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Weg zur Freiverantwortlichkeit - Teil 2 - Bescheinigung oder Gutachten? Was ist der Unterschied – und wann ist was sinnvoll?

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Nachdem ich im ersten Beitrag erläutert habe, warum Freiverantwortlichkeit nicht erst am Tag einer Begutachtung entsteht, sondern idealerweise über einen längeren Zeitraum ärztlich begleitet und dokumentiert wird, stellt sich zwangsläufig die nächste Frage: Braucht es am Ende immer ein psychiatrisches Gutachten – oder kann auch eine ärztliche Bescheinigung ausreichen? Diese Frage beschäftigt viele Betroffene ebenso wie Ärztinnen und Ärzte. Die Antwort ist jedoch weniger einfach, als häufig angenommen wird. Das Ziel ist bei beiden identisch Ob Gutachten oder Bescheinigung – beide verfolgen letztlich denselben Zweck: Sie sollen nachvollziehbar dokumentieren, dass eine Person ihre Entscheidung frei, ernsthaft, informiert und eigenverantwortlich getroffen hat. Geprüft werden dabei dieselben wesentlichen Kriterien: Einsichts- und Urteilsfähigkeit, Freiheit von äußerem Druck, Dauerhaftigkeit und Stabilität des Sterbewunsches, informierte Entscheidung nach umfassender Aufklärung. Der Untersc...

Weg zur Freiverantwortlichkeit - Teil 1 - Freiverantwortlichkeit beginnt nicht erst mit einem Gutachten

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Freiverantwortlichkeit beginnt nicht erst mit einem Gutachten Wenn darüber diskutiert wird, ob für eine Freitodbegleitung zwingend ein psychiatrisches Gutachten erforderlich ist. Dabei wird häufig die falsche Frage gestellt. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob am Ende ein Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung vorliegt. Entscheidend ist vielmehr, ob die Freiverantwortlichkeit eines Menschen sorgfältig, nachvollziehbar und über einen angemessenen Zeitraum dokumentiert werden konnte oder kann. Freiverantwortlichkeit entsteht nicht an dem Tag, an dem ein Gutachter den Patienten zum ersten Mal sieht. Sie zeigt sich häufig bereits lange zuvor – in vielen Gesprächen mit Hausärzten, behandelnden Fachärzten, Psychologen oder anderen Personen bei denen man in Behandlung ist. Wer frühzeitig offen über Gedanken und Wünsche spricht, über was einen selbst Leben lebenswert macht, und dann in diesem Zug und Zusammenhang ausspricht, diskutiert was dies alles nicht ist, und was die eigene Wer...

Q&A - Aspekte (rechtlich / ethisch) für eine verantwortungsvolle Freitodbegleitung

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In den Fragen die ich bekomme geht es wieder und wieder um die elementaren Aspekte und Prinzipien der Sterbebegleitung - hier nun dazu ein weiterer Q&A. Die Begleitung eines Menschen auf dem letzten Weg ist eine der verantwortungsvollsten Aufgaben, denen sich helfende Personen stellen können. Damit eine solche Entscheidung im Einklang mit Selbstbestimmung und rechtlicher Klarheit erfolgen kann, werde ich in diesem Artikel auf fünf Prinzipien eingehen, die Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten Orientierung bieten. Diese Prinzipien und Aspekte stützen sich auf die ethischen und rechtlichen Anforderungen, die das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil zum Recht auf selbstbestimmtes Sterben dargelegt hat. Mein Ziel ist es, mit diesen Prinzipien einen Rahmen und Schutzraum zu schaffen – für jene, die den Weg des Freitod gehen wollen, und für jene, die sie begleiten. Es sind keine gesetzlich festgelegten Vorgaben, doch sie orientieren sich an der Rechtsprechung des Bundesverfassung...