Wenn das Loslassen zum inneren Widerspruch wird — Ambivalenz bei Angehörigen, Pflegenden und im medizinischen Umfeld
In meinem Blog habe ich viel über Ambivalenz geschrieben — die innere Zerrissenheit von Menschen, die über ihren eigenen Tod nachdenken. Gleichzeitig lebend-und-sterbend-wollend, gleichzeitig erschöpft und noch verankert. Diese Ambivalenz der sterbewilligen Person ist real, sie ist menschlich, sie verdient Raum. Aber es gibt eine zweite Ambivalenz, über die wir kaum sprechen: die der Menschen, die danebenstehen. Daran erinnerte mich gestern die Vorträge, und anschließende Diskussion, vom Netzwerk Suizidprävention und verantwortbarer Umgang mit Anfragen nach Assistenz bei der Selbsttötung in Sachsen-Anhalt (NEVAS) mit dem Titel Suizidalität und Suizidprävention im Kontext von Anfragen nach Suizidassistenz, durch Dr. Tim Krause, Prof. Dr. Stefan Watzke. Angehörigen: Zwischen Verstehen und Festhalten Wer einen Menschen liebt, der den Weg der Sterbehilfe wählt, erlebt oft etwas, für das es keine einfache Sprache gibt: Man kann den Wunsch verstehen – und sich trotzdem verlassen f...