Mutpost – kleine Worte, große Wirkung

Am 11. Februar 2026 ist das Projekt Mutpost gestartet. Ein Datum, das symbolisch passt: der Europäische Tag des Notrufs 112

Notrufnummern retten Leben in akuten, sichtbaren Notlagen. Aber Suizidgedanken? Die kommen leise.
Sie lassen sich nicht immer in Minuten messen.

Sie brauchen keine Sirenen – sie brauchen Aufmerksamkeit, Zuwendung, ein offenes Ohr.


Genau hier setzt Mutpost an.
Die Plattform des Werner-Felber-Instituts für Suizidprävention in Dresden ist ein digitaler Ort, an dem Menschen anonym Briefe schreiben können – Worte der Hoffnung für Menschen, die mit dunklen Gedanken kämpfen. Jeder Brief wird fachlich geprüft, bevor er veröffentlicht wird. Ein Soforthilfe-Button und Hinweise auf Beratungsangebote ergänzen das Angebot.

Was für mich so wertvoll an Mutpost ist: Es zeigt, dass Prävention oft klein beginnt. Nicht mit Therapiesitzungen oder Kriseninterventionen, sondern mit früher Aufmerksamkeit.
Einem Satz, der sagt: „Du bist nicht allein.“ Einem Freund, der nachfragt. Einer Kollegin, die merkt, dass jemand stiller ist als sonst. Ein Familienmitglied, das die Dunkelheit erkennt, bevor sie überhandnimmt.

Solche kleinen Schritte sind die unsichtbaren Retter. Mutpost greift genau diese Idee auf: Mentale Erste Hilfe, menschliche Nähe, ein Fenster, durch das Licht in die Dunkelheit fallen kann – ohne dass man gleich alles lösen muss. Es sind diese Momente, die oft den Unterschied machen, bevor eine Krise eskaliert.

Die Inspiration kommt von Ben West und seinem britischen Projekt “Reasons to Stay”, das er nach dem Suizid seines Bruders ins Leben rief. Auch dort wirken einfache, zufällig ausgewählte Briefe, die von echten Menschen geschrieben wurden, fast wie ein stiller Anker in stürmischen Zeiten.

Mutpost.de ersetzt keine Therapie. Aber es zeigt, wie wertvoll menschliche Aufmerksamkeit ist, wie kleine Worte Hoffnung geben können und wie wichtig es ist, dass wir uns einander nicht nur in sichtbaren Notfällen, sondern auch in den stillen Momenten der Dunkelheit wahrnehmen.




Erste kleine Schritte – Aufmerksamkeit schenken

Manchmal reicht ein kleiner Impuls, ein aufmerksames Wort oder eine offene Geste, um jemanden aus der Isolation zu holen. Im Alltag, in der Familie, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz können wir alle erste kleine Schritte setzen:

Im Alltag:

  • Schau hin, wenn jemand stiller ist als sonst – ein kurzes „Alles okay bei dir?“ kann Türen öffnen.

  • Teile eigene kleine Momente von Belastung oder Unsicherheit, um Normalität und Verbundenheit zu zeigen.

  • Biete unkomplizierte kleine Hilfe an, z. B. einen Kaffee, einen Spaziergang oder einfach zuhören.

In der Familie:

  • Frag regelmäßig nach, wie es wirklich geht – nicht nur oberflächlich.

  • Erkenne und benenne Belastung: „Mir fällt auf, dass du gerade sehr müde oder bedrückt wirkst.“

  • Schaffe kleine Rituale, die Verbundenheit stärken, z. B. gemeinsames Kochen, kurze Abendgespräche oder einfache Check‑ins.

Im Freundeskreis:

  • Lass Nachrichten oder Anrufe nicht ausfallen – auch kleine Gesten zählen.

  • Lade bewusst zu Treffen ein, ohne Druck, aber mit Präsenz.

  • Höre zu, ohne gleich Ratschläge geben zu wollen – das Gefühl, gehört zu werden, ist oft schon Hilfe.

Am Arbeitsplatz:

  • Achte auf verändertes Verhalten bei Kolleg:innen – Müdigkeit, Rückzug oder Überforderung.

  • Biete kurze Gespräche an oder verweise auf professionelle Angebote im Unternehmen.

  • Fördere offene Gesprächskultur über mentale Gesundheit, um Tabus zu brechen und kleine Unterstützungsschritte zu normalisieren.

Und wenn du noch eine  Schritt machen willst - schau ob es von Deinem Arbeitgeber oder in Deiner Stadt Mental Health First Aider Kurse gibt - suche nach MHFA




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Kontakte - Hilfe Im Fall von psychiatrischer Krisen

Notfall

Notaufnahme in der Akutpsychiatrie: In größeren psychiatrischen Kliniken existieren Notaufnahmen mit Fachärzt*innen, die ähnlich funktionieren wie die körperliche Notfallmedizin. Diese sind 24 Stunden täglich erreichbar.
Schnelle Hilfe im Notfall: 112 (Rettungsdienst)

Bei Vergiftungen:

Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen etc. rufen Sie bitte direkt den Notarzt – in Deutschland über die Nummer 112

Giftnotruf

Kostenfreie Informationen bei Verdacht auf Vergiftungen geben rund um die Uhr folgende Giftnotrufe:

Giftnotruf der Charité: 030 19240

Giftnotruf der TU München: 089 19240

Vergiftungs-Informations-Zentrale: 0761 19240



Hilfe - Rufnummern und Websites

Sozialpsychiatrische Dienste
Die Sozialpsychiatrischen Dienste unterstützen in der ambulanten Versorgung und Hilfe von Menschen mit chronischen psychischen Störungen. Sowohl Betroffene als auch Angehörige können sich beraten lassen. Die Psychiatrischen Dienste sind lokal organisiert und am besten durch eine Eingabe über eine Suchmaschine wie google.com mit den Suchbegriffe:
  • Sozialpsychiatrischer Dienst
  • eigenen Wohnort


SeeleFon/Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V. (BApK)
Bundesweite Telefon- und Mail-Beratung für Angehörige von psychisch erkrankten Menschen. Die beratenden Personen, die selber Angehörige sind, können aus eigener Erfahrung viele nützliche Hilfestellungen geben und wissen, wie wichtig es ist, verständnisvoll zuzuhören. 
Telefon: 0228 71002424


Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummern
Die Telefonseelsorge bietet kostenfreie Beratung per Telefon, Mail, Chat oder vor Ort. Sie ist für jeden da, für alte und junge Menschen, Berufstätige, Nicht-Berufstätige, Auszubildende, Rentner, für Menschen jeder Glaubensgemeinschaft und natürlich auch Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit. Die Gespräche sind anonym und die Mitarbeiter*innen rund um die Uhr erreichbar.
Telefon. 116 123

http://www.telefonseelsorge.de/

Evangelisch.: 0800  111 0 111 

Katholisch: 0800  111 0 222


Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche und Eltern
Nummer gegen Kummer e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern, Jugendlichen und Eltern ein kompetenter Ansprechpartner zu sein bei kleinen und großen Sorgen, Problemen und Ängsten. 
Telefon Beratung für Kinder und Jugendliche: 116 111
Elterntelefon: 0800 111 0 550

https://www.nummergegenkummer.de/


Nationale Kontakt- und Informationsstelle (NAKOS) zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen
Die NAKOS ist die zentrale bundesweite Anlaufstelle in Deutschland rund um das Thema Selbsthilfe. Als Knotenpunkt vernetzt NAKOS die relevanten Akteure. Interessierte, Betroffene und Angehörige finden hier alle notwendigen Informationen. Dabei zeigt NAKOS die Vielfalt und Möglichkeiten gemeinschaftlicher Selbsthilfe auf und fördert und vertritt sie gegenüber Politik und Gesellschaft.
Telefon: 
030 - 31 01 89 60

https://www.nakos.de/



Weitere Hilfe - Gesprächsangebote und Suizidprävention

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Sonnabend nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de.

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 - 443 509 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch. mutes.de

Hebräischsprachige Hotline "Matan": ‚Matan‘ ist ein Projekt der Beratungsstelle ‚OFEK‚ e. V. und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST).  Telefonnummer: 0800  - 000 16 42  Hotline-Zeiten: Jeden Tag der Woche 20:00-22:00 - Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Kirchlichen Telefonseelsorge (KTS) durchgeführt und durch die Deutsche Fernsehlotterie gefördert.

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de






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