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Wenn 39 Grad im Rettungswagen zur Realität werden

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Wenn andere bei großer Hitze Schutz im Schatten suchen, beginnt für viele Einsatzkräfte die eigentliche Belastung erst. Die ZEIT hat Anfang August zwei Notfallsanitäterinnen des ASB Mannheim während einer hochsommerlichen Schicht begleitet. Bereits am Abend zeigte das Thermometer im Rettungswagen noch 39,2 Grad . Die Reportage macht deutlich, was viele Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst seit Jahren erleben: Extreme Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr – sie gehört zunehmend zum Arbeitsalltag. Mich freut, dass dieses Thema inzwischen auch in den überregionalen Medien Aufmerksamkeit erhält. Denn Hitze bedeutet nicht nur mehr Einsätze. Sie fordert auch diejenigen, die anderen helfen – körperlich und psychisch. Genau darüber habe ich in den vergangenen Wochen mehrfach geschrieben. Nicht, weil Hitze ein neues Thema wäre, sondern weil sie sichtbar macht, wie sehr Rettungsdienst, Krankenhäuser und Pflege unter den Folgen des Klimawandels und des Personalmangels stehen. Wer si...

Psychosoziale Notfallversorgung – Podcast Teil 2: PSNV in Großschadenslagen

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Ich wollte auch kurz den Titel nennen: Psychosoziale Notfallversorgung hautnah – Podcast Teil 2: Wenn jede Einsatzlage individuell ist - habe mich aber dann umentschieden. Mit dem zweiten Teil des Podcasts „PSNV in Großschadenslagen“  setzt das BayZBE das Gespräch mit Andrea Hirth, Einsatzleiterin der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) beim Anschlag in München am 13. Februar 2025, fort. Während sich der erste Teil vor allem mit den Strukturen und der Organisation der PSNV beschäftigte, geht es diesmal noch stärker um die praktische Arbeit im Einsatz, die Zusammenarbeit mit anderen Blaulichtorganisationen sowie die Menschen, die hinter der Psychosozialen Notfallversorgung stehen. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet außerdem die Psychosoziale Akuthilfe (PSAH), die Andrea Hirth mehrfach anspricht und deren Bedeutung für die ersten Stunden nach einem belastenden Ereignis eindrucksvoll beschreibt. Jede Einsatzlage ist besonders – Eine Aussage von Andrea Hirth ist mir besonders im Ge...

Wenn Psychotherapie zum Luxus wird – warum die geplanten Kürzungen uns alle betreffen

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Erst vor wenigen Tagen habe ich darüber geschrieben, dass psychische Erkrankungen längst zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit gehören. ( Die stille Krise unserer Zeit? ) Die Daten zeigen seit Jahren einen steigenden Bedarf an Unterstützung, Therapie und Prävention. Gleichzeitig sprechen Menschen heute offener über ihre psychischen Belastungen und suchen häufiger professionelle Hilfe. Ausgerechnet die psychotherapeutische Versorgung könnte in den kommenden Jahren erheblich eingeschränkt werden. Ich musste die Nachrichten und  Bericht der letzten Zeit mehrmals lesen und auch das Kleingedruckte, was ja so oft im Leben entscheidend ist. Ich fragt mich, in welcher Gesellschaft wollen wir leben? Und JA mir sind die finanziellen Herausforderungen unseres Gesundheitssystems recht klar und ich unterschätze diese nicht. Während wir einerseits immer deutlicher erkennen, welche Bedeutung psychische Gesundheit für unsere Gesellschaft hat, diskutieren wir andererseits d...

Die stille Krise unserer Zeit? Psychische Erkrankungen nehmen zu und was wäre zu lernen?

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Psychische Gesundheit ist längst kein Randthema mehr. Sie betrifft Millionen Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Hintergrund. Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung, Traumafolgen und Suchterkrankungen sind keine Einzelfälle. Sie gehören inzwischen zu den großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Und viele Menschen haben das Gefühl: Es werden immer mehr. Die Frage ist: Täuscht uns / mich diese Wahrnehmung – oder zeigen die Daten tatsächlich eine Entwicklung? Die Antwort lautet, so denke ich: Beides spielt eine Rolle. Die Daten zeigen tatsächlich, dass psychische Belastungen und psychische Erkrankungen in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Gleichzeitig ist aber auch unser Umgang mit psychischer Gesundheit anders geworden: Menschen sprechen offener darüber, suchen häufiger Hilfe und Erkrankungen werden besser erkannt und diagnostiziert. Das bedeutet nicht jede steigende Zahl bedeutet automatisch, dass plötzlich viel mehr Menschen erkranken. Abe...

Buchrezension - Dürfen die das? – Der assistierte Suizid meiner Eltern

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Das assistierte Sterben gehört zu den Themen, über die in Deutschland intensiv diskutiert wird – häufig aus juristischer, medizinischer oder ethischer Perspektive. Inge Schumacher wählt einen anderen Zugang. Sie nähert sich dem Thema über die Geschichte ihrer eigenen Eltern und verbindet persönliche Erfahrungen mit sachlichen Informationen. Dürfen die das? – Der assistierte Suizid meiner Eltern Autorin:  Inge Schumacher Bereits der Titel Dürfen die das? greift eine Frage auf, die viele Menschen bewegt, wenn sie sich erstmals mit dem Thema beschäftigen. Auch der zweite Teil des Titel Der assistierte Suizid meiner Eltern ist bewusst gewählt und wirkt persönlich, ehrlich und unmittelbar.  Die Verbindung aus persönlicher Geschichte und sachlicher Einordnung macht das Buch aus meiner Sicht besonders lesenswert.  Es eignet sich für Menschen, die sich erstmals mit dem Thema beschäftigen, ebenso wie für Angehörige, die verstehen möchten, welche Fragen und Belastungen eine Ents...

Begrifflichkeit Suizid und Freitod – Sprache, Bilder und die Wirkung einzelner Begriffe

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Gute Kommunikation entsteht, wenn Sprache so gewählt wird, dass sie nicht nur Informationen vermittelt, sondern auch Bedeutung verständlich macht. Dazu gehören eine klare Wortwahl, der Kontext, die Struktur einer Aussage, die Berücksichtigung des Vorwissens der Zuhörenden sowie die Bereitschaft, nachzufragen und zuzuhören - und als Designer der nun einmal immer auch mit Kommunikation zu tun hat ist es die Prädisposition des Empfängers bzw. die Empfänglichkeit für die Information. Worte sind Träger für eine Kommunikation. Mit ihnen übertragen wir gedankliche Bilder, Vorstellungen und Bedeutungen. Je ähnlicher diese Bilder bei Sender und Empfänger sind, desto erfolgreicher ist Kommunikation. Der Gedanke, das Wissen darum, dass Wörter innere Bilder erzeugen, findet sich unter anderem in der Designtheorie, der Kommunikationspsychologie und der Linguistik. Ich bin studierter Architekt und Stadtplaner – und auch Gebäude kommunizieren. Seit vielen Jahrzehnten arbeite ich als Designer. Daher i...

Frankreich beschließt Gesetz zur Sterbehilfe – Nationalversammlung stimmt mit Mehrheit zu

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Frankreich hat einen historischen Schritt vollzogen. Die französische Nationalversammlung hat das Gesetz zur sogenannten aide à mourir  (Hilfe zum Sterben) mit 295 Ja-Stimmen gegen 232 Nein-Stimmen  verabschiedet. Nachdem sich Nationalversammlung und Senat zuvor nicht auf einen gemeinsamen Text einigen konnten, hatte die Nationalversammlung nach der französischen Verfassung das letzte Wort. Mit dem Beschluss erhält Frankreich erstmals eine gesetzliche Grundlage für die ärztlich begleitete Sterbehilfe. In eng begrenzten Ausnahmefällen soll künftig auch die Verabreichung einer tödlichen Substanz durch medizinisches Personal möglich sein. Damit geht Frankreich in einzelnen Punkten weiter als Deutschland und nähert sich den Regelungen in Belgien und den Niederlanden an. Das Gesetz ist zwar nun parlamentarisch beschlossen, tritt jedoch noch NICHT unmittelbar in Kraft . Zunächst müssen die vorgesehenen formellen Schritte abgeschlossen werden, bevor die neue Regelung tatsächlich ange...