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Warum es Ärzt*innen oft schwerfällt, über ein selbstbestimmtes Lebensende zu sprechen

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In diesem Artikel versuche ich, meine Perspektiven und Erfahrungen darzulegen und zu beschreiben, warum es Ärzt*innen oft schwerfällt, über ein selbstbestimmtes Lebensende zu sprechen. Die Motivation, diesen Text zu schreiben, entstand nach der Lektüre des LinkedIn-Artikels Artikel  'Was lernen Medizinstudierende eigentlich über Suizidalität — und was nicht?' von Ute Lewitzka  . Der darin von Prof. Dr. med. habil. Ute Lewitzka referenzierte Artikel in  The Lancet Psychiatry: Are you suicidal?  war beziehungsweise ist für mich leider nicht zugänglich. Der Umgang mit Suizidalität und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Lebensende ist in der medizinischen Praxis bis heute von Unsicherheit, Zurückhaltung und emotionaler Distanz geprägt. Die Gründe dafür sind nicht nur individueller Natur, sondern liegen ebenso in historischen, ethischen und strukturellen Zusammenhängen. Gesellschaftlicher Hintergrund: Die Wirkung von §217 StGB Die gesellschaftliche Wahrnehmung vo...

Die CLW fordert, für die Niederlande, nach dem Vorbild des BVerfG mehr Selbstbestimmung am Lebensende

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Die Coöperatie Laatste Wil forderte Sterbehilfe als Option für alle – auch bei Vollendung des Lebens Am 2. Dezember 2025 bestätigte das Berufungsgericht in Den Haag, dass die bislang sehr strengen Regeln für Sterbehilfe und Freitodbegleitung in den Niederlanden nicht gelockert werden müssen. Was für die Regierung ein Erfolg ist, bedeutet für viele Menschen, die sich ein selbstbestimmtes Lebensende wünschen, eine Enttäuschung. Allen voran für die Coöperatie Laatste Wil (CLW) – einen Verein, der dafür kämpft, dass jede erwachsene Person die Möglichkeit bekommt, über den eigenen Lebensabschluss zu entscheiden. Nicht nur im Fall schwerer Krankheit oder „unerträglichen Leidens“, wie das niederländische Gesetz heute verlangt. Sondern auch dann, wenn ein Mensch sein Leben als vollendet empfindet. Ein Urteil, das Fragen offenlässt und menschen alleine lässt, wie ich meine Die Klage des  Coöperatie Laatste Wil (CLW) ging um  Selbstbestimmung statt staatlicher Grenzziehung Die CLW...

Die Pflege am Lebensende; Entscheidungen am Lebensende, wissen, was möglich ist - 2 von 2 Artikel

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Sterben gehört – so schwer es fällt, das anzunehmen – zum Leben dazu. Doch der Gedanke an das Lebensende ist für viele mit Ängsten, Unsicherheiten und einem Gefühl von Hilflosigkeit verbunden. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft, in der der Tod oft tabuisiert wird, ist es umso wichtiger, sich mit dem Thema würdevoller Sterbebegleitung auseinanderzusetzen. Die Hospiz- und Palliativpflege bietet Betroffenen und ihren Angehörigen genau das: eine würdevolle, mitfühlende und professionelle Begleitung auf dem letzten Weg. In diesem Beitrag erfährst du, was Hospiz- und Palliativpflege bedeutet, wie sie organisiert ist, wer sie anbietet und wie sie beantragt werden kann – und warum sie ein essenzieller Teil psychischer und menschlicher Fürsorge ist. Dies ist ein zweiter Artikel (6-8 min Lesezeit)  - siehe auch den Ersten Teil  (8-10 min Lesezeit) zu diesem Thema Die Pflege am Lebensende und von Sterbenden Hospizpflege und Palliativpflege sind spezialisierte Formen der Versor...

Freiheit braucht auch Orientierung

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Ich habe den Beitrag von Werner H. Ritter gelesen, in dem er sechs Jahre nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar 2020 auf die Situation des selbstbestimmten Sterbens und insbesondere auf die Haltung der Kirchen zurückblickt. Ich stimme Ritter in sehr vielen Punkten zu – teilweise uneingeschränkt. Besonders seinem Plädoyer für Selbstbestimmung, Menschenwürde und Freiheit kann ich mich anschließen. Zum vollständigen Artikel von Werner H. Ritter  auf schoepfblog.at Ritter ist Theologe und schreibt bewusst aus seiner evangelisch-kritischen Perspektive. Seine Kritik an der Haltung der Kirchen ist deutlich. Auch ich frage mich, ob die Kirchen die Chance genutzt haben, nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts einen offenen und differenzierten gesellschaftlichen Dialog zu fördern – oder ob zu sehr der eigene Standpunkt verteidigt wurde. Bei einem Punkt würde ich allerdings etwas anders formulieren: Ob tatsächlich eine „historische Chance“ verspielt wurde, weiß ...

Freiheit, Schutz, Würde: Drei Perspektiven auf die Sterbehilfe-Debatte – Erfahrungen, Realität und Spannungsfelder – Artikel 2 von 2

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Viele Debatten über Sterbehilfe kreisen um Grundsatzfragen: Schutz oder Selbstbestimmung, Fürsorge oder Freiheit. Oft werden Positionen dabei zugespitzt, vereinfacht oder gegeneinander gestellt. Meine Perspektive ist eine andere – geprägt durch persönliche Erfahrung, viele Gespräche und die Auseinandersetzung mit den realen Lebenssituationen von Menschen am Lebensende. In vier Teilen möchte ich diese Perspektive entfalten: Im ersten Teil und zweiten Teil schrieb ich zu meinen persönlichen Erfahrungen  und warum Selbstbestimmung und Würde für mich auch am Lebensende zentral sind. Und ich beschäftigte mich mit  der Realität von Sterbewünschen, ihrer Veränderlichkeit sowie der Bedeutung von Alternativen wie Palliativmedizin und unterstützenden Angeboten. Im dritten Teil  geht es schließlich um die gesellschaftliche und politische Debatte – um das Urteil des Bundesverfassungsgericht, unterschiedliche Positionen, internationale Beispiele und die Frage, wie eine verantwortungsv...

Freiheit, Schutz, Würde: Drei Perspektiven auf die Sterbehilfe-Debatte – Erfahrungen, Realität und Spannungsfelder – Artikel 1 von 2

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Viele Debatten über Sterbehilfe kreisen um Grundsatzfragen: Schutz oder Selbstbestimmung, Fürsorge oder Freiheit. Oft werden Positionen dabei zugespitzt, vereinfacht oder gegeneinander gestellt. Meine Perspektive ist eine andere – geprägt durch persönliche Erfahrung, viele Gespräche und die Auseinandersetzung mit den realen Lebenssituationen von Menschen am Lebensende. In vier Teilen möchte ich diese Perspektive entfalten: Im ersten Teil geht es um meine eigene Geschichte und die Frage, warum Selbstbestimmung für mich auch am Lebensende zentral ist – und welche Rolle Würde dabei spielt. Der zweite Teil richtet den Blick auf die Realität von Sterbewünschen: ihre Widersprüchlichkeit, ihre Entwicklung über Zeit und die Bedeutung von Alternativen wie Palliativmedizin und Unterstützungssystemen. Im dritten,  vierten und letzten Teil   geht es schließlich um die gesellschaftliche und politische Debatte – um das Urteil des Bundesverfassungsgericht, unterschiedliche Positionen, intern...

Zwischen Helfen und Aushalten – wenn medizinisches Personal mit Suizidalität oder auch einem Sterbewunsch konfrontiert werden

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Seit dem Tod meiner Frau beschäftige ich mich intensiv mit Fragen rund um Freitod, Suizidalität und Selbstbestimmung am Lebensende. Dabei begegnen mir immer wieder Menschen, die um Informationen oder Orientierung bitten. Was mich dabei überrascht hat: Viele verwenden das Wort Suizid, obwohl sie über einen lange erwogenen Wunsch nach einem selbstbestimmten Lebensende sprechen. Andere sprechen von Freitod, meinen aber eine akute suizidale Krise. Die Unterscheidung ist wichtig. Ein Freitod stellt sich als eine wohlüberlegte, dauerhafte und frei verantwortete Entscheidung eines Menschen dar, sein Leben zu einem selbst gewählten Zeitpunkt zu beenden. Suizidalität hingegen als Ausdruck einer Krise: geprägt von Verzweiflung, Überforderung, Hoffnungslosigkeit oder dem Wunsch, einem unerträglichen inneren Zustand zu entkommen. Unabhängig davon, wie wir diese Begriffe verwenden, stehen medizinische Fachkräfte täglich vor einer großen Herausforderung. Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte, Psychotherape...

45 Jahre DGHS – Für ein selbstbestimmtes Leben und Sterben in Würde

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Am 7. November 2025 feiert die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (  DGHS  ) ihr 45-jähriges Bestehen – 45 Jahre Einsatz für das Recht, über das eigene Leben und Sterben selbst zu bestimmen. Seit ihrer Gründung 1980 als Bürgerrechtsbewegung in Nürnberg, hat die DGHS eine beachtliche Entwicklung genommen: Von einer mutigen Bürgerinitiative hin zu einer der einflussreichsten Organisationen in Deutschland, wenn es um Fragen von Selbstbestimmung, Vorsorge und humanem Sterben geht. Mit heute rund 50.000 Mitgliedern  und ca.  100 ehrenamtlichen Ansprechpartner*innen bundesweit / viele lokal ist die DGHS die mitgliederstärkste Vereinigung in Deutschland, die sich für Würde und Freiheit am Lebensende einsetzt. Meine Gedanken zur DGHS 45 Jahre Engagement für Menschen und Menschlichkeit Seit 1980 kämpft die DGHS für das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: dass die Entscheidung eines Menschen über sein Lebensende respektiert und nicht verurteilt wir...

Würde im Leben – Würde im Sterben: Warum Selbstbestimmung bis zuletzt zählt

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„Jedem Tag Leben geben“ – dieser Leitsatz begleitet viele von uns in der hospizlichen und palliativen Arbeit. Er richtet den Blick nicht auf das Ende, sondern auf das Leben, das bis zum letzten Atemzug gelebt werden will – mit Würde, mit Fürsorge, mit Selbstbestimmung. In ihrem eindrücklichen Artikel »Unheilbar krank: Wie kann man würdevoll sterben?« (Spektrum, August 2025) beschreibt die Ärztin Marisa Kurz , wie schwerkranke Men schen durch palliative Begleitung ein Sterben in Würde erfahren können – oder eben auch nicht, wenn Strukturen fehlen. Sie erzählt von einer alten Dame, die anonym, einsam und hektisch in einer Notaufnahme verstarb. Und sie stellt eine Frage, die uns alle etwas angeht: Wie wollen wir sterben? Die meisten wollen zu Hause sterben – die wenigsten können es Die meisten Menschen äußern den Wunsch, im eigenen Zuhause zu sterben – begleitet, schmerzfrei, in vertrauter Umgebung. Doch die Realität sieht oft anders aus: Krankenhausflure, grelle Beleuchtung, technische A...

Plädoyer für eine gute Gesellschaft: Ein würdevoller Umgang mit Leben und dem Sterben

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In einer guten Gesellschaft sollten wir stets die Würde und Autonomie des Einzelnen respektieren, besonders in den dunkelsten und herausforderndsten Zeiten des Lebens. Menschen, die mit schweren Krankheiten oder intensivem Leid konfrontiert sind, verdienen unser tiefstes Mitgefühl und unsere unterstützende Begleitung. Es ist von zentraler Bedeutung, jedem Menschen die Freiheit und den Raum zu gewähren, ihre Entscheidungen über Leben und Sterben selbstbestimmt zu treffen. Wie Stephen Hawking und Terry Pratchett hervorgehoben haben, sollte das Recht bestehen, das eigene Leben in Würde und Frieden zu beenden, wenn einem unheilbares oder unerträgliches Leiden oder Krankheit auferlegt ist. Diese Entscheidung entsteht aus der intimsten und tiefsten Auseinandersetzung eines Menschen mit seiner eigenen Existenz und verdient unsere vollste Anerkennung und unseren Respekt. Es hat sich gezeigt, dass die Möglichkeit der selbstbestimmten Lebensbeendigung nicht nur eine Frage der medizinischen Verso...