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Thiopental in der Freitodbegleitung: Off-Label-Use und rechtlicher Rahmen

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Die Begleitung eines freiwilligen Todesentschlusses stellt Ärztinnen und Ärzte vor ethische, medizinische und rechtliche Herausforderungen. In Deutschland kommt dabei  der Wirkstoff Thiopental zum Einsatz – allerdings im sogenannten Off-Label-Use, also außerhalb der offiziell zugelassenen Indikationen. Diese Anwendung ist rechtlich möglich, setzt jedoch eine besonders sorgfältige ärztliche Aufklärung sowie die freiwillige und informierte Einwilligung des Patienten voraus. Während der Off-Label-Use in der Medizin durchaus etabliert ist – etwa in der Onkologie oder Pädiatrie –, ist sein Einsatz im Rahmen der Freitodbegleitung besonders sensibel, da er mit irreversiblen Folgen verbunden ist. Dieser Beitrag soll einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, ärztlichen Pflichten und die praktische Anwendung von Thiopental in diesem Kontext geben. und ist ein Update zu meinem Artikel von 2022 Off-Label-Use in der Sterbehilfe Thiopental erfolgt im sogenannten Off-Label-Use...

Medikament - Freitod

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Zur Medikation für den Freitod werden Arzneimittel aus verschiedenen Gruppen eingesetzt. Zu den wichtigsten Wirkstoffen gehören Barbiturate wie Pentobarbital-Natrium und Thiopental sowie neuromuskuläre Blocker wie Rocuroniumbromid.  Die Medikament werden peroral (über den Mund mit anschließendem Herunterschlucken) eingenommen oder parenteral (direkte Injektion oder Infusion in den Blutkreislauf ) verabreicht. Da eine Injektion zu den aktive Sterbehilfe**** gehört ist in den meisten Ländern nur die Infusion die Option. Wobei der Sterbewillige die Infusion selbstständig starten / öffnen muss. Recht auf selbstbestimmtes Sterben in Deutschland Für die ärztlich assistierte Sterbehilfe werden zugelassene Arzneimittel aber auch Magistralrezepturen eingesetzt. Magistralrezepturen sind Arzneimittel, die in Apotheken für die Patienten individuell auf ärztliche Verordnung hergestellt werden. Off-Label-Use Bei den zugelassenen Arzneimittel handelt es sich dann beim Freitod um einen sogenannten...

Information zu Pentobarbital ( Nembutal (Natrium Pentobarbital) und anderen Barbituraten

Wie bereits mehrfach erläutert, wird beim assistierten Suizid in vielen Ländern der Wirkstoff Pentobarbital verwendet. In Deutschland ist Pentobarbital ( Nembutal (Natrium Pentobarbital) wie alle anderen Barbituraten verschreibungsfähiges Betäubungsmittel unter das Betäubungsmittelrecht - siehe § 1 Abs. 1 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG)    "Die ärztliche Verschreibung ist in § 13 Abs. 1 BtMG geregelt und nur dann zulässig, wenn die Anwendung am oder im menschlichen Körper „begründet“ ist. Das therapeutische Ziel müsse nach gefestigter BGH-Rechtsprechung sein, Krankheiten zu heilen oder zu lindern, was bei einer letalen Dosis nicht der Fall ist." ( Quelle: Medikamente zur Selbsttötung - Deutscher Bundestag ) Es gibt daher auch kein zugelassenes Fertigarzneimittel. Der § 3 des BtMG  umfasst die Erlaubnis zur Herstellung, Verkehr, Verkauf von Betäubungsmitteln, wonach das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) diesem zustimmen muss. Der  § ...

Rezept, Off-Label-Use und die Realität in der Praxis (Update 2026) - Thiopental in der Freitodbegleitung

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Als ich früher, über Thiopental in der Freitodbegleitung geschrieben habe, lag der Fokus vor allem auf dem Off-Label-Use und den ärztlichen Pflichten. Inzwischen zeigt sich immer deutlicher, was ich auch rund um die Freitodbegleitung beobachte: Die eigentliche Herausforderung liegt weniger im Recht, diese ist recht klar – sondern in der praktischen Umsetzung. Ein aktueller Fall aus der Fachdebatte / des Magazin der DGHS Ausgabe 2026-2 macht genau das sichtbar: Ein Arzt erhält trotz ordnungsgemäßen Rezepts das benötigte Medikament nicht von einer Versandapotheke. Die Begründungen wechseln – von regulatorischen Vorgaben bis hin zu „Sicherheitsgründen“. Bei allem Verständnis und Sicherheitsbedenken die ich auch habe bei der Herausgabe - dies wirft eine zentrale Frage auf: Was braucht es tatsächlich, um Thiopental rechtmäßig zu verordnen – und warum scheitert es trotzdem so oft in der Praxis? Aber eine vorweg, Dieser Beitrag spiegelt meine persönliche Auseinandersetzung mit dem T...

Wer hilft mir beim Sterben? in der Reihe 'Die Story' des WDR

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In der dritten Episode mit dem Titel "Wer hilft mir beim Sterben?" in der Reihe Die Story des WDR - begleiten, berichten Erika Fehse und Renate Werner (Redaktion: Christiane Mausbach) anschaulich von zwei Sterbewilligen und deren Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Ende, dem Sterbewunsch und stellt die Frage: Welche politischen Entscheidungen sind notwendig, um Menschen einen würdevollen Tod zu garantieren.  Es kommen Politiker zu Wort wie Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Grüne), Ansgar Heveling (CDU) die mit deren Gesetzentwurf - einem Fraktionsübergreifender Vorschlag zur Neuregelung der Sterbehilfe (Stephan Pilsinger (CSU), Kathrin Vogler (Linke), Prof. Dr. Lars Castellucci (SPD), Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Grüne), Ansgar Heveling (CDU), Benjamin Strasser (FDP)) nun  das Urteil des Bundesverfassungsgericht aushöhlen und torpedieren wollen und in dem Filmbeitrag schönreden und verteidigen. Aber auch Frau Kathrin Helling-Plahr von der FDP die bereits 2021 an einem h...

Q&A Ablauf einer Freitodbegleitung

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Eine weitere Frage die oft kommt, und ich dachte ich hätte dies schon beantwortet in einem meiner früheren Artikel, ist / sind die Fragen zum Ablauf am Tag der Tage. Zunächste ein paar Eckpunkte ... Den Tag seines Todes, den Sterbetag, legt der Sterbewillige selbst fest. Am Sterbetag sind als Beistand ... Bei Dignitas sind es ausgebildete Freitodbegleiter*innen anwesend und helfen. Bei der DGHS ist immer ein Jurist und die begleitende Ärztin / der Arzt anwesend. Wenn man es selber organisiert, aber auch wenn man es mit einem der Vereine macht, ist es selbstredend ihre Entscheidung oder vielmehr die Entscheidung des Sterbewilligen, wer dabei ist. Der Sterbetag ... Nach einer Begrüßung und Klärung von Fragen , die aber meist nicht mehr bestehen, da jeder sich auf den Sterbetag gut vorbereiten konnte, kommt es dazu, das der / die Sterbewillige zwei sehr wichtige Fragen gestellt bekommt. Ob der Sterbewunsch an diesem Tag unverändert bestehe? Ob der die Sterbewillige alle Anwesenden von der...

Patientenverfügung - Sterbehilfe und Triage Entscheidungen in der Patientenverfügung aufnehmen

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Nur wenige  Themen beschäftigen die Gesellschaft und Politik so sehr wie die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Sterbehilfe. Viele Menschen wollen vorsorgen. Ich habe schon viel über Vollmachten, Patientenverfügungen und auch Psychiatrische Patientenverfügung ergänzend zur Patientenverfügung geschrieben. Sterbehilfe umfasst zunächst den Behandlungsabbruch, also das Unterlassen, Beenden oder Begrenzen lebenserhaltender Maßnahmen. Liegt kein reiner Behandlungsabbruch vor, kann es sich um direkte Sterbehilfe, also eine gezielte Lebensverkürzung, oder indirekte Sterbehilfe handeln. Bei indirekter Sterbehilfe ist die Lebensverkürzung eine „Nebenwirkung“.  Artikel: Sterbehilfe was ist erlaubt?   Mit Urteil vom 26.03.2020 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass das allgemeine Persönlichkeitsrecht aus Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG als Ausdruck persönlicher Autonomie auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasst. Das Recht auf selbstbestimmtes Sterben schließ...

Sterbehilfe in Deutschland und Österreich: Zwischen Selbstbestimmung, Misstrauen und rechtlichen Grenzen

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Der Fall eines bekannten steirischen Winzers, aus Juli 2025, der nun in St. Pölten (Österreich) in Untersuchungshaft sitzt, hat das sensible Thema der Sterbehilfe in Österreich erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Ihm wird vorgeworfen, einer vermögenden Witwe eine Überdosis des Schlafmittels Pentobarbital-Natrium verabreicht zu haben – die Sichtweise der Anklage ist aus Habgier. Sein Anwalt hingegen betont, dass es sich um eine gesetzlich erlaubte Sterbebegleitung gehandelt habe. (Wichtiger Unterschied: In Österreich ist Pentobarbital-Natrium das übliche und zugelassene Medikament zur Durchführung eines freiwilligen, assistierten Lebensendes. Es kann auch oral eingenommen werden. In Deutschland hingegen ist Pentobarbital nicht zugelassen. Hier wird in der Regel Thiopental-Natrium verwendet – allerdings nur als Infusion und ausschließlich als sogenannter Off-Label-Use. Das bedeutet: Es ist nicht offiziell für diese Anwendung zugelassen, wird aber unter bestimmten Umständen e...

Meine Haltung zum Sarco

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Eigentlich war oder ist geplant, dass 2024, der erste Mensch im Sarco sterben kann. Doch auch in der Schweiz sind die Hürden für die angeblich friedlichste Form des Sterben höher als gedacht und wird sehr kritisch betrachtet, dass der Sarco eine annehmbare Alternative sein könnte. In den vergangenen Zeit hatten die Verantwortlichen in dem Kanton in der Schweiz klargestellt, dass sie den Einsatz des Sarco auf ihrem Gebiet nicht tolerieren werden können. Zum zweiten Mal muss ich eine Triggerwarnung in meinen Artikel aufnehmen.  Triggerwarnung: Die Inhalte können belastend oder retraumatisierend auf Leser*innen wirken - Wenn Sie darüber nachdenken, sich das Leben zu nehmen oder mit jemandem reden möchten - hier finden Sie Hilfe: Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern lauten 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 . Weitere Rufnummern und Kontakte siehe unten. Der Sarco will ein Alternative für selbstbestimmtes Sterben sein, aktuell wir...

Zahlen und Trend - DWDA - Oregon's Death with Dignity Act - 2023 und frühere

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Der Oregon Death with Dignity Act (deutsch: Gesetz des Staates Oregon über Sterben in Würde) ist ein Gesetz im US-Bundesstaat Oregon aus dem Jahr 1997. Es erlaubt einen ärztlich-assistierten Sterbehilfe und regelt die Voraussetzungen hierfür. Laut einem neu veröffentlichten Bericht (PDF) der Gesundheitsbehörde von Oregon starb im Jahr 2023 etwa eine Person pro Tag durch den Death with Dignity Act . Zusammenfassung der Studie Im Jahr 2023 erhielten 560 Personen Rezepte / Verordnungen für tödliche Dosen von Medikamenten gemäß den Bestimmungen des Oregon DWDA, im Jahr 2022 zuvor waren es 433 Fälle. Bis Ende Januar 2024 hatte die OHA Berichte über 367 Menschen erhalten, die im Jahr 2023 gestorben sind, nachdem sie die unter dem DWDA verschriebenen Medikamente eingenommen hatten, eine Steigerung von 304 im Jahr 2022. OHA steht für Oregon Health Authority - Die Oregon Health Authority kümmert sich, die Qualität zu verbessern und den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu erhöhen, um die lebens...

Assistierter Freitod in Österreich: Einblick in Begleitung, Sicherheit und ethische Verantwortung

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In diesem Interview des Change-Podcast #33 spricht Herr Dr. Florian Ploberger mit der die Palliativmedizinerin, Allgemeinmedizinerin und Medizinethikerin Frau Dr. Christina Kanneider über ihren beruflichen Weg und ihre ... ... intensive Auseinandersetzung mit Sterben, ... Begleitung am Lebensende ... und assistierter Sterbehilfe / assistiertes Sterben. Ausgangspunkt ist ihre Suche nach einer Medizin, die den ganzen Menschen in den Blick nimmt – körperlich, seelisch und existenziell. Diese fand sie in der Palliativmedizin, die sie nicht nur fachlich, sondern auch persönlich geprägt hat. Die Arbeit mit sterbenden Menschen, so Kanneider, schärfe den Blick für das Wesentliche im Leben und erfordere vor allem Zuhören, Beziehung und die Bereitschaft, Endlichkeit auszuhalten. Ein zentraler Schwerpunkt des Gesprächs ist die assistierte Sterbehilfe in Österreich nach der Gesetzesänderung 2022. Kanneider widerspricht der verbreiteten Annahme, dass ein Sterbewunsch aus mangelnder pallia...

Urteil gegen Dr. Turowski - Haftstrafe

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Das Berliner Landgericht hat in einem aufmerksamkeitserregenden Prozess am Montag den 8.April 2024  gegen den Arzt Dr. Christoph Turowski ein Urteil gefällt. Dr. Turowski wurde wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Richter Mark Sautter sagte, der Arzt habe "die Grenzen des Zulässigen überschritten". Das Urteil ist nicht rechtskräftig.   Dr. Turowski wurde vom Gericht vorgeworfen, Isabell R. dazu gebracht zu haben, ein Instrument ihrer eigenen Tötung zu sein. Der verurteilte Arzt und sein Anwalt, haben angekündigt, gegen das Urteil vorzugehen. Er hatte auf Freispruch plädiert, da die betroffene Frau 16 Jahre lang psychiatrisch behandelt worden war und aus diesem Grund nicht mehr leben wollte. Vor der Urteilsverkündung hatte Turowski gehofft, dass das Prinzip "im Zweifel für den Angeklagten" zu seinen Gunsten angewandt werden würde. Er begründete dies damit, dass der psychiatrische Gutachter im Verfahren nicht definitiv ausschließen konnte, ...