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Gedanken zum gemeinsamen Freitod von Alice und Ellen Kessler

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Wenn Selbstbestimmung bis zum letzten Atemzug reicht Es gibt Themen, die wir als Gesellschaft oft meiden, obwohl sie zutiefst menschlich sind. Seit dem Freitod meiner Frau setze ich mich auf vielen Ebenen damit auseinander – im Austausch mit Organisationen, politischen Entscheidungsträgern und vor allem mit den betroffenen Menschen selbst. Einer dieser zentralen Aspekte ist der Freitod: nicht als impulsive Verzweiflungstat, sondern als bewusste, selbstbestimmte Entscheidung am Ende eines gelebten Lebens. Genau deshalb vertausche ich in meinem Blog im Regelfall nie das Wort Suizid mit Freitod , denn das Wort Suizid es trägt ein völlig anderes Bild und Verständnis in sich – eines von Schmerz, Isolation und innerer Not. Der Begriff Freitod hingegen beschreibt Freiverantwortlichkeit, Würde und Autonomie. Der gemeinsame Freitod der Kessler-Zwillinge - wie publiziert ist das gewählte Todesdatum heute am  17. November gewesen - und diese beiden Frauen haben mit deren freien Entscheidung...

In Würde gehen – Niki Glattauer – selbstbestimmtes Sterben und die Debatte um Freitod

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Der Tod des österreichischen Autors, Lehrers und Publizisten  Niki Glattauer  hat in unserem Nachbarland eine wichtige und zugleich sensible Debatte neu entfacht: Wie sprechen wir über das Lebensende – und was bedeutet ein selbstbestimmter Abschied? Glattauer, in Österreich eine prominente Stimme im Bildungsdiskurs und Bruder des bekannten Schriftstellers  Daniel Glattauer  ( "Gut gegen Nordwind" ), ist kürzlich seinem schweren Krebsleiden erlegen. Doch nicht einfach so. Er hat seinen Tod bewusst vorbereitet – begleitet, geplant, offen. In Interviews sprach er offen darüber, dass er sich für einen Freitod durch  assistiertes Sterben  entschieden hatte – mit einem konkreten Datum. Damit wollte er nicht nur für sich selbst einen gangbaren Weg finden, sondern auch ein Zeichen setzen: für Offenheit, Enttabuisierung und Menschlichkeit im Umgang mit einem Thema, das oft verschwiegen oder moralisch aufgeladen wird. Zwischen Suizidprävention und Selbstbestimmung Au...

Urteil gegen Dr.Spittler - Prinzipien der Freiverantwortlichkeit in der Sterbehilfe bei psychisch erkrankten Menschen

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Das Urteil gegen den über 80-jährigen Neurologen und Psychiater Dr. Johann Spittler rückt einen hochsensiblen Bereich der medizinischen und ethischen Praxis ins Rampenlicht: die Sterbehilfe, insbesondere bei Menschen mit psychischen Erkrankungen ( siehe auch mein Artikel von kürzlich ). Während das Thema selbst in Deutschland auch kontrovers diskutiert wird, sagt das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus 2020, wie entscheidend die Prinzipien der Freiverantwortlichkeit, Dauerhaftigkeit und Wohlerwogenheit eines Sterbewunsches sind, aber auch dass wir in Deutschland einen guten Rahmen haben was erlaubt und möglich ist. Dies bestätigen viele Sterbebegleitungen seit dem Urteil ( Siehe hierzu die Zahlen aus 2024 und die Jahre zuvor ). Es zeigt zudem, wie diese Grundsätze trotz einer grundsätzlich wohlwollenden Haltung gegenüber der Sterbehilfe vor allem einen Schutzrahmen für vulnerable Personen darstellen. Der Fall: Eine Gratwanderung zwischen Mitleid und Recht Dr. Johann Spittler, ein r...

Lebensfreude und Abschied: Kahnemans letzte Tage in Paris - Sein Weg zu einem würdevollen Sterben

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Vor knapp einem Jahr verstarb der Nobelpreisträger Daniel Kahneman, kurz nach seinem 90. Geburtstag. Seit den 1970er Jahren hatte er das menschliche Verhalten und die Entscheidungsfindung erforscht, erlangte Berühmtheit, als er 2002 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurde, und wohl bekannt wurde durch seinen Bestseller "Thinking Fast and Slow". Er war bekannt und renommiert als Experte für Entscheidungsfindung - somit ist seine klare Entscheidung, wie ich finde für einen selbstbestimmten, wohlerwogenen und würdevollen Tod in der Schweiz um so verständlicher.  Seine letzten Tage verbrachte er in Paris – bewusst, erfüllt und still. Im März 2024 feierte er seinen 90. Geburtstag, umgeben von seiner Partnerin Barbara Tversky, seiner Tochter und deren Familie. Der israelisch-US-amerikanische Psychologe genoss die Schönheit der Stadt, besuchte Museen und das Ballett, und kostete Soufflés und Schokoladenmousse. Es waren Tage voller Leben und Genuss.Ein Genuss den ich bei al...

Abschied von einer Legende: Alain Delon ist selbstbestimmt gestorben

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Selbstbestimmt leben und sterben - ein Wunsch, den viele Menschen hegen. Nun wird es wohl so sein, dass Diejenigen die diesen Schritt tun konnten um ein prominentes Gesicht reicher sind. Medienberichten zufolge soll Schauspiel-Legende Alain Delon seinen Sohn Anthony gebeten haben, die nötigen Schritte für eine Sterbehilfe einzuleiten. Alain Delon hatte 2019 mehrere Schlaganfälle und eine Hirnblutung erlitten und war seither gesundheitlich schwer angeschlagen. 2022 soll der Schauspieler daher um Sterbehilfe gebeten haben. Zwei Zitate von Alain Delon " Sterbehilfe ist die logischste und natürlichste Sache. Ab einem bestimmten Alter und Moment haben wir das Recht, diese Welt ohne die Unterstützung eines Krankenhauses oder lebenserhaltender Geräte stillschweigend zu verlassen ", Ab einem bestimmten Alter und einem bestimmten Zeitpunkt habe jeder Mensch das Recht, friedlich aus dieser Welt zu scheiden - " ohne die Unterstützung eines Krankenhauses oder lebenserhaltender Gerät...

Françoise Hardy sprach sich für Sterbehilfe aus

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Wer sich mit französischen Chansons beschäftigt hat kennt Edith Piaf , Charles Aznavour, Serge Gainsbourg, Juliette Gréco und auch Françoise Hardy. Die Chansonnière Françoise Hardy ist nun gestorben, sie setzte sich immer wieder für das Thema Sterbehilfe ein. Sie war seit 2004 an unheilbarem Krebs erkrankt und meldete sich immer wieder zu diesem Thema zu Wort. „Jemanden, der unheilbar krank ist, unerträglich leiden zu lassen, bis er stirbt, ist unmenschlich,“ sagte sie in einem Interview mit der dpa. Im Herbst 2018 war bei Françoise Hardy zum zweiten Mal Krebs diagnostiziert worden. Heute fühlt sich die 77-Jährige „dem Ende nah“ und denkt aufgrund extremer Schmerzen an Sterbehilfe. Ihr Sohn Thomas Dutronc postete die Todesmeldung „Maman est partie …“ (Mama ist weg) in Instagram. ( https://www.instagram.com/thomas.dutronc/p/C8Fw4bDoQBu/ ) Jahrelanger Kampf mit dem Krebs Für die 77-jährige Sängerin war es bereits die zweite Krebsdiagnose. Seit Mitte der 2000er Jahre kämpfte Hardy mit der...

Gedanken zur Sterbehilfe - März 2024

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Beim Verfolgen und Einlesen in die aktuellen Verfahren gegen Dr. Turowski und das Urteil welches vor kurzem gegen den Psychiater Johann Spittler erging, finden sich leider Parallelen die verschiedenste Gedanken bei mir auslösen. Am offensichtlichsten ist der Auslöser für die Verfahren: Beide Ärzte kamen vor Gericht, da sie Patienten mit psychischen Krankheiten, die den Wunsch zu sterben begründeten, bei ihrem Tod unterstützten. Im Fall von Spittler, der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie ist, entschied das Gericht, dass die psychische Krankheit Oliver H.'s, dem an Wahnvorstellungen litt, seinen „freien Willen“ aufhob. Daher hätte Spittler ihm keine Infusion zur Verfügung stellen dürfen, die Oliver H., wie das Gesetz es auch vorschreibt, selbst aktiviert, geöffnet hat. Dr. Turowski, 74, steht vor Gericht, weil er einer stark depressiven Patientin half, sich das Leben zu nehmen, ob durch deren Krankheit deren Fähigkeit zum „freien Willen“ eingeschränkt steht im Zentrum des Verfa...