Ein leiser Film über große Fragen: „La Grazia“, Würde und das Recht auf den eigenen Abschied
La Grazia – ein italienischer neuer Kinofilm von Regisseur Paolo Sorrentino; der Titel bedeutet auf Deutsch „Die Anmut“ oder „Die Gnade“ und demnächst auch in Deutschland in den Kinos anläuft. Das fiktive Drama schildert die letzten Tage eines fiktiven italienischen Staatspräsidenten im Amt, in denen er sich mit einem Gesetz zur Sterbehilfe sowie zwei zweifelhaften Gnadengesuchen auseinandersetzen muss. Toni Servillo verkörpert die Hauptfigur. Premiere feierte der Film als Eröffnungsfilm der Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Paolo Sorrentinos „La Grazia“ ist auf den ersten Blick ein politisches Drama: Ein Präsident steht vor Entscheidungen, die moralisch, juristisch und gesellschaftlich kaum schwerer sein könnten. Doch wer den Film, ggf, so sieht wie ich es tat, merkt, dass Politik hier nur die Oberfläche ist. In Wahrheit erzählt Sorrentino etwas viel Grundsätzlicheres – über Menschlichkeit , über Zweifel und darüber, wie schwer es ist, über Leben, das Le...