Durch Astrid Lindgren's Augen – ein stiller Appell in wahnwitzigen Zeiten „Die Menschheit hat den Verstand verloren“
„Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ ist weit mehr als eine Dokumentation über eine weltberühmte Autorin. Der Film nähert sich Astrid Lindgren über ihre Kriegstagebücher aus den Jahren 1939 bis 1945. Texte, die sie in den Jahres des Zweiten Weltkriegs schrieb, als Mutter, als Frau, als frühe Feministin. 70 Jahre lang lagen diese Aufzeichnungen verborgen in einem Wäscheschrank. Es ist ein leiser, eindringlicher Film, der mich im Kino tief berührt hat – und der noch lange nachwirkt. Selten habe ich Geschichte so nah erlebt, so menschlich und zugleich so erschreckend aktuell. Heute hören wir darin, durch Astrid Lindgren's Auge und Wahrnehmung, von Angst, Ohnmacht und Fassungslosigkeit – aber auch von innerer Stärke und auch Dankbarkeit. Besonders berührend ist die Nähe, die der Film herstellt: die Gespräche zwischen ihrer Tochter Karin, ihrer Enkelin Annika und ihrem Urenkel Johan. Sie lesen, erinnern, halten inne. Dabei wird deutlich, wie sich Erfahrungen von ...