Selbstbestimmung am Lebensende – Wie gehen wir als Gesellschaft mit Leid um, das wir nicht vollständig lösen können?
In wenigen Tagen jährt sich das Gehen meiner Frau zum fünften Mal, vor fünf Jahren konnte meine Frau nach elf Jahren dauerhafter, wohlerwogener und selbstbestimmter Auseinandersetzung mit ihrem Sterbewunsch ihren letzten großen Willen umsetzen. Im Kreis ihrer engsten Angehörigen und Freunde öffnete sie die Infusion, lächelte mich ein letztes Mal an und ging ihren eigenen Weg. Seit diesem Tag engagiere ich mich dafür, über Selbstbestimmung am Lebensende, über Suizidalität, über Sterbewünsche und über die Menschen zu sprechen, die von solchen Entscheidungen betroffen sind. Ich versuche Verständnis zu fördern, Informationen bereitzustellen und auch jene sichtbar zu machen, die häufig im Hintergrund bleiben: die Helfenden. Denn unabhängig davon, wie man persönlich zu diesen Themen steht – sie berühren Menschen auf eine Weise, die existenzieller kaum sein könnte. Und mit jedem Jahr, das seit dem Tod meiner Frau vergangen ist, beschäftigt mich eine Frage mehr als viele andere: Wie gehen wir ...