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Showing posts with the label Rettungsdienst

Wenn 39 Grad im Rettungswagen zur Realität werden

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Wenn andere bei großer Hitze Schutz im Schatten suchen, beginnt für viele Einsatzkräfte die eigentliche Belastung erst. Die ZEIT hat Anfang August zwei Notfallsanitäterinnen des ASB Mannheim während einer hochsommerlichen Schicht begleitet. Bereits am Abend zeigte das Thermometer im Rettungswagen noch 39,2 Grad . Die Reportage macht deutlich, was viele Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst seit Jahren erleben: Extreme Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr – sie gehört zunehmend zum Arbeitsalltag. Mich freut, dass dieses Thema inzwischen auch in den überregionalen Medien Aufmerksamkeit erhält. Denn Hitze bedeutet nicht nur mehr Einsätze. Sie fordert auch diejenigen, die anderen helfen – körperlich und psychisch. Genau darüber habe ich in den vergangenen Wochen mehrfach geschrieben. Nicht, weil Hitze ein neues Thema wäre, sondern weil sie sichtbar macht, wie sehr Rettungsdienst, Krankenhäuser und Pflege unter den Folgen des Klimawandels und des Personalmangels stehen. Wer si...

Blaulicht für Blaulicht e.V. – ECHO: Wenn der Einsatz vorbei ist, die Gedanken aber bleiben

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Heute bin ich eher zufällig über Instagram auf den Kölner Verein Blaulicht für Blaulicht e.V. gestoßen. Genauer gesagt auf die Initiative ECHO – Einsatz. Chaos. Hilfe. Ordnung.   Ich habe sofort mir gedacht: Das ist eine Initiative, auf die ich meine Leser gerne aufmerksam machen möchte. Nicht jeder Einsatz endet mit Dienstschluss Ich finde, dieser Satz bringt etwas auf den Punkt, das viele Menschen außerhalb der Blaulichtwelt oft gar nicht wahrnehmen. Ein Einsatz endet vielleicht mit der Rückkehr auf die Wache oder dem Feierabend, dem Ablegen der Dienstkleidung, mit der Dusche ... jede/ jeder hat da seine, so hoffe ich , sein eigenes Ritual –  aber ... Für den Kopf gilt das nicht immer. Es gibt Einsätze, die verarbeitet man problemlos. Andere begleiten einen noch lange. Bilder, Gerüche, Gespräche oder Entscheidungen können plötzlich wieder präsent sein – manchmal erst Stunden oder Tage später, manchmal sogar deutlich später. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es zeigt ...

Wer Bevölkerungsschutz ernst meint, muss in Menschen investieren

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Im vergangenen Artikel habe ich darüber geschrieben, warum mich die aktuellen Außergewöhnlichen Einsatzlagen während der Hitzewelle nachdenklich machen. Nicht die Hitze selbst hat mich beschäftigt, sondern das, was sie sichtbar gemacht hat:  Ein Gesundheitswesen und ein Bevölkerungsschutz, die vielerorts nur deshalb funktionieren, weil Menschen bereit sind, weit über das normale Maß hinaus Verantwortung zu übernehmen. In diesem zweiten Teil möchte ich den Blick etwas weiter richten. Denn dies alles entsteht nicht erst im Einsatz. Es entsteht lange vorher. In den vergangenen Jahren wurde viel über Bevölkerungsschutz gesprochen – und das ist gut so. Der russische Angriff auf die Ukraine, die Corona-Pandemie, Hochwasser, Waldbrände und die Folgen des Klimawandels haben deutlich gemacht, wie wichtig ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz ist. Es wurde investiert. Und ja es wurden auch neue Fahrzeuge wurden beschafft, Warnsysteme modernisiert, Ausstattung verbessert und Konzepte entwic...

PSNV-H – Die fehlende Verbindung im System der PSNV – Psychosozialen Notfallversorgung

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Zwischen Einsatz und Erschöpfung: Die unsichtbare Belastung der Spontanhelfenden – Helfen ohne Netz: Warum Struktur und Nachsorge für Spontanhelfende entscheidend sind Ohne gute Vernetzung – organisationsintern, aber vor allem organisationsübergreifend – fehlt bei größeren Einsatzlagen und Katastrophen oft genau das, was wir eigentlich am dringendsten brauchen: Struktur, Vorbereitung und Nachsorge. Für Betroffene (PSNV-B) und Einsatzkräfte (PSNV-E) gibt es etablierte Konzepte. Doch eine Gruppe fällt immer wieder durch das Raster: Spontanhelfende. Menschen, die einfach da sind, helfen wollen – und dabei nicht selten psychisch an ihre Grenzen kommen. Dabei ließe sich ein Großteil dieser Belastung mit vergleichsweise einfachen organisatorischen und psychosozialen Maßnahmen abfedern. Ich arbeite selbst seit langem im Bereich der Mentalen Gesundheit und auch psychosozialen Notfallversorgung, ich bin als Peer und PSNV-E-Kraft unterwegs und über verschiedene Organisationen hinweg ver...

Zwei Blätter, ein Weg – warum PSNV zählt (Rückschau auf einen PSNV-E Lehrgang)

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Zwei intensive Ausbildungswochen - eine im Dezember und eine weitere im März liegen hinter mir und uns. Sie haben mir nicht nur Methoden und Wissen der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) vermittelt, sondern vor allem gezeigt, warum diese Arbeit so wertvoll ist. Labelings, die Titulierungen  sind da das Eine, ob wir nun im Peer Support, PSU, in PSNV-E und PSNV-B, in KIT‑Kriseninterventionsteams ausgebildet und tätig sind, oder auch in Unternehmen im PSNV-U, wie ich es in meiner Firma sein kann als MHFA und Trauerbegleitung - was wir alle tun ist dieses - wir sind als Menschen für Menschen da. Was war nun in diesem beiden Wochen des PSNV-E Lehrgangs Wir waren eine Gruppe aus verschiedenen Regionen und Verbänden. Unterschiedlich in den Hintergründen, einig in der Haltung: füreinander da sein, besonders dann, wenn es schwer wird -dies gild und galt für die zwei Wochen wie auch für unsere Arbeit und die Zukunft. Woche eins: Struktur von PSNV in Deutschland und im DRK- Kollegia...

Traumaberatung für Einsatzkräfte: PSNV-E erhält eigene Hilfsnummer - Traumazentrierten Fachberatung

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Die Bedeutung der mentalen Gesundheit für Einsatzkräfte – Ein unverzichtbares Angebot der Traumazentrierten Fachberatung Die Arbeit als Einsatzkraft, sei es im Rettungsdienst, in der Feuerwehr oder bei der Polizei, ist mit außergewöhnlichen physischen und psychischen Belastungen verbunden. Doch wer kümmert sich um die mentale Gesundheit der Helfer selbst? Wer sorgt dafür, dass die Menschen, die tagtäglich in Krisensituationen für andere da sind, auch in schwierigen Momenten Unterstützung erhalten? Eine neue Initiative bietet genau diese Hilfe – und das auf eine Weise, die hoffentlich eine nachhaltige Wirkung hat. Seit Februar 2026 gibt es für Einsatz- und Führungskräfte aller Einsatzorganisationen aber auch für alle Kräfte der PSNV-E und den Fachkräften der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte, ein wichtiges Angebot: die traumazentrierte Fachberatung. In Form einer vertraulichen Sprechzeit können sich Einsatzkräfte nun einmal wöchentlich Unterstützung holen, um über mögli...

PSNV beginnt im Alltag - RETTUNGSDIENST

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Buchrezensionen gehören für mich inzwischen zur vertrauten Routine. Fachzeitschriften sind hingegen Neuland – zumindest für mich. Doch diesmal geht es nicht um die Zeitschrift selbst, sondern um ihren Schwerpunkt: die Psychosoziale Notfallversorgung im 'RETTUNGSDIENST' – Zeitschrift für präklinische Notfallmedizin . Wie im Einsatzdienst gibt es hier ein erstes Mal – und wenn ein Thema es verdient, näher betrachtet zu werden, dann ist es die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV). Sie betrifft uns alle, im Alltag wie in außergewöhnlichen Lagen. Wenn von PSNV gesprochen wird, denken viele zunächst an Großschadenslagen, Terroranschläge oder Naturkatastrophen. Ereignisse also, die außergewöhnlich erscheinen. Doch die Belastung entsteht im Einsatzdienst oft nicht im Ausnahmezustand – sondern im Alltag: Ein Rettungswagen fährt zur Reanimation eines Kindes. Die Feuerwehr wird zu einem Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang alarmiert. Die Polizei überbringt eine Todesnachricht. Das Techn...

11.2 – Der Tag des Notrufs 112: Dein Lebensretter im Notfall

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Der 11. Februar – 11.2. – ist nicht zufällig der Europäische Tag des Notrufs 112 . Dieses Datum erinnert an eine Nummer, die in ganz Europa Leben rettet. Eine Nummer, die einfach ist. Klar. Einprägsam. Und im Ernstfall oft der entscheidende Unterschied zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Für mich ist dieser Tag mehr als ein symbolisches Datum. Als aktiver Helfer im Rettungsdienst, in der Motorradstaffel von DRK und ASB – und als jemand, der sich zunehmend auch der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) widmet – steht die   1 1 2  für Verantwortung, Vertrauen und Menschlichkeit. Wann sollte man die 112 wählen? Immer dann, wenn: eine Situation lebensbedrohlich erscheint der Gesundheitszustand nicht einschätzbar ist schwere Verletzungen oder akute Erkrankungen auftreten Zweifel bestehen, ob akute Gefahr vorliegt Notfälle sind nicht nur schwere Unfälle oder Brände. Es sind auch Atem- oder Herzstillstand, starke Blutungen, Schlaganfälle, Vergiftungen oder schwere Verbrennung...

Zwischen Struktur, Sekunden und Seele.

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Im Rettungsdienst zählt jede Sekunde. Entscheidungen fallen unter Druck, Handlungen müssen sitzen, Abläufe greifen. Klare Strukturen, Algorithmen, Handlungsempfehlungen und medizinische Standards sind das Fundament unserer Arbeit. Sie geben Halt, wenn Situationen chaotisch werden. Sie machen es möglich, Leben zu retten, Schaden zu begrenzen und Menschen sicher in weiterführende Versorgung zu bringen. Diese Strukturen sind kein Korsett – sie sind ein Schutz. Für die Patientinnen und Patienten. Und für uns selbst. Seit ein paar Tagen treibt mich der Gedanke um kann es so etwas wie eine 'den Menschen sehende' Notfallversorgung im Rettungsdienst geben? Am Einsatzort liegt der Fokus zunächst auf dem, was lebenswichtig ist: Atemwege sichern, Blutungen stoppen, Schmerzen lindern, Vitalfunktionen stabilisieren. Diese Maßnahmen haben Priorität, und das zu Recht. Sie entscheiden darüber, ob ein Mensch eine Chance hat, diesen Einsatz zu überleben. Und doch wissen wir alle: Damit ist noch ...

PSNV zwischen Nähe, Struktur und Erfahrung

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Manche Erfahrungen verlieren mit den Jahren nicht an Gewicht. Sie verändern nur ihre Stimme. Ich bin Ende fünfzig, kurz vor den Sechzigern – scary –, und vieles, was mich geprägt hat, liegt rund vierzig Jahre zurück. Und doch ist es immer noch präsent, wie ein Schatten, der neben mir geht. Ich war Sanitätssoldat. Ich habe als Rettungssanitäter gearbeitet. Ich habe Kameraden verloren – auf viele Arten. Einen Kollegen aus dem Rettungsdienst fand ich nach seinem Suizid; dieses Erlebnis hat sich unausweichlich in mein Leben eingebrannt. Egal wie viel Ausbildung, Routine oder vermeintliche Stabilität man mitbringt, in solchen Momenten wird alles fragil. Und dann war da noch der Einsatz im Irak, wo ich einen US-Soldaten, exakt in meinem Alter, mental bis zu seinem Tod begleitete. Meine Ausbildung – unter anderem durch Trainings der US Army in Heidelberg – half mir damals, funktional zu bleiben, für andere da zu sein und mich selbst nicht zu verlieren. Heute weiß ich - Resilienz ist kein Schu...

Weihnachten, Trauer und leisen Ritualen

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Die Tage rund um Weihnachten werden oft als Zeit der Ruhe, der Nähe und der Hoffnung beschrieben. Für viele Menschen, und auch für Einsatzkräfte, können diese Tage jedoch wie ein Verstärker wirken: für Belastungen, für Verluste, für innere Spannungen, die im Jahresverlauf kurzfristig oder länger getragen wurden, wie ein nicht bemerkter Rucksack. Feiertage unterbrechen Routinen. Sie schaffen Leerstellen, in denen Erinnerungen lauter werden. Das gilt für Trauernde ebenso wie für Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich Verantwortung für andere tragen. Trauer an Feiertagen – normal, nicht pathologisch Gerade frisch aus einem PSNV Ausbildungwoche zurückkommend, und gleich einen Tag darauf hatte ich ein kollegiales Gespräch, schreibe ich nun heute diese 'weihnachtlichen Gedanken' mit einem Schwerpunkt PSNV und Rettungsdienst. Aus psychosozialer Sicht ist es wenig überraschend, dass Trauer sich an Feiertagen intensiviert. Rituale, die früher Halt gegeben haben, fehlen oder schmerzen...

Dank an alle, die dabei sind, wenn das Leben endet - Internationaler Tag der Pflege und Unterstützung (3/3)

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Heute ist nun der Internationaler Tag der Pflege und Unterstützung darum nun auch der dritte Artikel, primär für meine Kolleg*innen in den Blaulichtorganisationen. Es gibt Dinge, Ereignisse, und Entscheidungen, die tief ins Leben greifen. Das Sterben ist eine davon und die Unumkehrbarste. Wenn ein Mensch seinen letzten Weg geht, ob tragisch, unvermittelt und plötzlich, oder aber bewusst und begleitet geht, steht häufig die sterbende Person im Zentrum der Aufmerksamkeit – und vielleicht noch die engsten Angehörigen. Doch selten wird laut ausgesprochen, wie viele Menschen noch beteiligt sind. Im Hintergrund. Am Rande. Am Ort des Geschehens. Oder danach. Sie alle helfen – und tragen. Dieser Beitrag ist ihnen gewidmet: Den Ärzt innen, den Pflegekräften, Arzthelfer* innen. den Rettungskräften und Polizist*innen, und Feuerwehrleuten denen die beim Sterben dabei sind und nach dem Tod kommen / involviert sind. All denen, die sichtbar und unsichtbar, still begleiten. Gewidmet den oft Unsic...