Traumaberatung für Einsatzkräfte: PSNV-E erhält eigene Hilfsnummer - Traumazentrierten Fachberatung

Die Bedeutung der mentalen Gesundheit für Einsatzkräfte – Ein unverzichtbares Angebot der Traumazentrierten Fachberatung

Die Arbeit als Einsatzkraft, sei es im Rettungsdienst, in der Feuerwehr oder bei der Polizei, ist mit außergewöhnlichen physischen und psychischen Belastungen verbunden.
Doch wer kümmert sich um die mentale Gesundheit der Helfer selbst? Wer sorgt dafür, dass die Menschen, die tagtäglich in Krisensituationen für andere da sind, auch in schwierigen Momenten Unterstützung erhalten? Eine neue Initiative bietet genau diese Hilfe – und das auf eine Weise, die hoffentlich eine nachhaltige Wirkung hat.

Seit Februar 2026 gibt es für Einsatz- und Führungskräfte aller Einsatzorganisationen sowie für Fachkräfte der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) ein wichtiges Angebot: die traumazentrierte Fachberatung. In Form einer vertraulichen Sprechzeit können sich Einsatzkräfte nun einmal wöchentlich Unterstützung holen, um über mögliche psychische Belastungen nach Einsätzen zu sprechen. Dies ist nicht nur ein hilfreiches, sondern auch ein notwendiges Angebot, das den stressigen, teils traumatischen Erfahrungen der Helfer gerecht wird.

Hinter diesem Angebot steht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), in Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk (THW). Es wurde ins Leben gerufen, um die Resilienz von Einsatzkräften der zivilen Gefahrenabwehr zu stärken und somit die psychische Gesundheit langfristig zu fördern. Es geht darum, die Helfer zu unterstützen, die oft übersehen werden – und dabei eine wichtige Lücke zu schließen.

Die Fachberatung wird von Psychologinnen und Psychologen des Fachzentrums durchgeführt und ist für alle Einsatzkräfte der zivilen Gefahrenabwehr zugänglich, die nach belastenden Einsätzen psychische Folgen erleben könnten. Das Angebot ist vertraulich und hat als Ziel, Belastungen frühzeitig zu erkennen und abzufedern. Denn es ist kein Geheimnis, dass die Arbeit in diesem Bereich oft mit extremen Situationen konfrontiert ist: Großschadenslagen, Übergriffe, moralische Konflikte – all das kann tiefgreifende psychische Folgen haben. Und oft wird die mentale Gesundheit erst dann zur Sprache gebracht, wenn es schon zu spät ist.

Mit der Einführung dieser Sprechzeit, die jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 0228 – 99550 – 5599 erreichbar ist, wird nun eine präventive Maßnahme gesetzt. Es gibt keine Wartezeiten und keine Hürden – die Einsatzkräfte können einfach anrufen, ihre Sorgen und Ängste mitteilen und sich Unterstützung holen. Termine sind sogar nach Vereinbarung möglich, was den Zugang noch flexibler und zugänglicher macht.

Die Stärke dieses Angebots liegt nicht nur in der professionellen Hilfe, sondern auch in der Tatsache, dass es eine Anlaufstelle bietet, die von Menschen betrieben wird, die die Realität des Einsatzes kennen. Psychologinnen und Psychologen des Fachzentrums haben Verständnis für die Belastungen, mit denen Einsatzkräfte konfrontiert sind, und bieten eine empathische, kompetente Unterstützung an.

Was für ein Gewinn für die psychische Gesundheit der Helfer! Denn eines ist klar: Mentale Gesundheit ist genauso wichtig wie körperliche Gesundheit – sie sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn wir über Erste Hilfe sprechen, dürfen wir nicht nur an körperliche Verletzungen denken. Es braucht auch ein System für Erste Hilfe für die Seele. Helfer zu unterstützen, hilft nicht nur ihnen selbst, sondern auch den Menschen, denen sie in Krisenzeiten beistehen.

Einsatzkräfte sind oft die ersten, die in Notfällen handeln, die ersten, die mit traumatischen Erlebnissen konfrontiert werden. Doch wer hilft diesen Helfern? Wer sorgt dafür, dass ihre mentale Gesundheit nicht auf der Strecke bleibt? Diese Sprechzeit ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Sie ist ein klarer Ausdruck der Wertschätzung gegenüber denjenigen, die tagtäglich im Einsatz sind und ihre eigene Gesundheit für das Wohl anderer aufs Spiel setzen.

Ich bin persönlich sehr dankbar für diese Entwicklung. Als Mental Health First Aider und im Peer-Support sowie in der PSNV-E, aber auch mit Rückblick auf meine Zeit als Sanitätssoldat mit 3 Monaten im Einsatz in einem Kriegsgebiet, weiß ich, wie entscheidend es ist, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten. Diese neue Beratungsstelle ist ein Signal, dass auch die Helfer Unterstützung verdienen und dass ihre mentale Gesundheit genauso ernst genommen wird wie die körperliche Gesundheit.

Es ist an der Zeit, dass wir als Gesellschaft anerkennen, wie wichtig dieses Thema ist – nicht nur für die Menschen, die Hilfe leisten, sondern für uns alle. Denn wenn die Helfer stark sind, können sie auch denjenigen helfen, die in Not sind.

Das Angebot der Traumazentrierten Fachberatung steht ...
Mittwochs von 10 bis 12 Uhr 
unter der Telefonnummer 0228 – 99550 – 5599 zur Verfügung.
Alternativ kann auch per E-Mail an sprechzeit.frt@bbk.bund.de ein Termin vereinbart werden.

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, und jeder, der sich Unterstützung sucht, sollte wissen: Es ist nie zu spät, Hilfe zu holen. Die seelische Gesundheit ist genauso wertvoll wie die körperliche.





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