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Ambivalenzen rund um die Sterbehilfe

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Zu Sterben, sich das Leben zu nehmen, jemanden zu helfen zu sterben ist unwiderruflich - es gibt keine Möglichkeit, sich danach anders zu entscheiden.  Ich wünschte ich könnte dies so schreiben und dafür zu sorgen, sicher zu stellen, dass Sie als Leser nun zunächst einen Moment oder länger über genau diese Aussage nachzudenken. Bitte tun Sie es. < Denkpause Bitte> Ambivalenz - das Erleben von inneren Konflikten Die Bedeutung von Ambivalenz ist weitreichend und beeinflusst unser tägliches Leben auf vielfältige Weise. Der Begriff „Ambivalenz“ beschreibt den Zustand, in dem wir zwiegespalten sind und gleichzeitig positive und negative Reaktionen oder Emotionen gegenüber einer Person, Situation, einem Objekt oder einer Idee empfinden. Dieses Konzept spiegelt die komplexen und vielschichtigen Aspekte unserer menschlichen Gedanken und Emotionen wider. Als Ambivalenzkonflikt bezeichnet einen Konflikt, bei dem ein angestrebtes Ziel sowohl positive als auch negative Aspekte aufweist. ...

Ambivalenz hinsichtlich des Wunsches zu leben oder zu sterben ist ein grundlegendes Merkmal eines Jeden

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Menschen, die über ihren eigenen Tod nachdenken, haben meist eine beträchtliche Geschichte von Krankheit, Ängsten, Hoffnungen, Trauer und Verlust hinter sich. Sich das Leben zu nehmen ist unwiderruflich - es gibt keine Möglichkeit, sich danach anders zu entscheiden. Es muss klar sein, dass es nach dem biologischen Tod keinen Weg zurück gibt. Und diesen schweren Entscheidungsprozess machen Gegner zu einem Vorwurf, wird oft von Kritikern kritisiert.  Die Entscheidungen eines Menschen sowie seine Ansichten, Äußerungen und Verhaltungen basieren auf vielen verschiedenen Faktoren. Das gilt auch für die letzte Lebensphase und kann auch in der letzten Lebensphase nicht anders sein. Doch eine Situation am Ende des Lebens, die Endphase des Lebens stellt eine bisher unbekannte Grenzsituation dar, die in völliges Neuland, in etwas völlig Unbekanntes führt. Individuelle Werte und Bewältigungsmuster, die sich in der Vergangenheit bewährt haben und ein Leben lang gewachsen sind, tragen plötzlich ...

Sterbehilfe zwischen Selbstbestimmung und Verantwortung seit 6 Jahren wieder in Deutschland

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In 10 Tagen jährt es sich zum sechsten  Mal, dass die Begleitung eines selbstbestimmten Todes in Deutschland rechtlich wieder möglich ist. Damit wurde ein wichtiges Signal gesetzt: Das Lebensende gehört zur persönlichen Freiheit des Menschen. Doch mit dieser Freiheit sind neue Herausforderungen entstanden. In diesem Artikel soll es darum gehen, warum Freitodbegleitung Zeit, Beziehung und das Aushalten von Ambivalenz braucht. Aber auch, dass wo klare Regeln fehlen, Unsicherheit entsteht – für Betroffene, für Angehörige und für all jene, die Menschen in existenziellen Krisen begleiten. Nochmals meine Sicht es fehlt an Regeln und Leitlinien aber nicht ein neues Gesetz. Wer sich mehr, über die faktische und juristische Seite des Urteils vor 6 Jahren informieren will, ich habe heute einen zweiten Artikel dazu zusammengestellt:  Sterbehilfe – eine Frage der Menschenwürde und Freiheit - Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2020 Sterbehilfe und Freitodbegleitung sind keine re...

Warum es Ärzt*innen oft schwerfällt, über ein selbstbestimmtes Lebensende zu sprechen

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In diesem Artikel versuche ich, meine Perspektiven und Erfahrungen darzulegen und zu beschreiben, warum es Ärzt*innen oft schwerfällt, über ein selbstbestimmtes Lebensende zu sprechen. Die Motivation, diesen Text zu schreiben, entstand nach der Lektüre des LinkedIn-Artikels Artikel  'Was lernen Medizinstudierende eigentlich über Suizidalität — und was nicht?' von Ute Lewitzka  . Der darin von Prof. Dr. med. habil. Ute Lewitzka referenzierte Artikel in  The Lancet Psychiatry: Are you suicidal?  war beziehungsweise ist für mich leider nicht zugänglich. Der Umgang mit Suizidalität und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Lebensende ist in der medizinischen Praxis bis heute von Unsicherheit, Zurückhaltung und emotionaler Distanz geprägt. Die Gründe dafür sind nicht nur individueller Natur, sondern liegen ebenso in historischen, ethischen und strukturellen Zusammenhängen. Gesellschaftlicher Hintergrund: Die Wirkung von §217 StGB Die gesellschaftliche Wahrnehmung vo...

Sterbehilfe bei psychisch kranker Studentin - Berlin 2024

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Mit Dr. Turowski (74) muss sich ein weiterer Arzt vor Gericht verantworten. Dr. Turowski überließ einer jungen Frau tödliche Medikamente. Die Studentin litt seit Jahren an schweren Depressionen. Sie nahm sich das Leben. Nun muss sich der Arzt vor dem großen Landgericht Berlin / Schwurgerichtssaal 500 des Berliner Kriminalgerichts verantworten.  Seit dem 20. Februar steht nun Dr. Turowski in Berlin vor Gericht. Ich schreibe oben 'weiterer Arzt' da ja erst kürzlich ein erstes Urteil im Fall von Dr. Spittler in NRW gesprochen wurde. (Siehe: Arzt leistete einem psychisch kranken Mann Sterbehilfe - Totschlag in „minderschweren Fall“ ). Es geht es nun auch in Berlin um eine Anklage wegen Totschlags. Turowski war jahrelang für eine Sterbehilfeorganisation tätig mit dort strengsten Vorsichtsmaßnahmen der DGHS. In der Anklageschrift steht dazu: „Der Angeschuldigte entschied sich bewusst dafür, die von der DGHS aufgestellten Standards zum assistierten Suizid nicht einzuhalten“, damit er...

Fachliche Empfehlungen zur Suizidprävention: ein wichtiges Papier, das gehört werden sollte

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Über LinkedIn bin ich auf die „Fachlichen Empfehlungen für eine Verbesserung der Suizidprävention in Deutschland“ aufmerksam geworden, durch Ute Lewitzka , Expertin für Suizidologie und Suizidprävention sowie Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Ich habe das Papier mit großem Interesse gelesen – und vor allem mit großer Wertschätzung für die Arbeit der beteiligten Fachleute. Denn dieses Empfehlungspapier macht wieder einmal so deutlich: Suizidprävention ist keine Randaufgabe, kein kurzfristiges Projekt und auch keine rein medizinische Frage. Suizidprävention ist eine gesamtgesellschaftliche, gesundheitspolitische und strukturelle Daueraufgabe. Hinter jedem Suizid stehen nicht nur Zahlen, sondern Menschenleben – und ein großes Umfeld aus Angehörigen, Freund*innen, Kolleg*innen und Helfenden, das häufig langfristig mitbetroffen ist. Das Papier benennt acht zentrale Baustellen, wenn ich mich nicht vertue, sehr klar: Es fordert unter anderem eine bundesweit koordinierte und ...

„Ein ganzes halbes Jahr“ – Liebe, Leben und die Freiheit zu bleiben oder zu gehen

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Die britische Regisseurin Thea Sharrock brachte mit Ein ganzes halbes Jahr die gleichnamige Romanvorlage von Jojo Moyes in Filmform – eine gefühlvolle Liebesgeschichte, die zugleich ein intensives Licht auf ein gesellschaftliches Tabuthema wirft: dem selbstbestimmten Sterben - der Sterbehilfe. Worum geht’s? Will Traynor (Sam Claflin) war ein lebenshungriger, erfolgreicher junger Mann, bis ein Unfall sein Leben für immer veränderte. Seit zwei Jahren sitzt er querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Gefangen im eigenen Körper, seiner Selbstständigkeit beraubt, trägt er einen Entschluss in sich: Er möchte sein Leben in der Schweiz mithilfe von Sterbehilfe beenden. In diese innere Ausweglosigkeit platzt Louisa „Lou“ Clark (Emilia Clarke) – eine bunte, lebensfrohe junge Frau, die als seine Pflegerin eingestellt wird. Zwischen Lou und Will entwickelt sich eine Beziehung, die weit über das hinausgeht, was man eine klassische Romanze nennen würde. Sie lachen miteinander, streiten, wachsen – und s...