11.2 – Der Tag des Notrufs 112: Dein Lebensretter im Notfall

Der 11. Februar – 11.2. – ist nicht zufällig der Europäische Tag des Notrufs 112. Dieses Datum erinnert an eine Nummer, die in ganz Europa Leben rettet. Eine Nummer, die einfach ist. Klar. Einprägsam. Und im Ernstfall oft der entscheidende Unterschied zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

Für mich ist dieser Tag mehr als ein symbolisches Datum. Als aktiver Helfer im Rettungsdienst, in der Motorradstaffel von DRK und ASB – und als jemand, der sich zunehmend auch der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) widmet – steht die  1 1 2  für Verantwortung, Vertrauen und Menschlichkeit.



Wann sollte man die 112 wählen?

Immer dann, wenn:

  • eine Situation lebensbedrohlich erscheint

  • der Gesundheitszustand nicht einschätzbar ist

  • schwere Verletzungen oder akute Erkrankungen auftreten

  • Zweifel bestehen, ob akute Gefahr vorliegt

Notfälle sind nicht nur schwere Unfälle oder Brände. Es sind auch Atem- oder Herzstillstand, starke Blutungen, Schlaganfälle, Vergiftungen oder schwere Verbrennungen.

Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig.
Frühe Alarmierung rettet Leben.


Die fünf W-Fragen – Struktur im Chaos

Die Leitstelle führt durch das Gespräch. Wichtig sind die bekannten fünf W-Fragen:

  • Wo ist es passiert?

  • Was ist geschehen?

  • Wie viele Betroffene gibt es?

  • Welche Verletzungen oder Symptome liegen vor?

  • Wer ruft an?

Und: Nicht auflegen, bevor das Gespräch beendet wird.



Was ist der Notruf 112?

Die 112 ist die europaweit einheitliche Notrufnummer und funktioniert in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – kostenfrei, ohne Vorwahl, vom Festnetz wie vom Mobiltelefon.

In den Leitstellen sitzen geschulte Disponentinnen und Disponenten, häufig mehrsprachig, die gezielt alle notwendigen Informationen erfragen. Sie entscheiden, welche Rettungsmittel entsendet werden – Rettungswagen, Notarzt, Feuerwehr oder weitere spezialisierte Einheiten.

Moderne Leitstellen leisten dabei weit mehr als Alarmierung. Sie begleiten Ersthelfende telefonisch durch die ersten entscheidenden Minuten. Besonders wichtig ist die Telefonreanimation: Laien werden Schritt für Schritt angeleitet, bis professionelle Hilfe eintrifft. Diese Minuten können über Leben und Tod entscheiden.



Notfälle sind nicht immer sichtbar

Nicht jeder Notfall blutet. Nicht jede Krise ist laut.

Auch psychische Ausnahmesituationen können lebensbedrohlich sein. Suizidale Krisen, schwere Angstzustände oder akute psychische Erkrankungen sind ebenfalls Gründe, die 112 zu wählen. Hilfe bedeutet nicht nur medizinische Versorgung – sondern auch Stabilität und Schutz.

Hier gewinnt die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) zunehmend an Bedeutung. Notfälle enden nicht mit dem Transport in die Klinik. Sie wirken nach – bei Betroffenen, Angehörigen und Einsatzkräften. Gerade hier sehe ich für mich, auch als „alter“ Ex-Rettungssanitäter und Ex-Sanitätssoldat, noch viel Verantwortung und Entwicklungspotenzial.

Deutschland plant eine neue, leicht zu merkende Notrufnummer 113 speziell für psychische Krisen (ähnlich wie es z. B. in anderen Ländern schon gibt). Diese soll künftig rund um die Uhr durch Fachkräfte erreichbar sein und Menschen in akuten seelischen Notlagen direkt unterstützen.

Stand heute und meines Wissens: Die 113 ist noch nicht aktiv, soll aber spätestens in diesem Jahr eingeführt werden.



Die 112 ist mehr als eine Telefonnummer. Sie ist ein Versprechen: Du bist nicht allein.

Der 11.2. erinnert uns daran, wie wichtig es ist, im Notfall zu handeln – ruhig, klar und ohne Zögern.

Manchmal beginnt Rettung mit nur drei Ziffern:  1 – 1 – 2



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