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Ein neuer Anlauf für ein Gesetz – und die unbequemen Fragen, die bleiben

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Drei Monate nach meinen Gesprächen mit Bundestagsabgeordneten zur Neuregelung der Sterbehilfe bewegt sich die politische Landschaft erneut ein wenig. Am 5. November 2025 sprach Lukas Benner von Bündnis 90/Die Grünen bei einer Veranstaltung der Deutschen Krebsgesellschaft über einen neuen Gesetzesvorstoß. Benner betonte, dass die aktuelle Rechtslage zwar existiert – dass die Beihilfe zum frei verantworteten Sterben rechtlich möglich ist – sie sei dennoch nicht richtig , seiner Auffassung nach . Sein Ziel ist ein Gesetz, das Selbstbestimmung am Lebensende schützt , gleichzeitig aber Menschen vor übereilten Entscheidungen bewahrt . Innerhalb einer parlamentarischen Arbeitsgruppe laufen derzeit vertrauliche Gespräche über einen neuen Entwurf, der überparteilich mehrheitsfähig sein soll. Da ist Herr Benner mit mir ein weiten einer Meinung, bzw. ich mit ihm. Ziel muss ein Schutzkonzept, das Menschen vor nicht freiverantwortlichen Sterben, einem Suiziden bewahrt, zugleich aber das vom...

Pflege in Deutschland: Steigender Bedarf, sinkende Kapazitäten – wachsende Belastung

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Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt stark zu – bedingt durch den demografischen Wandel und eine erweiterte Definition von Pflegebedürftigkeit. Zwischen 2021 und 2023 kamen rund 730.000 neue Fälle hinzu. Bis 2049 wird ein Drittel mehr Pflegepersonal benötigt – etwa 2,15 Millionen Pflegekräfte. Demgegenüber steht ein akuter Fachkräftemangel: Viele verlassen den Beruf – nicht nur wegen schlechter Arbeitsbedingungen, sondern auch wegen der enormen emotionalen und psychischen Belastung ( Einem Artikel an dem ich aktuell schreibe ) , die oft nicht ausreichend gesehen oder aufgefangen wird. Diese Herausforderungen treffen regional unterschiedlich stark, belasten aber überall das System – und die Menschen darin, die zu pflegenden Menschen und die pflegenden Menschen . Lösungsansätze die ich mir in dem Sinn kommen : 1. Arbeitsbedingungen verbessern 2. Psychische Gesundheit von Pflegekräften stärken 3. Ambulante Versorgung ausbauen 4. Pflegeversicherung reformieren 1. Arbeitsbedingungen verb...

Pflegefall - Was ist zu tun?

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Ein/e Angehörige/r wird zum Pflegefall. Was ist zu tun? Wer sind Ansprechpartner? Wer übernimmt die Pflege oder bietet Unterstützung? Wie lässt sich die Versorgung finanzieren? Ich möchte in diesem Artikel pflegende Angehörige Antworten zum Thema Pflegefall geben Rechtlich definiert ist der Begriff eines Pflegefall und Pflegebedürftigkeit  im § 14 des 11. Sozialgesetzbuchs (§14 SGB XI) als wichtigstes Merkmal muss hierzu eine gesundheitlich bedingte Beeinträchtigung (körperlichen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen werden nicht mehr selbstständig kompensiert oder bewältigt) der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten des / der Betroffenen vorliegen und diese Person muss auf Hilfe von anderen angewiesen sein. Um als Pflegefall anerkannt zu werden, muss die Pflegebedürftigkeit für voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen und unter eine der in §15 SGB XI festgeschriebenen Pflegegrade fallen.  Pflegebedürftigkeit bezeichnet einen Zustand, in dem eine Person mit...

Würde in der Pflege - „Wie wollen wir leben?“ und „Wie wollen wir nicht leben?“

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Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ So beginnt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ( Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (A/RES/217, UN-Doc. 217/A-(III)) oder kurz AEMR ).  Auch in Medizin- und Pflegeethik spielt die Berufung auf die Menschenwürde eine herausragende Rolle. Wir verbinden Würde mit der Vorstellung, dass sie dem Menschen als Menschen zukommt, und oft wird postuliert, dass Würde unverfügbar, unantastbar und unverlierbar ist - aber ist die Würde wirklich unverlierbar?  Zumal Menschen sagen, dass ihre Würde verletzt wird, ja diese Menschen sprechen von Würdeverlust - insbesondere bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit - darum geht es heute in meinem Artikel. Einleitung Verletzung und Verlust von Würde in Krankheit und Pflegesituation sind bzw waren durchgängige Worte und Gedanken meiner Frau gewesen über alle Jahre hinweg. Und nahmen auch an mehreren Abschnitten im Abschiedsbrief meiner Frau Platz ein. Waren auch ebenso i...

Dem Sterben zum Trotz - ARD Dokumentation

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In meiner Kindheit, aber auch noch in den ersten Jahren als ich als Rettungssanitäter tätig war, waren  Krankenhäuser noch in öffentlich-rechtlicher Hand, nach und nach wurden viele Krankenhäuser aber von privaten Investoren übernommen. Es ist nicht überraschend, dass das Ziel von privaten Investoren ist, Gewinn zu erzielen – auch ist ökonomisches Denken per se nichts schlechtes, aber seit Jahrzehnten, und immer extremer, ist es in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unübersehbar, dass wenn ökonomisches Denken in den Vordergrund tritt, wird das ursprüngliche Ziel der Pflege - sprich die Würde des Menschen - nur noch sekundär behandelt. Nach dem ich letztens einen Blogpost dazu geschrieben habe ...  Würdig Leben - Gedanken zur Pflegesituation ... heute sendet die ARD eine Dokumentation mit dem Titel: "Dem Sterben zum Trotz"  Video verfügbar: bis 26.11.2022 Wiederholung:   Di., 30.11.21 | 04:45 Uhr | Das Erste

Würdig Leben - Gedanken zur Pflegesituation

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Nach 11 Jahren häuslicher Pflege für meine Frau aber auch schon davor - ging es mir und geht es mir um die Auseinanderzusetzen, welche soziale Erwartungen eine / unsere Gesellschaft an die Versorgung in Kliniken und Heimen hat oder haben sollte. Die Pflegesituation und dessen Notstand wird nicht gelindert werden, wenn man sich ausschließlich von politischen und ökonomischen Ideen leiten lässt. Gesellschaftliche und ethische Kategorien wie Nächstenliebe und Fürsorge müssen mindestens gleichrangig berücksichtigt werden. Dass die Organisation und das System der Pflege von ökonomischem Druck beherrscht wird sowie das auf Professionalisierung und Spezialisierung gesetzt wird ist so konsequent wie nachvollziehbar jedoch wird all zu oft genau durch Ökonomie und Systematisierung wenn ich es höflich formuliere vernachlässigt, bzw. wenn ich es freiheraus formuliere vollkommen vergessen, dass letztlich es einen Menschen braucht der / am Krankenbett arbeitet, füttert, wäscht, Menschliche ...