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Antonymie und Gegensätzlichkeit von Lebenssattheit und Lebensmüdigkeit

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Vor etwa einem halben Jahr habe ich bereits zur  Antonymie von Freitod versus Suizid geschrieben. Beim Suizid, einem Selbstmord, ist als Wortbestandteil das Wort Mord sehr tragend und ruft, dem entsprechend, ein Verständnis von Gewalt, Verbrechen und Vorwurf auf. Viele Menschen vergegenwärtigen damit ebenso ein Gefühl und Verständnis von 'Flucht'. Ganz im Gegenteil dazu wenn es um einen Freitod geht. Spricht man mit diesen Menschen die einen Freitod erwägen, erkennt man, so meine Erfahrung, dass es immer um einen wohlerwogenen Weg des Ablebens geht. Zudem trägt das Wort und auch der Gedanke an einen Freitod Freiheit in sich. Und damit kann man eigentlich gar nicht anders entsprechend einen selbstbestimmter, kontrollierter Weg und Entscheidung zu sehen.  Genau um das zuvor Formulierte geht es mir, wenn ich diese Worte verwende und ich bin mir sicher, dies geht vielen Menschen so. Diesmal soll es in meinem Artikel um die ... Antonymie und Gegensätzlichkeit von Lebenssattheit un...

Gedanken zur Lebenssattheit - „Menschsein“ und "Leben" vs "Existieren"

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Ich gestehe ich habe den Faust ohne schulischen Druck gelesen und genossen. Und beginne diesen Artikel mit einem Zitat - als Goethe seinen Faust sagen lässt ... „ Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, Die eine will sich von der andern trennen; Die eine hält, in derber Liebeslust, Sich an die Welt mit klammernden Organen; Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust; Zu den Gefilden hoher Ahnen “ ... und für mich offenbart sich das Dilemma von „Menschsein“ und "Leben" vs "Existieren" mit Würde und Gefühl.. Wir können und sollten uns über unsere Schwächen und Stärken, die Täler und Höhen des Lebens, die wie Ebbe und Flut sich oft anziehen, einhergehend mit Sog und Dynamiken und Kräften die auf uns und unser Umfeld einwirken, gewahr werden und gleichzeitig Verantwortung übernehmen und selbstbestimmt, eigenverantwortlich Dinge überdenken, planen und handeln. Es ist unsere Entscheidung, was wir denken und wie wir handeln - in allen Konsequenzen und mit diesen. Es liegt an...

Freiverantwortlichkeit - Einsichtsfähigkeit, Urteilsfähigkeit und Entscheidungsfähigkeit

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Wenn es um Entscheidungen und Verfügung geht, kommt der Autonomie der Entscheidung und der Freiverantwortlichkeit, in meinen Augen und meinem Verständnis, die größte Bedeutung zu. Darauf möchte ich im heutige Artikel eingehen. Da ich weder Jurist noch Psychologe bin gehe ich das Thema und die Problematik mit meinem Verständnis von Ethik, Moral und Logik an. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat in seinem Urteil / Urteilsbegründung betont, dass die Freiverantwortlichkeit für einen Sterbewunsch und einen Freitod eine unabdingbare Voraussetzung für die Zulässigkeit von Sterbehilfe ist. Und hat hierzu 5 Aspekte genannt. Die frei und unbeeinflusste Fähigkeit seinen Willen zu bilden und nach dieser Einsicht zu handeln Diesen Willen frei von einer akuten psychischen Störung zu bilden Frei von unzulässiger Einflussnahme oder Druck zu sein Umfänglich über entscheidungserheblichen Gesichtspunkte und Alternative zu sein und diese bei der Entscheidungsfindung für sich selber abgewogen zu h...

Q&A: Warum Sterbehilfe und Freitod? Ein Plädoyer für Freiheit und Würde

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Über die Kommentare, über die Social Media Kanäle bekomme ich Fragen die ich oft, gerne generell für jede und jeden beantworten möchte. Da dies nicht nur meinen Standpunkt darlegt - sondern besten Falls dem Interessierten zum Reflektieren und Nachdenken anregt oder auch Argumente an die Hand gibt. Ich werde daraus eine Neue Reihe machen die ich mit Q&A taggen werde. Hier nur die beiden häufigsten Fragen / Fragengebiete. Warum stehen Sie so für Sterbehilfe ein? Warum begleiten Sie Menschen an ihrem Lebensende? Das hat vor allem mit Freiheit, Selbstbestimmung und mit Würde zu tun – Begriffe, die zwar immer wieder genannt werden, in der gesellschaftlichen Diskussion, wie auch auf politischen Ebene, aber in der Realität aber meist keine ernsthafte Rolle spielen - Wenn es nicht direkt die eigene Person betrifft - die eigene Selbstbestimmung und eigene Würde. Dies muss ich leider wieder und wieder wahrnehmen. Für mich ist überaus wichtig - Anzuerkennen, dass der Mensch sich selbst gehört...

„Ein ganzes halbes Jahr“ – Liebe, Leben und die Freiheit zu bleiben oder zu gehen

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Die britische Regisseurin Thea Sharrock brachte mit Ein ganzes halbes Jahr die gleichnamige Romanvorlage von Jojo Moyes in Filmform – eine gefühlvolle Liebesgeschichte, die zugleich ein intensives Licht auf ein gesellschaftliches Tabuthema wirft: dem selbstbestimmten Sterben - der Sterbehilfe. Worum geht’s? Will Traynor (Sam Claflin) war ein lebenshungriger, erfolgreicher junger Mann, bis ein Unfall sein Leben für immer veränderte. Seit zwei Jahren sitzt er querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Gefangen im eigenen Körper, seiner Selbstständigkeit beraubt, trägt er einen Entschluss in sich: Er möchte sein Leben in der Schweiz mithilfe von Sterbehilfe beenden. In diese innere Ausweglosigkeit platzt Louisa „Lou“ Clark (Emilia Clarke) – eine bunte, lebensfrohe junge Frau, die als seine Pflegerin eingestellt wird. Zwischen Lou und Will entwickelt sich eine Beziehung, die weit über das hinausgeht, was man eine klassische Romanze nennen würde. Sie lachen miteinander, streiten, wachsen – und s...

Ambivalenz hinsichtlich des Wunsches zu leben oder zu sterben ist ein grundlegendes Merkmal eines Jeden

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Menschen, die über ihren eigenen Tod nachdenken, haben meist eine beträchtliche Geschichte von Krankheit, Ängsten, Hoffnungen, Trauer und Verlust hinter sich. Sich das Leben zu nehmen ist unwiderruflich - es gibt keine Möglichkeit, sich danach anders zu entscheiden. Es muss klar sein, dass es nach dem biologischen Tod keinen Weg zurück gibt. Und diesen schweren Entscheidungsprozess machen Gegner zu einem Vorwurf, wird oft von Kritikern kritisiert.  Die Entscheidungen eines Menschen sowie seine Ansichten, Äußerungen und Verhaltungen basieren auf vielen verschiedenen Faktoren. Das gilt auch für die letzte Lebensphase und kann auch in der letzten Lebensphase nicht anders sein. Doch eine Situation am Ende des Lebens, die Endphase des Lebens stellt eine bisher unbekannte Grenzsituation dar, die in völliges Neuland, in etwas völlig Unbekanntes führt. Individuelle Werte und Bewältigungsmuster, die sich in der Vergangenheit bewährt haben und ein Leben lang gewachsen sind, tragen plötzlich ...

Pressekonferenz DGHS - Doppeltes Vier-Augen-Prinzip hat sich bewährt

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Prof. Robert Roßbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS), legte in einer Pressekonferenz in Berlin, die steigende Anzahl und Gründe der von der DGHS im letzten Jahr geförderten assistierten Sterbefälle dar. Für das Jahr 2023 gibt, die DGHS, eine Zahl von insgesamt 419 ärztliche Freitodbegleitungen für DGHS-Mitglieder in Deutschland an, im Vergleich zu 229 im Jahr 2022, und 120 in 2021, was einem moderat, wachsenden Trend entspricht. (weitere Zahlen und Fakten zur Sterbehilfe - Diagnosen und Gründe - 2021-2023 ) Die Betreuung jedes Einzelnen beinhaltete qualifizierte Fallbearbeiter in Verbindung mit Sterbe-Teams, bestehend aus Juristen und Ärzten, und nach Wunsch auch Angehörigen oder Vertrauenspersonen. Zusätzlich wurde eine fachärztliche Meinung eingeholt, wenn die Freiverantwortlichkeit des Sterbewilligen in Frage gestellt wurde. Die Beweggründe gliederten sich in fünf Kategorien: Lebenssattheit ( Artikel zur Lebenssattheit ) Krebs Neurologische Krankhei...

Die letzte Entscheidung: Was Menschen zur Sterbehilfe bewegt

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Mein Verständnis vom Sterbewunsch und Freitod gründet auf einer intensiven, persönlichen Auseinandersetzung mit meinem Selbstbild, meinen Werten und meiner Definition von Leben, Glück und Würde. Ich habe für mich vier existenzielle Leitsätze formuliert:     „So will ich leben.“     „So ist für mich OK zu leben.“     „So kann ich akzeptieren zu leben.“     „So will ich nicht leben, da es nur noch existieren wäre.“ Diese innere Klärung war Ausgangspunkt für eine vertiefte Recherche: Wie gehen andere Gesellschaften, Länder und Gesundheitssysteme mit dem Sterbewunsch um? Wie hoch ist die Zahl derer, die sich aktiv für einen begleiteten Freitod entscheiden? Und vor allem: Warum? In meiner Auseinandersetzung mit der Situation in Deutschland, nach dem Urteil in 2020 vor 5 Jahren - mit Deutschland, den Niederlanden, Belgien , der Schweiz, Kanada und Oregon (USA) wurde deutlich: Die Motive, die Menschen zur Sterbehilfe bewegen, ähneln sich weltweit – unabh...

Freiverantwortlichkeit und assistierte Sterbehilfe psychisch Erkrankter: Für eine humane und sensible Begleitung

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Diese Gedanken beziehen sich insbesondere auf die aktuellsten Diskussionen und blicken zurück auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020 und die darin benannten Kriterien zur Freiverantwortlichkeit in der Entscheidung zum Freitod sowie auf die Verfahren gegen die beiden Ärzte Dr. Spittler und Dr. Turowski . Ich möchte heute eingehen auf ... die Komplexität der Freiverantwortlichkeit Freiverantwortlichkeit bei psychisch Kranken Gesellschaftliche und soziale Aspekte Perspektivwechsel und Lösungsansätze Ich habe kein Studium eines psychologischen Fachgebiets absolviert, aber ich bemühe mich, mich in meiner Arbeit in und um die mentale Gesundheit bestmöglich weiterzubilden. Besonders intensiv beschäftige ich mich mit Themen wie Depression, Zwangserkrankung, generalisierter Angststörung, sozialer Phobie, bipolaren Störungen und Suizidgedanken. Ich mache mir viele Gedanken zu den zentralen Aspekten der Freiverantwortlichkeit und der Begleitung psychisch kranker Menschen i...

Wichtige Faktoren beim Umgang mit Sterbeerwartung, Sterben und Tod aber auch Freitodwunsch

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Wichtige Faktoren beim Umgang mit Sterbeerwartung, Sterben und Tod - Oder auch wie geht man mit dem Wunsch um, wenn man selber oder ein anderer Menschen sein eigene Leben beenden möchte. Umgang mit dem Sterbewunsch eines Menschen Auch wenn es manchmal schwer zu sehen und zu erkennen ist - Wenn Menschen sich Gedanken machen über das Sterben und den Tod geht es immer auch um Leben - sogar oft nur um Leben oder auch dem Sterben mehr Leben zu geben - sei es im Alter, bei schwerer Krankheit, bei der Palliativversorgung, Hospiz und auch bei der Sterbebegleitung und Sterbehilfe. Wenn jemand über „Sterben wollen“ reden will geht es immer um Leben - Definition von Leben - die Qualität die der jeweilige Mensch sieht, sehen will - die er oder sie einerseits erfährt und erlebt und andererseits erfahren und erleben will - und damit um Würde. Somit liegt der wesentliches Augenmerk bei der Person, dem Patienten, dem Sterbewilligen gegenüber Offenheit zu signalisieren und ihm zu ermöglichen, über sein...