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Showing posts with the label Palliativmedizin

25. September: Zwischen Lebensschutz und Selbstbestimmung

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Vom 10. September bis zum 10. Oktober liegt ein Zeitraum, der wie kaum ein anderer dazu zwingt, über Leben, Leiden, Selbstbestimmung und Sterben zu sprechen. Am 10. September steht mit dem Welttag der Suizidprävention die Frage im Mittelpunkt, wie wir Menschen in akuten Krisen erreichen, auffangen und schützen können. Einen Monat später, am 10. Oktober , rückt der Welttag der seelischen Gesundheit die psychische Gesundheit ins Zentrum. Flankiert wird dieser Zeitraum vom Welthospiztag , vier Tage später, der den Blick auf die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen richtet. Doch zwischen diesen Tagen klafft eine gesellschaftliche Lücke. Und vielleicht ist genau diese Lücke der Ort, an dem wir endlich miteinander sprechen müssen. Der 25. September – die ungefähre Mitte dieses Zeitraums könnte für eine Debatte stehen, der wir uns bislang nur unzureichend stellen: Wo endet Suizidprävention und wo beginnt das Recht auf selbstbestimmtes Sterben? Kein Gegensatz, sondern ein Spannu...

Notfall-Palliativversorgung: Wenn Rettung nicht immer Transport bedeuten muss

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Ich denke, dass Notfall-Palliativversorgung Schule machen sollte.Vor einigen Wochen hatte ich ein Vorgespräch zu einem Vortrag mit dem leitenden Arzt des Zentrums für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf. Wir sprachen dabei auch über Notfall-Palliativversorgung. Ich habe mich sehr über das gefreut, was er mir dazu erzählt hat. Denn damit lief er bei mir offene Türen ein. Wenn im Notfall die Nummer 112 gewählt wird, zählt jede Sekunde. Es geht um schnelle Hilfe und ein starkes Team – ob wir vom Rettungsdienst mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Rettungsdienst oder aus den Krankenhäusern zusammenarbeiten oder mit Feuerwehr und Polizei. Mit meinen inzwischen doch einigen Jahren Erfahrung im Rettungsdienst ist mir dabei eines immer wichtiger geworden: der ganzheitliche Blick auf den Menschen. Nicht nur auf seine Vitalwerte und die akute Erkrankung, sondern auch auf Lebensqualität, Würde und den Willen der Patientinnen und Patienten. Und das betrifft nicht nur die Betroffene...

Sterbehilfe zwischen Freiheit und Verantwortung – Was Quebec uns lehren kann

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Sterbehilfe zwischen Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung – Was wir von Quebec lernen können Zwei Artikel der New York Times vom 23. Juni 2026, über die Entwicklung der Sterbehilfe in der kanadischen Provinz Quebec haben mich in den vergangenen Tagen besonders beschäftigt - Online konnte ich ich sie nicht finden. Die Berichte beleuchten Quebecs weltweite Vorreiterrolle beim assistierten Sterben und die wachsende gesellschaftliche Debatte darüber. Sie haben mich dazu angeregt, über Chancen, Grenzen und mögliche Folgen dieser Entwicklung nachzudenken – und schließlich diesen Artikel zu schreiben. Als Befürworter der Sterbehilfe halte ich es für richtig, dass Menschen selbst über ihr Leben und  Lebensende entscheiden dürfen. Das Recht auf ein würdevolles und selbstbestimmtes Sterben ist für mich Ausdruck menschlicher Freiheit und Würde. Gleichzeitig zeigt der Blick nach Quebec, dass jede gesellschaftliche Öffnung für Sterbehilfe neue Fragen aufwirft. Die dortige Entw...

Fachliche Empfehlungen zur Suizidprävention: ein wichtiges Papier, das gehört werden sollte

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Über LinkedIn bin ich auf die „Fachlichen Empfehlungen für eine Verbesserung der Suizidprävention in Deutschland“ aufmerksam geworden, durch Ute Lewitzka , Expertin für Suizidologie und Suizidprävention sowie Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Ich habe das Papier mit großem Interesse gelesen – und vor allem mit großer Wertschätzung für die Arbeit der beteiligten Fachleute. Denn dieses Empfehlungspapier macht wieder einmal so deutlich: Suizidprävention ist keine Randaufgabe, kein kurzfristiges Projekt und auch keine rein medizinische Frage. Suizidprävention ist eine gesamtgesellschaftliche, gesundheitspolitische und strukturelle Daueraufgabe. Hinter jedem Suizid stehen nicht nur Zahlen, sondern Menschenleben – und ein großes Umfeld aus Angehörigen, Freund*innen, Kolleg*innen und Helfenden, das häufig langfristig mitbetroffen ist. Das Papier benennt acht zentrale Baustellen, wenn ich mich nicht vertue, sehr klar: Es fordert unter anderem eine bundesweit koordinierte und ...

Sterben begleiten – Sterbehilfe, Sterbebegleitung, Palliativversorgung und Hospizarbeit

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Das Lebensende gehört zum Leben. Und trotzdem sprechen wir viel zu selten darüber. Oft werden die Begriffe Sterbehilfe, Sterbebegleitung, Palliativmedizin und Hospizarbeit  miteinander vermischt, obwohl sie sehr unterschiedliche Dinge beschreiben. Vielleicht braucht es deshalb gar nicht immer eine große philosophische Diskussion, sondern zunächst einmal ein gemeinsames Verständnis davon,  was was ist . Denn nur wenn wir die Begriffe kennen, können wir auch offen darüber sprechen, was wir für uns selbst wünschen. Und vielleicht kann genau das helfen, Angst zu nehmen und Selbstbestimmung zu ermöglichen. 1. Sterbehilfe und Freitodbegleitung Sterbehilfe ist ein Begriff, der sehr unterschiedlich verwendet wird und deshalb immer wieder zu Missverständnissen führt. Gemeint sein können zum Beispiel medizinische Entscheidungen am Lebensende, der Verzicht auf oder das Beenden bestimmter lebensverlängernder Maßnahmen, aber auch die Begleitung eines Menschen bei einem selbstbestimmte...

Ein neuer Anlauf für ein Gesetz – und die unbequemen Fragen, die bleiben

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Drei Monate nach meinen Gesprächen mit Bundestagsabgeordneten zur Neuregelung der Sterbehilfe bewegt sich die politische Landschaft erneut ein wenig. Am 5. November 2025 sprach Lukas Benner von Bündnis 90/Die Grünen bei einer Veranstaltung der Deutschen Krebsgesellschaft über einen neuen Gesetzesvorstoß. Benner betonte, dass die aktuelle Rechtslage zwar existiert – dass die Beihilfe zum frei verantworteten Sterben rechtlich möglich ist – sie sei dennoch nicht richtig , seiner Auffassung nach . Sein Ziel ist ein Gesetz, das Selbstbestimmung am Lebensende schützt , gleichzeitig aber Menschen vor übereilten Entscheidungen bewahrt . Innerhalb einer parlamentarischen Arbeitsgruppe laufen derzeit vertrauliche Gespräche über einen neuen Entwurf, der überparteilich mehrheitsfähig sein soll. Da ist Herr Benner mit mir ein weiten einer Meinung, bzw. ich mit ihm. Ziel muss ein Schutzkonzept, das Menschen vor nicht freiverantwortlichen Sterben, einem Suiziden bewahrt, zugleich aber das vom...

Internationaler Tag der Pflege und Unterstützung - Menschlichkeit darf kein Luxus sein (1/3)

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Der Internationale Tag der Pflege und Unterstützung am 29. Oktober ist für mich kein bloßes Datum im Kalender - darum auch gleich 3 Artikel zu diesem Tag - für unterschiedliche Zielgruppen / Leser*innen. Dieser Tag und das Thema berührt mich tief – weil ich weiß, was Pflege bedeutet. Ich habe selbst gepflegt: zuerst als Schüler, um mir etwas dazuzuverdienen, später über elf Jahre lang meine Frau – bis zu ihrem letzten Atemzug. Diese Zeit, oder viel viel mehr die Erfahrungen, haben mich geprägt. Ich habe erfahren, wie erfüllend es sein kann, für einen geliebten Menschen da zu sein – und zugleich, wie fordernd, einsam und zermürbend Pflege manchmal ist. Pflege hört nicht auf, wenn man das Bett neu bezieht oder Medikamente reicht. Sie geht viel tiefer. Sie bedeutet, Tag für Tag Kraft zu geben, auch wenn die eigene längst am Ende ist. Sie bedeutet, sich durch Papierberge und Anträge zu kämpfen, finanzielle Sorgen zu wälzen, den Alltag immer wieder neu zu organisieren – und dabei zusehen...

Menschliche Nähe - Gedanken zum Welthospiztag 2025

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Gedanken zum Welthospiztag – am Tag nach dem World Mental Health Day Gestern stand die seelische Gesundheit im Mittelpunkt. Weltweit wurde am 10. Oktober über psychische Belastungen gesprochen, über unsichtbare Wunden, über die Bedeutung von Zuhören, Empathie und echter Verbindung – mit anderen und mit uns selbst. Heute, am 11. Oktober, ist Welthospiztag. Und vielleicht liegt darin kein Zufall, sondern ein stiller Zusammenhang. Denn beide Tage erzählen auf ihre Weise vom Menschsein. Vom Zerbrechlichen. Vom Mut, dazubleiben, wenn es schwer wird. Während draußen der Alltag rauscht, gibt es Orte, an denen die Zeit stiller wird. Orte, in denen Menschen nicht mehr nach vorne planen, sondern in den Moment eintauchen. Nicht, weil Hoffnung verloren ist – sondern weil das Jetzt noch etwas zu bewahren hat:  Nähe. Würde. Letzte Dinge. In einem Hospiz geht es nicht um Heilung im klassischen Sinn. Es geht um das, was heilt, ohne zu heilen. Um Zuwendung. Um Haltung. Um das tiefe Wissen: Du ...

Wenn Erkrankungen, wie z.B. neurologische Erkrankungen, unerträglich werden

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"Leben in Würde – Sterben in Würde: Wenn Erkrankungen, wie z.B. neurologische Erkrankungen, unerträglich werden" Ein Beitrag über selbstbestimmte Entscheidungen am Ende eines langen Leidenswegs – und ein Appell an Gesellschaft, Mediziner, Ärzte, Forschung und Politik. In der öffentlichen Diskussion über Suizid und Freitod, Würdigem Leben und Sterben, Pflege, und Sterbehilfe wird häufig zu wenig über jene gesprochen, deren Leidensdruck weder psychisch "einfach behandelbar" noch körperlich „sichtbar“ ist. Es sind Menschen, die an schweren, oft unheilbaren neurologischen Erkrankungen leiden – wie z. B.  Primär progrediente Multiple Sklerose ( PPMS )  oder  ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) . Erkrankungen, die in ihrer Schwere und im Alltagsimpact selbst von medizinischen Fachkräften oft unterschätzt werden. Ich schreibe diesen Beitrag nicht theoretisch – sondern aus persönlicher Erfahrung. Meine Frau lebt mit PPMS, einer langsam, aber...

Würde im Leben – Würde im Sterben: Warum Selbstbestimmung bis zuletzt zählt

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„Jedem Tag Leben geben“ – dieser Leitsatz begleitet viele von uns in der hospizlichen und palliativen Arbeit. Er richtet den Blick nicht auf das Ende, sondern auf das Leben, das bis zum letzten Atemzug gelebt werden will – mit Würde, mit Fürsorge, mit Selbstbestimmung. In ihrem eindrücklichen Artikel »Unheilbar krank: Wie kann man würdevoll sterben?« (Spektrum, August 2025) beschreibt die Ärztin Marisa Kurz , wie schwerkranke Men schen durch palliative Begleitung ein Sterben in Würde erfahren können – oder eben auch nicht, wenn Strukturen fehlen. Sie erzählt von einer alten Dame, die anonym, einsam und hektisch in einer Notaufnahme verstarb. Und sie stellt eine Frage, die uns alle etwas angeht: Wie wollen wir sterben? Die meisten wollen zu Hause sterben – die wenigsten können es Die meisten Menschen äußern den Wunsch, im eigenen Zuhause zu sterben – begleitet, schmerzfrei, in vertrauter Umgebung. Doch die Realität sieht oft anders aus: Krankenhausflure, grelle Beleuchtung, technische A...

Die Pflege am Lebensende; Entscheidungen am Lebensende, wissen, was möglich ist - 1 von 2 Artikel

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Zwischen Fürsorge und Freiheit Angebote am Lebensende verstehen Was am Ende zählt: Begleitung, Möglichkeiten, Klarheit Wenn ein Mensch mit einer unheilbaren Erkrankung konfrontiert ist, stehen er und seine Angehörigen oft vor einer Fülle von Fragen – medizinischer, pflegerischer, aber auch ganz persönlicher Natur. In dieser Situation ist es entscheidend, die bestehenden Möglichkeiten der Palliativ- und Hospizversorgung zu kennen. Denn nur wer informiert ist, kann eine Entscheidung treffen, die dem eigenen Leben und Sterben gerecht wird. Ob im Krankenhaus, zu Hause, im Hospiz oder begleitet durch ein Netzwerk: Es gibt vielfältige Formen der Unterstützung – professionell und ehrenamtlich, stationär oder ambulant. Sie alle verfolgen ein gemeinsames Ziel: die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten und ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Doch auch das bewusste Nein zu bestimmten Angeboten kann eine stimmige Entscheidung sein. Wenn ein Mensch – nach gründlicher Auseinandersetzung u...