Psychische Gesundheit im Fokus: Verstehen, erkennen, handeln – Der Monat Mai: Mental Health Awareness Month

Psychische Gesundheit betrifft uns alle Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Auch wenn in Deutschland und Europa der Mai kein offiziell festgelegter Aktionsmonat ist, der Mai als „Mental Health Awareness Month“ vor allem in den USA ins Bewusstsein gerückt wird, mache ich es trotzdem, auch wenn es in Deutschland (noch) wenig offiziell verankert ist. (da kommt der Punk in mir durch 😎).
Aber es gibt auch diese Woche vom 4.bis 8.Mai die europäische Woche der seelischen Gesundheit mit dem Motto – Stronger Together – Stärker Zusammen – Diese erinnern uns daran, mich darn, wie wichtige Gemeinschaft und Verbindungen für unsere psychische Gesundheit, mentale Gesundheit ist.



Aktuelle Zahlen im Überblick:

Deutschland: ca. 8–10 % der Bevölkerung leiden jährlich an einer Depression

  • Frauen: etwa 10–13 %
  • Männer: etwa 5–7 %

Europa und USA: hat ähnliche Zahlen wie Deutschland

Weltweit: etwa 5 % der erwachsenen Bevölkerung

Auch Angststörungen, Burnout oder belastende Lebensereignisse können die mentale Gesundheit beeinträchtigen.

Und nun meine Einordnung der Zahlen:

Es ist wichtig zu beachten, dass Männer psychische Probleme deutlich seltener diagnostiziert bekommen als Frauen. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sie tatsächlich seltener betroffen sind.

  • Männer nehmen psychische Belastungen häufig später wahr oder sprechen seltener darüber
  • Gesellschaftliche Rollenbilder (z. B. „stark sein müssen“) können dazu führen, dass Hilfe seltener in Anspruch genommen wird
  • Psychische Probleme äußern sich bei Männern zudem oft anders (z. B. durch Reizbarkeit, Risikoverhalten oder erhöhten Alkoholkonsum)

Ein besonders ernstes Signal dafür ist die Suizidstatistik:

  • In Deutschland sind etwa 75 % der Suizidfälle Männer
  • Ähnliche Verhältnisse zeigen sich in vielen europäischen Ländern und weltweit

Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig es ist, dass Jede und Jeder, sich und Andere stärker für das Thema psychische Gesundheit zu sensibilisieren und den Zugang zu Hilfe zu erleichtern.

Die gute Nachricht und meine wichtigste und ehrlichste Info: Sich professionelle Unterstützung zu suchen, ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein wichtiger Schritt zu mehr Lebensqualität.


Wann sollten Sie sich Hilfe suchen?

Psychotherapie kann helfen, wenn psychische oder körperliche Beschwerden Ihren Alltag beeinträchtigen. Unterstützung kann besonders sinnvoll sein bei:

  • Depressionen: anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebsmangel
  • Angststörungen: übermäßige Sorgen oder Panikattacken
  • Burnout: chronische Erschöpfung durch dauerhaften Stress
  • Traumatischen Erlebnissen: z. B. nach Unfällen oder Verlusten
  • Essstörungen, Zwangsstörungen oder Suchterkrankungen

Sie können sich direkt an eine psychotherapeutische Praxis wenden oder zunächst Ihre Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt aufsuchen.


Termin vereinbaren – aber wo?

TelefonSeelsorge Deutschland

0800 1110111

0800 1110222

oder 116 123

(24/7 erreichbar, anonym & kostenlos)


Akute Krisen & Psychische Probleme:

  • Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg Terminservicestelle (116 117) vermittelt zeitnah Therapieplätze (bundesweit, rund um die Uhr).
  • Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg Therapeutensuche nach Ort und Fachgebiet
  • Psychiatrische Institutsambulanz (PIA): Lokale Anlaufstellen in Krankenhäusern.
  • Sozialpsychiatrischer Dienst: Kostenlose Beratung durch Ämter, oft auch kurzfristig.


Für Kinder, Jugendliche & junge Erwachsene:


Für Senioren:

    Silbernetz: 0800 470 80 90 (anonymes Gesprächsangebot für Menschen ab 60).


Spezialisierte Beratung & Online-Hilfe:

  • KrisenKompass App: Hilfe zur Selbsthilfe App der Telefonseelsorge.
    • Der KrisenKompass ist eine App, die die Funktionsweise eine Art Notfallkoffer für Krisensituationen darstellt.
    • In den Notfallkoffer können Sie positive Gedanken oder Fotos, Erinnerungen oder Lieder packen.
    • Das Rüstzeug, der Notfallkoffer für schlechte Momente.
      • Dazu dienen etwa die Tagebuchfunktion
      • und die persönlichen Archive.
  • Caritas/Diakonie: Lokale Beratungsstellen (online oder persönlich).


Aus meiner Region:

    Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim    
    Klinik & Ambulanz für psychische Erkrankungen

    Universitätsklinikum Heidelberg in Heidelberg
    Psychiatrische und psychosomatische Ambulanzen - 06221 56-4466 24h geöffnet
    Gebäude 44 Ebene Haus 1   -   Voßstraße 4  -  69115 Heidelberg

    Caritasverband Rhein-Neckar Beratungsstelle für psychische Belastungen  -  06202 9314-26
    Psychosoziale Betreuung und allgemeine Lebensberatung
    Carl-Benz-Straße 3  -  68723 Schwetzingen

    Diakonie Baden  -  Psychosoziale Beratungs- und ambulante Behandlungsstelle  -  06221 / 149 - 820
    http://www.stadtmission-hd.de
    Plöck 16 - 18  -  69117 Heidelberg


Weitere Wege zur Therapeutensuche:

  • Online-Portale (z. B. über Krankenkassen oder Arztsuche-Dienste)
  • Empfehlung durch Hausarzt / Facharzt
  • Selbsthilfegruppen (oft lokal organisiert)


Welche Therapieformen gibt es?

In Deutschland werden vier anerkannte Psychotherapie-Verfahren von den Krankenkassen übernommen:

  • Verhaltenstherapie: Fokus auf aktuelle Probleme und konkrete Veränderungen
  • Tiefenpsychologisch fundierte Therapie: Bearbeitung unbewusster Konflikte
  • Analytische Psychotherapie (Psychoanalyse): Aufarbeitung verdrängter Erfahrungen und Muster
  • Systemische Therapie: Einbezug von Beziehungen und sozialem Umfeld

Welche Therapieform am besten passt, klären Sie gemeinsam mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten in ersten Gesprächen. Entscheidend ist vor allem ein vertrauensvolles Verhältnis.


Angehörige unterstützen – aber wie?

  • Ermutigen Sie zur professionellen Hilfe – bieten Sie an, gemeinsam einen Termin zu vereinbaren
  • Hören Sie zu und zeigen Sie Verständnis, ohne zu urteilen
  • Haben Sie Geduld – Genesung braucht Zeit
  • Achten Sie auch auf sich selbst und holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung


Der erste Schritt zählt

Über mentale Probleme zu sprechen, ist oft schwer. Doch Unterstützung kann viel bewirken und die Lebensqualität deutlich verbessern.

Du bist nicht / Sie sind nicht allein – Hilfe ist da.






Weitere Kontakte - Hilfe Im Fall von psychiatrischer Krisen

Notfall

Notaufnahme in der Akutpsychiatrie: In größeren psychiatrischen Kliniken existieren Notaufnahmen mit Fachärzt*innen, die ähnlich funktionieren wie die körperliche Notfallmedizin. Diese sind 24 Stunden täglich erreichbar.
Schnelle Hilfe im Notfall: 112 (Rettungsdienst)

Bei Vergiftungen:

Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen etc. rufen Sie bitte direkt den Notarzt – in Deutschland über die Nummer 112

Giftnotruf

Kostenfreie Informationen bei Verdacht auf Vergiftungen geben rund um die Uhr folgende Giftnotrufe:

Giftnotruf der Charité: 030 19240

Giftnotruf der TU München: 089 19240

Vergiftungs-Informations-Zentrale: 0761 19240



Hilfe - Rufnummern und Websites

Sozialpsychiatrische Dienste
Die Sozialpsychiatrischen Dienste unterstützen in der ambulanten Versorgung und Hilfe von Menschen mit chronischen psychischen Störungen. Sowohl Betroffene als auch Angehörige können sich beraten lassen. Die Psychiatrischen Dienste sind lokal organisiert und am besten durch eine Eingabe über eine Suchmaschine wie google.com mit den Suchbegriffe:
  • Sozialpsychiatrischer Dienst
  • eigenen Wohnort


SeeleFon/Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V. (BApK)
Bundesweite Telefon- und Mail-Beratung für Angehörige von psychisch erkrankten Menschen. Die beratenden Personen, die selber Angehörige sind, können aus eigener Erfahrung viele nützliche Hilfestellungen geben und wissen, wie wichtig es ist, verständnisvoll zuzuhören. 
Telefon: 0228 71002424


Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummern
Die Telefonseelsorge bietet kostenfreie Beratung per Telefon, Mail, Chat oder vor Ort. Sie ist für jeden da, für alte und junge Menschen, Berufstätige, Nicht-Berufstätige, Auszubildende, Rentner, für Menschen jeder Glaubensgemeinschaft und natürlich auch Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit. Die Gespräche sind anonym und die Mitarbeiter*innen rund um die Uhr erreichbar.
Telefon. 116 123

http://www.telefonseelsorge.de/

Evangelisch.: 0800  111 0 111 

Katholisch: 0800  111 0 222


Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche und Eltern
Nummer gegen Kummer e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern, Jugendlichen und Eltern ein kompetenter Ansprechpartner zu sein bei kleinen und großen Sorgen, Problemen und Ängsten. 
Telefon Beratung für Kinder und Jugendliche: 116 111
Elterntelefon: 0800 111 0 550

https://www.nummergegenkummer.de/


Nationale Kontakt- und Informationsstelle (NAKOS) zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen
Die NAKOS ist die zentrale bundesweite Anlaufstelle in Deutschland rund um das Thema Selbsthilfe. Als Knotenpunkt vernetzt NAKOS die relevanten Akteure. Interessierte, Betroffene und Angehörige finden hier alle notwendigen Informationen. Dabei zeigt NAKOS die Vielfalt und Möglichkeiten gemeinschaftlicher Selbsthilfe auf und fördert und vertritt sie gegenüber Politik und Gesellschaft.
Telefon: 
030 - 31 01 89 60

https://www.nakos.de/



Weitere Hilfe - Gesprächsangebote und Suizidprävention

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Sonnabend nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de.

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 - 443 509 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch. mutes.de

Hebräischsprachige Hotline "Matan": ‚Matan‘ ist ein Projekt der Beratungsstelle ‚OFEK‚ e. V. und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST).  Telefonnummer: 0800  - 000 16 42  Hotline-Zeiten: Jeden Tag der Woche 20:00-22:00 - Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Kirchlichen Telefonseelsorge (KTS) durchgeführt und durch die Deutsche Fernsehlotterie gefördert.

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de




 



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