Wenn Sekunden alles verändern – Schienensuizid und die seelischen Folgen für Lokführer
Schienensuizide sind ein elementarer aber auch bedrückender Teil der Realität im Eisenbahnbetrieb. Statistisch erlebt etwa jeder zweite Lokführer im Laufe seiner beruflichen Laufbahn mindestens einen solchen Vorfall . Für Außenstehende bedeutet das oft eine Streckensperrung oder Verspätungen. Für die Menschen im Führerstand jedoch ist es ein Ereignis, das sich unauslöschlich ins Leben einschreibt. Ich komme zu diesem Thema da ich durch einen Artikel in der lokalen Zeitung in der BNN - nochmals auf dieses Thema ein Auge und Gedanken geworfen habe. Heinz B, aus dem BNN Artikel, ist einer von vielen Lokführern, die einen Schienensuizid miterlebt haben. Auf der Strecke zwischen Karlsruhe und Heilbronn erkannte er in Sekundenbruchteilen, was passieren würde – und dass es nichts mehr gab, was er tun konnte. Bremswege von mehreren hundert Metern lassen keine Chance, ein solches Ereignis zu verhindern. Dieses Wissen ist rational nachvollziehbar – die emotionale Realität dahinter trifft di...