menschen, die sich erstmals mit dem Thema beschäftigen, ebenso wie für Angehörige, die verstehen möchten, welche Fragen und Belastungen eine Ents...

Begrifflichkeit Suizid und Freitod – Sprache, Bilder und die Wirkung einzelner Begriffe

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Gute Kommunikation entsteht, wenn Sprache so gewählt wird, dass sie nicht nur Informationen vermittelt, sondern auch Bedeutung verständlich macht. Dazu gehören eine klare Wortwahl, der Kontext, die Struktur einer Aussage, die Berücksichtigung des Vorwissens der Zuhörenden sowie die Bereitschaft, nachzufragen und zuzuhören - und als Designer der nun einmal immer auch mit Kommunikation zu tun hat ist es die Prädisposition des Empfängers bzw. die Empfänglichkeit für die Information. Worte sind Träger für eine Kommunikation. Mit ihnen übertragen wir gedankliche Bilder, Vorstellungen und Bedeutungen. Je ähnlicher diese Bilder bei Sender und Empfänger sind, desto erfolgreicher ist Kommunikation. Der Gedanke, das Wissen darum, dass Wörter innere Bilder erzeugen, findet sich unter anderem in der Designtheorie, der Kommunikationspsychologie und der Linguistik. Ich bin studierter Architekt und Stadtplaner – und auch Gebäude kommunizieren. Seit vielen Jahrzehnten arbeite ich als Designer. Daher i...

Frankreich beschließt Gesetz zur Sterbehilfe – Nationalversammlung stimmt mit Mehrheit zu

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Frankreich hat einen historischen Schritt vollzogen. Die französische Nationalversammlung hat das Gesetz zur sogenannten aide à mourir  (Hilfe zum Sterben) mit 295 Ja-Stimmen gegen 232 Nein-Stimmen  verabschiedet. Nachdem sich Nationalversammlung und Senat zuvor nicht auf einen gemeinsamen Text einigen konnten, hatte die Nationalversammlung nach der französischen Verfassung das letzte Wort. Mit dem Beschluss erhält Frankreich erstmals eine gesetzliche Grundlage für die ärztlich begleitete Sterbehilfe. In eng begrenzten Ausnahmefällen soll künftig auch die Verabreichung einer tödlichen Substanz durch medizinisches Personal möglich sein. Damit geht Frankreich in einzelnen Punkten weiter als Deutschland und nähert sich den Regelungen in Belgien und den Niederlanden an. Das Gesetz ist zwar nun parlamentarisch beschlossen, tritt jedoch noch NICHT unmittelbar in Kraft . Zunächst müssen die vorgesehenen formellen Schritte abgeschlossen werden, bevor die neue Regelung tatsächlich ange...

Blaulicht für Blaulicht e.V. – ECHO: Wenn der Einsatz vorbei ist, die Gedanken aber bleiben

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Heute bin ich eher zufällig über Instagram auf den Kölner Verein Blaulicht für Blaulicht e.V. gestoßen. Genauer gesagt auf die Initiative ECHO – Einsatz. Chaos. Hilfe. Ordnung.   Ich habe sofort mir gedacht: Das ist eine Initiative, auf die ich meine Leser gerne aufmerksam machen möchte. Nicht jeder Einsatz endet mit Dienstschluss Ich finde, dieser Satz bringt etwas auf den Punkt, das viele Menschen außerhalb der Blaulichtwelt oft gar nicht wahrnehmen. Ein Einsatz endet vielleicht mit der Rückkehr auf die Wache oder dem Feierabend, dem Ablegen der Dienstkleidung, mit der Dusche ... jede/ jeder hat da seine, so hoffe ich , sein eigenes Ritual –  aber ... Für den Kopf gilt das nicht immer. Es gibt Einsätze, die verarbeitet man problemlos. Andere begleiten einen noch lange. Bilder, Gerüche, Gespräche oder Entscheidungen können plötzlich wieder präsent sein – manchmal erst Stunden oder Tage später, manchmal sogar deutlich später. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es zeigt ...

Fünf Jahre nach der Flut: Bevölkerungsschutz beginnt lange vor der Katastrophe

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Wenn ich heute an die Flutkatastrophe im Juli 2021 denke, denke ich nicht zuerst an Bilder aus den Nachrichten. Ich denke an die Erft. Ich bin in Grevenbroich geboren und aufgewachsen. Die Erft gehört zu meiner Heimat. Auch wenn meine Heimatstadt selbst nicht zu den am stärksten betroffenen Orten gehörte, hat mich die Katastrophe an der Erft tief bewegt. Unstrittig ist, dass die Katastrophe  an der Ahr in jedem Fall jeden bewegt hat. Sie hat uns allen vor Augen geführt, wie schnell sich vermeintliche Sicherheit verändern kann. Vor allem aber hat sie gezeigt, was es zum Schutz der Bevölkerung wirklich braucht und ja es sind auch Fahrzeuge, Einrichtungen, Material und Equipment und auch Gebäude - aber in jedem Fall und für jeden Fall braucht es Menschen. Während der Flut waren es Zehntausende Helferinnen und Helfer, die über Tage und Wochen im Einsatz standen. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdien...

Hitze ist mehr als Wetter – was wir von Europas Hitzeschutz lernen können

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In diesem Artikel möchte ich gerne auf das eingehen, was wir von Europas Umgang mit Hitze lernen können Hitze als Gesundheitskrise verstehen – nicht erst, wenn Rettungsdienste an ihre Grenzen kommen. Die Hitzeperiode Ende Juni 2026 war eine der außergewöhnlichsten der vergangenen Jahre. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) führte sie nach aktuellen Modellschätzungen zu rund 5.100 hitzebedingten Todesfällen in Deutschland. Die tatsächlichen Auswirkungen könnten jedoch noch höher liegen: Das Statistische Bundesamt schätzt für die Kalenderwoche 26 (22.–28. Juni) eine Übersterblichkeit von etwa 6.800 Fällen – also deutlich mehr Todesfälle, als in diesem Zeitraum üblicherweise zu erwarten wären.  Wochenbericht zur Hitzemortalität des RKI   In meinen beiden vergangenen Artikeln habe ich darüber geschrieben, warum mich die aktuellen Außergewöhnlichen Einsatzlagen während der Hitzewelle nachdenklich machen. Nicht die hohen Temperaturen allein beschäftigen mich, sondern das, wa...