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Weg zur Freiverantwortlichkeit - Teil 4 - Von der Dokumentation zur Rechtssicherheit – warum frühzeitige Gespräche alle Beteiligten schützen

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Je intensiver ich mich mit dem Thema Sterbehilfe und damit immer mit der Freiverantwortlichkeit beschäftige, desto mehr wächst in mir die Überzeugung, dass wir häufig erst dann beginnen, über Sterben und Sterbehilfe zu sprechen, über die Feststellung der Freiverantwortlichkeit  nachzudenken, wenn eine Entscheidung bereits unmittelbar bevorsteht. Ich sehe dies in der Begleitung und Information rund um die Sterbehilfe die ich in Einrichtungen mache, bei meinen Blaulichtkollegen und auch bei meinen Beratungen von Arztpraxen.  Eigentlich müsste genau das Gegenteil der Fall sein. Freiverantwortlichkeit entsteht nicht an einem Tag Ein Sterbewunsch entwickelt sich in den seltensten Fällen von heute auf morgen. Weil wenn dies der Fall ist sind wir in aller Regel im Bereich der Suizidalität. Freitodwünsche entstehen über Monate oder eher meist über Jahre – bei meiner Frau waren es über 10 fast 11 Jahre. In dieser Zeit sprechen viele Betroffene mit ihrem Hausarzt, mit behandelnden ...

Weg zur Freiverantwortlichkeit - Teil 3 - Wie prüfen Ärztinnen und Ärzte die Freiverantwortlichkeit?

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Nachdem ich in den beiden vorhergehenden Beiträgen erläutert habe, warum Freiverantwortlichkeit bereits lange vor einem möglichen Gutachten entsteht und worin sich eine ärztliche Bescheinigung von einem Gutachten unterscheidet, möchte ich nun die eigentliche Frage beantworten. Wie wird Freiverantwortlichkeit in der Praxis überhaupt geprüft? Viele Menschen stellen sich darunter ein einzelnes Gespräch oder einen kurzen psychiatrischen Test vor. Tatsächlich ist eine sorgfältige Prüfung deutlich umfangreicher, was meine Leser des zweiten Artikel sicherlich bereits erahnt haben. Sie besteht in der Regel aus mehreren Gesprächen, wenn mir auch einige Fälle die alle den Freitodweg gegangen sind die nur ein oder zwei Gespräche hatten, medizinischen Einschätzungen und einer nachvollziehbaren Dokumentation. Das Ziel ist dabei immer dasselbe: Nicht die Entscheidung eines Menschen zu bewerten, hier besteht bei den meisten Sterbewilligen ein Missverständnis, sondern festzustellen, ob diese Entscheid...

Weg zur Freiverantwortlichkeit - Teil 2 - Bescheinigung oder Gutachten? Was ist der Unterschied – und wann ist was sinnvoll?

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Nachdem ich im ersten Beitrag erläutert habe, warum Freiverantwortlichkeit nicht erst am Tag einer Begutachtung entsteht, sondern idealerweise über einen längeren Zeitraum ärztlich begleitet und dokumentiert wird, stellt sich zwangsläufig die nächste Frage: Braucht es am Ende immer ein psychiatrisches Gutachten – oder kann auch eine ärztliche Bescheinigung ausreichen? Diese Frage beschäftigt viele Betroffene ebenso wie Ärztinnen und Ärzte. Die Antwort ist jedoch weniger einfach, als häufig angenommen wird. Das Ziel ist bei beiden identisch Ob Gutachten oder Bescheinigung – beide verfolgen letztlich denselben Zweck: Sie sollen nachvollziehbar dokumentieren, dass eine Person ihre Entscheidung frei, ernsthaft, informiert und eigenverantwortlich getroffen hat. Geprüft werden dabei dieselben wesentlichen Kriterien: Einsichts- und Urteilsfähigkeit, Freiheit von äußerem Druck, Dauerhaftigkeit und Stabilität des Sterbewunsches, informierte Entscheidung nach umfassender Aufklärung. Der Untersc...

Weg zur Freiverantwortlichkeit - Teil 1 - Freiverantwortlichkeit beginnt nicht erst mit einem Gutachten

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Freiverantwortlichkeit beginnt nicht erst mit einem Gutachten Wenn darüber diskutiert wird, ob für eine Freitodbegleitung zwingend ein psychiatrisches Gutachten erforderlich ist. Dabei wird häufig die falsche Frage gestellt. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob am Ende ein Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung vorliegt. Entscheidend ist vielmehr, ob die Freiverantwortlichkeit eines Menschen sorgfältig, nachvollziehbar und über einen angemessenen Zeitraum dokumentiert werden konnte oder kann. Freiverantwortlichkeit entsteht nicht an dem Tag, an dem ein Gutachter den Patienten zum ersten Mal sieht. Sie zeigt sich häufig bereits lange zuvor – in vielen Gesprächen mit Hausärzten, behandelnden Fachärzten, Psychologen oder anderen Personen bei denen man in Behandlung ist. Wer frühzeitig offen über Gedanken und Wünsche spricht, über was einen selbst Leben lebenswert macht, und dann in diesem Zug und Zusammenhang ausspricht, diskutiert was dies alles nicht ist, und was die eigene Wer...

Hitze ist nicht nur unangenehm – sie kann lebensgefährlich werden (Serie zur Hitze 3/3)

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Wenn die Temperaturen über mehrere Tage hoch bleiben, bedeutet das für unseren Körper Schwerstarbeit. Um die Körpertemperatur konstant zu halten, verlieren wir viel Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Wer zu wenig trinkt, dessen Blut wird konzentrierter und fließt weniger gut. Dadurch steigt das Risiko für Kreislaufprobleme, Blutgerinnsel, Schlaganfälle und Herzinfarkte. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Menschen mit Demenz, Schwangere und Haustiere. Gerade ältere Menschen und Menschen mit Demenz verspüren häufig weniger Durst. Deshalb trinken sie oft zu wenig, ohne es selbst zu bemerken. So schützt ihr euch und andere 💧 Trinkt regelmäßig Wasser – auch ohne Durstgefühl. 🥗 Esst lieber mehrere kleine, leichte Mahlzeiten statt schwerer Speisen. 🚫 Verzichtet möglichst auf Alkohol und stark zuckerhaltige Getränke. ☀️ Meidet die direkte Sonne, besonders zwischen 11 und 17 Uhr. 👒 Tragt helle, luftige Kleidung und schützt euren Kop...

Wenn Hitze auf die Psyche trifft (Serie zur Hitze 2/3)

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An heißen Sommertagen hören wir immer wieder dieselben Empfehlungen: viel trinken, die Mittagssonne meiden, körperliche Anstrengung reduzieren. Das ist wichtig – aber Hitze wirkt nicht nur auf unseren Körper. Sie beeinflusst auch unsere Gedanken, Gefühle und unser Verhalten. Vielleicht kennst du das selbst. Du schläfst seit einigen Nächten schlecht, weil die Wohnung nicht abkühlt. Tagsüber fehlt die Energie, Kleinigkeiten bringen dich schneller aus der Ruhe und selbst einfache Aufgaben fühlen sich anstrengend an. Man ist gereizter, ungeduldiger oder erschöpft, ohne genau sagen zu können, warum. Das ist keine Einbildung. Unser Körper arbeitet bei großer Hitze ständig daran, seine Temperatur zu regulieren. Dieser zusätzliche Energieaufwand kostet Kraft. Gleichzeitig führt schlechter Schlaf dazu, dass unser Gehirn Stress schlechter verarbeitet. Emotionen werden intensiver erlebt, die Konzentration sinkt und unsere Belastbarkeit nimmt ab. Menschen mit psychischen Erkrankungen spüren diese ...

Wenn Hitze mehr ist als Sommerwetter (Serie zur Hitze 1/3)

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Draußen ist es heiß – über 36, 37 Gradam Wochenende oll die 4 vorne stehen, gefühlt oft noch mehr. Für viele bedeutet das Sommer, Sonne und Zeit im Freien. Ich selbst bin eher Wintermensch. Als ehemaliger Schlittenhundler liegt mir Kälte einfach näher. Der Sommer ist für mich in Ordnung – aber extreme Hitze hat immer auch eine andere Seite. Ich selbst nehme solche Tage auch aus der Perspektive des Rettungsdienstes wahr. Ich denke an solchen Tagen auch an meine Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst und an die Einsätze, die bei diesen Temperaturen deutlich anstrengender werden. Denn im Einsatz zeigt sich schnell: Die Belastung durch Hitze ist nicht theoretisch. Sie ist körperlich spürbar – bei jedem Schritt, bei jeder Bewegung, bei jeder Minute im Einsatz. Seit vielen Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich im Rettungsdienst wieder, sowie in der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Außerdem bin ich Teil der Motorradstaffel des ASB Karlsruhe. Diese unterschiedlichen Aufgaben haben...