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Gesicht der Pflege zwischen Ideal und Überforderung - Internationaler Tag der Pflege und Unterstützung (2/3)

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Internationaler Tag der Pflege und Unterstützung -  Ein Tag, der uns alle betrifft / betreffen wird -  29. Oktober 2025 Pflege betrifft uns nicht erst, wenn wir selbst alt oder krank sind. Pflege ist mitten in unserer Gesellschaft, leise und oft unsichtbar – und sie geschieht jeden Tag, in Familien, in Wohnungen, in Pflegeeinrichtungen. Für mich ist dieser Tag besonders bedeutsam: Ich habe meine Frau elf Jahre lang täglich begleitet, unterstützt und gepflegt. Diese Zeit hat mir gezeigt, wie viel Stärke, Mut und Liebe in Pflege steckt – aber auch, wie viele Entscheidungen, Sorgen und Herausforderungen damit verbunden sind. Wenn Menschen pflegebedürftig werden, verändert sich nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer Angehörigen grundlegend. Eine der schwersten Entscheidungen ist oft die Frage:  Wie soll Pflege organisiert werden? Bleibt die Pflege zu Hause, ambulant unterstützt? Kommt ein Pflegedienst ins Haus? Oder ist eine stationäre Versorgung notwendig? Wie kann für ...

Internationaler Tag der Pflege und Unterstützung - Menschlichkeit darf kein Luxus sein (1/3)

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Der Internationale Tag der Pflege und Unterstützung am 29. Oktober ist für mich kein bloßes Datum im Kalender - darum auch gleich 3 Artikel zu diesem Tag - für unterschiedliche Zielgruppen / Leser*innen. Dieser Tag und das Thema berührt mich tief – weil ich weiß, was Pflege bedeutet. Ich habe selbst gepflegt: zuerst als Schüler, um mir etwas dazuzuverdienen, später über elf Jahre lang meine Frau – bis zu ihrem letzten Atemzug. Diese Zeit, oder viel viel mehr die Erfahrungen, haben mich geprägt. Ich habe erfahren, wie erfüllend es sein kann, für einen geliebten Menschen da zu sein – und zugleich, wie fordernd, einsam und zermürbend Pflege manchmal ist. Pflege hört nicht auf, wenn man das Bett neu bezieht oder Medikamente reicht. Sie geht viel tiefer. Sie bedeutet, Tag für Tag Kraft zu geben, auch wenn die eigene längst am Ende ist. Sie bedeutet, sich durch Papierberge und Anträge zu kämpfen, finanzielle Sorgen zu wälzen, den Alltag immer wieder neu zu organisieren – und dabei zusehen...

Pflege in Deutschland: Steigender Bedarf, sinkende Kapazitäten – wachsende Belastung

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Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt stark zu – bedingt durch den demografischen Wandel und eine erweiterte Definition von Pflegebedürftigkeit. Zwischen 2021 und 2023 kamen rund 730.000 neue Fälle hinzu. Bis 2049 wird ein Drittel mehr Pflegepersonal benötigt – etwa 2,15 Millionen Pflegekräfte. Demgegenüber steht ein akuter Fachkräftemangel: Viele verlassen den Beruf – nicht nur wegen schlechter Arbeitsbedingungen, sondern auch wegen der enormen emotionalen und psychischen Belastung ( Einem Artikel an dem ich aktuell schreibe ) , die oft nicht ausreichend gesehen oder aufgefangen wird. Diese Herausforderungen treffen regional unterschiedlich stark, belasten aber überall das System – und die Menschen darin, die zu pflegenden Menschen und die pflegenden Menschen . Lösungsansätze die ich mir in dem Sinn kommen : 1. Arbeitsbedingungen verbessern 2. Psychische Gesundheit von Pflegekräften stärken 3. Ambulante Versorgung ausbauen 4. Pflegeversicherung reformieren 1. Arbeitsbedingungen verb...

Würdig Leben - Gedanken zur Pflegesituation

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Nach 11 Jahren häuslicher Pflege für meine Frau aber auch schon davor - ging es mir und geht es mir um die Auseinanderzusetzen, welche soziale Erwartungen eine / unsere Gesellschaft an die Versorgung in Kliniken und Heimen hat oder haben sollte. Die Pflegesituation und dessen Notstand wird nicht gelindert werden, wenn man sich ausschließlich von politischen und ökonomischen Ideen leiten lässt. Gesellschaftliche und ethische Kategorien wie Nächstenliebe und Fürsorge müssen mindestens gleichrangig berücksichtigt werden. Dass die Organisation und das System der Pflege von ökonomischem Druck beherrscht wird sowie das auf Professionalisierung und Spezialisierung gesetzt wird ist so konsequent wie nachvollziehbar jedoch wird all zu oft genau durch Ökonomie und Systematisierung wenn ich es höflich formuliere vernachlässigt, bzw. wenn ich es freiheraus formuliere vollkommen vergessen, dass letztlich es einen Menschen braucht der / am Krankenbett arbeitet, füttert, wäscht, Menschliche ...

Pflegefall - Was ist zu tun?

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Ein/e Angehörige/r wird zum Pflegefall. Was ist zu tun? Wer sind Ansprechpartner? Wer übernimmt die Pflege oder bietet Unterstützung? Wie lässt sich die Versorgung finanzieren? Ich möchte in diesem Artikel pflegende Angehörige Antworten zum Thema Pflegefall geben Rechtlich definiert ist der Begriff eines Pflegefall und Pflegebedürftigkeit  im § 14 des 11. Sozialgesetzbuchs (§14 SGB XI) als wichtigstes Merkmal muss hierzu eine gesundheitlich bedingte Beeinträchtigung (körperlichen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen werden nicht mehr selbstständig kompensiert oder bewältigt) der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten des / der Betroffenen vorliegen und diese Person muss auf Hilfe von anderen angewiesen sein. Um als Pflegefall anerkannt zu werden, muss die Pflegebedürftigkeit für voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen und unter eine der in §15 SGB XI festgeschriebenen Pflegegrade fallen.  Pflegebedürftigkeit bezeichnet einen Zustand, in dem eine Person mit...

Die Menschlichkeit in der Medizin und Pflege: Herausforderung und Notwendigkeit der Empathie

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Die Frage nach der Rolle des Menschen in der heutigen Medizin und Pflege, die zunehmend nach ökonomischen Gesichtspunkten strukturiert ist, berührt tiefgehende ethische und gesellschaftliche Probleme. Die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens stellt die Medizin und Pflege bis hin zur palliativen Pflege und Hospizpflege vor eine Reihe von Herausforderungen, die den zwischenmenschlichen Aspekt der Behandlung gefährden können. Meine Gedanken dazu ... Der Patient in der ökonomisch strukturierten Medizin und Pflege In vielen modernen Gesundheitssystemen spielt der Patient zunehmend eine sekundäre Rolle in der Entscheidungsfindung, die stark durch ökonomische Überlegungen, Effizienz und Kosten-Nutzen-Rechnungen geprägt ist. Während in der Vergangenheit die Arzt-Patienten-Beziehung und die individuelle Behandlung oft im Vordergrund standen, ist der Patient heute nicht selten Teil eines „Behandlungssystems“, das durch Leistungskennzahlen und wirtschaftliche Optimierung beeinflusst wi...

Würde in der Pflege - „Wie wollen wir leben?“ und „Wie wollen wir nicht leben?“

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Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ So beginnt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ( Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (A/RES/217, UN-Doc. 217/A-(III)) oder kurz AEMR ).  Auch in Medizin- und Pflegeethik spielt die Berufung auf die Menschenwürde eine herausragende Rolle. Wir verbinden Würde mit der Vorstellung, dass sie dem Menschen als Menschen zukommt, und oft wird postuliert, dass Würde unverfügbar, unantastbar und unverlierbar ist - aber ist die Würde wirklich unverlierbar?  Zumal Menschen sagen, dass ihre Würde verletzt wird, ja diese Menschen sprechen von Würdeverlust - insbesondere bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit - darum geht es heute in meinem Artikel. Einleitung Verletzung und Verlust von Würde in Krankheit und Pflegesituation sind bzw waren durchgängige Worte und Gedanken meiner Frau gewesen über alle Jahre hinweg. Und nahmen auch an mehreren Abschnitten im Abschiedsbrief meiner Frau Platz ein. Waren auch ebenso i...

Die Pflege am Lebensende; Entscheidungen am Lebensende, wissen, was möglich ist - 2 von 2 Artikel

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Sterben gehört – so schwer es fällt, das anzunehmen – zum Leben dazu. Doch der Gedanke an das Lebensende ist für viele mit Ängsten, Unsicherheiten und einem Gefühl von Hilflosigkeit verbunden. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft, in der der Tod oft tabuisiert wird, ist es umso wichtiger, sich mit dem Thema würdevoller Sterbebegleitung auseinanderzusetzen. Die Hospiz- und Palliativpflege bietet Betroffenen und ihren Angehörigen genau das: eine würdevolle, mitfühlende und professionelle Begleitung auf dem letzten Weg. In diesem Beitrag erfährst du, was Hospiz- und Palliativpflege bedeutet, wie sie organisiert ist, wer sie anbietet und wie sie beantragt werden kann – und warum sie ein essenzieller Teil psychischer und menschlicher Fürsorge ist. Dies ist ein zweiter Artikel (6-8 min Lesezeit)  - siehe auch den Ersten Teil  (8-10 min Lesezeit) zu diesem Thema Die Pflege am Lebensende und von Sterbenden Hospizpflege und Palliativpflege sind spezialisierte Formen der Versor...

Dank an alle, die dabei sind, wenn das Leben endet - Internationaler Tag der Pflege und Unterstützung (3/3)

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Heute ist nun der Internationaler Tag der Pflege und Unterstützung darum nun auch der dritte Artikel, primär für meine Kolleg*innen in den Blaulichtorganisationen. Es gibt Dinge, Ereignisse, und Entscheidungen, die tief ins Leben greifen. Das Sterben ist eine davon und die Unumkehrbarste. Wenn ein Mensch seinen letzten Weg geht, ob tragisch, unvermittelt und plötzlich, oder aber bewusst und begleitet geht, steht häufig die sterbende Person im Zentrum der Aufmerksamkeit – und vielleicht noch die engsten Angehörigen. Doch selten wird laut ausgesprochen, wie viele Menschen noch beteiligt sind. Im Hintergrund. Am Rande. Am Ort des Geschehens. Oder danach. Sie alle helfen – und tragen. Dieser Beitrag ist ihnen gewidmet: Den Ärzt innen, den Pflegekräften, Arzthelfer* innen. den Rettungskräften und Polizist*innen, und Feuerwehrleuten denen die beim Sterben dabei sind und nach dem Tod kommen / involviert sind. All denen, die sichtbar und unsichtbar, still begleiten. Gewidmet den oft Unsic...