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Zwischen Würde und Freiverantwortlichkeit – Gedanken zum BGH-Urteil im Fall Turowski

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Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen den Arzt Christoph Turowski bestätigt. Drei Jahre Haft wegen Totschlags in mittelbarer Täterschaft . Die FAZ beschreibt den Fall nüchtern und klar: Eine junge Frau, schwer depressiv, ein Arzt, der sich nach einem Gespräch zur Sterbehilfe bereit erklärt, eine tödliche Infusion – und am Ende die Feststellung der Gerichte, dass hier nicht von selbstbestimmtem Sterben gesprochen werden kann. Die   FAZ   zeigt sehr deutlich, worum es den Richtern ging: Nicht um eine Grundsatzabrechnung mit dem Recht auf Sterbehilfe – dieses Recht besteht seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2020. Sondern um die Frage, wer in diesem Moment tatsächlich die Kontrolle hatte . Das Gericht kamen zu dem Schluss: Dass es in diesem Fall nicht die Frau, sondern der Arzt war. Die Analyse der Rechtsdepesche bringt dafür den entscheidenden Begriff ins Spiel: Freiverantwortlichkeit . Ein Sterbewunsch ist nur dann rechtlich geschützt, wenn er dauerhaf...

Urteil gegen Dr. Turowski - Haftstrafe

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Das Berliner Landgericht hat in einem aufmerksamkeitserregenden Prozess am Montag den 8.April 2024  gegen den Arzt Dr. Christoph Turowski ein Urteil gefällt. Dr. Turowski wurde wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Richter Mark Sautter sagte, der Arzt habe "die Grenzen des Zulässigen überschritten". Das Urteil ist nicht rechtskräftig.   Dr. Turowski wurde vom Gericht vorgeworfen, Isabell R. dazu gebracht zu haben, ein Instrument ihrer eigenen Tötung zu sein. Der verurteilte Arzt und sein Anwalt, haben angekündigt, gegen das Urteil vorzugehen. Er hatte auf Freispruch plädiert, da die betroffene Frau 16 Jahre lang psychiatrisch behandelt worden war und aus diesem Grund nicht mehr leben wollte. Vor der Urteilsverkündung hatte Turowski gehofft, dass das Prinzip "im Zweifel für den Angeklagten" zu seinen Gunsten angewandt werden würde. Er begründete dies damit, dass der psychiatrische Gutachter im Verfahren nicht definitiv ausschließen konnte, ...

Sterbehilfe - Herausforderungen - Psychische Störungen

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Im April in Berlin wird nun das Urteil zu Dr. Turowski gesprochen werden. Im Februar endete das Verfahren gegen Dr. Spittler in Essen ( Arzt leistete einem psychisch kranken Mann Sterbehilfe – Urteil: Totschlag in „minderschweren Fall“ ) -  Beide Ärzte kamen vor Gericht, da sie Patienten mit psychischen Krankheiten, die den Wunsch zu sterben begründeten, bei ihrem Tod unterstützten. Beide sollen gegen den Facharztstandard zur Sicherung der Freiverantwortlichkeit verstoßen haben. Im Fall von Spittler, der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie ist, entschied das Gericht, dass die psychische Krankheit Oliver H.'s, dem an Wahnvorstellungen litt, seinen „freien Willen“ aufhob. Daher hätte Spittler ihm keine Infusion zur Verfügung stellen dürfen, die Oliver H., wie das Gesetz es auch vorschreibt, selbst aktiviert, geöffnet hat. Dr. Turowski, 74, steht vor Gericht, weil er einer stark depressiven Patientin half, sich das Leben zu nehmen, ob durch deren Krankheit deren Fähigkeit zum „fr...

Gedanken zur Sterbehilfe - März 2024

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Beim Verfolgen und Einlesen in die aktuellen Verfahren gegen Dr. Turowski und das Urteil welches vor kurzem gegen den Psychiater Johann Spittler erging, finden sich leider Parallelen die verschiedenste Gedanken bei mir auslösen. Am offensichtlichsten ist der Auslöser für die Verfahren: Beide Ärzte kamen vor Gericht, da sie Patienten mit psychischen Krankheiten, die den Wunsch zu sterben begründeten, bei ihrem Tod unterstützten. Im Fall von Spittler, der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie ist, entschied das Gericht, dass die psychische Krankheit Oliver H.'s, dem an Wahnvorstellungen litt, seinen „freien Willen“ aufhob. Daher hätte Spittler ihm keine Infusion zur Verfügung stellen dürfen, die Oliver H., wie das Gesetz es auch vorschreibt, selbst aktiviert, geöffnet hat. Dr. Turowski, 74, steht vor Gericht, weil er einer stark depressiven Patientin half, sich das Leben zu nehmen, ob durch deren Krankheit deren Fähigkeit zum „freien Willen“ eingeschränkt steht im Zentrum des Verfa...

Sterbehilfe bei psychisch kranker Studentin - Berlin 2024

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Mit Dr. Turowski (74) muss sich ein weiterer Arzt vor Gericht verantworten. Dr. Turowski überließ einer jungen Frau tödliche Medikamente. Die Studentin litt seit Jahren an schweren Depressionen. Sie nahm sich das Leben. Nun muss sich der Arzt vor dem großen Landgericht Berlin / Schwurgerichtssaal 500 des Berliner Kriminalgerichts verantworten.  Seit dem 20. Februar steht nun Dr. Turowski in Berlin vor Gericht. Ich schreibe oben 'weiterer Arzt' da ja erst kürzlich ein erstes Urteil im Fall von Dr. Spittler in NRW gesprochen wurde. (Siehe: Arzt leistete einem psychisch kranken Mann Sterbehilfe - Totschlag in „minderschweren Fall“ ). Es geht es nun auch in Berlin um eine Anklage wegen Totschlags. Turowski war jahrelang für eine Sterbehilfeorganisation tätig mit dort strengsten Vorsichtsmaßnahmen der DGHS. In der Anklageschrift steht dazu: „Der Angeschuldigte entschied sich bewusst dafür, die von der DGHS aufgestellten Standards zum assistierten Suizid nicht einzuhalten“, damit er...